Zentrale Impzentren schließen

Baden-Württemberg schließt Impfzentren: Ärzte bald völlig überlastet?

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Die Zentralen Impfzentren in Baden-Württemberg sollen ab nächster Woche (16. August) schließen. (Symbolbild)
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Schon ab kommender Woche soll es keine Zentralen Impfzentren mehr in Baden-Württemberg geben. Bedeutet das nun das totale Chaos für Haus- und Fachärzte?

Angesichts der Impfquote und der geringen Auslastung in den Impfzentren* hat das Land Baden-Württemberg nun bekannt gegeben, dass alle Zentralen Impfzentren schließen werden. Der kommende Sonntag (15. August) ist der letzte Betriebstag der acht Zentralen Impfzentren (ZIZ) des Landes in Rot am See, Karlsruhe, Freiburg, Heidelberg, Offenburg, Ulm, Tübingen und im Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus, wie *echo24.de berichtet. Das ZIZ in der Stuttgarter Liederhalle hat bereits Ende Juli geschlossen.

Gesundheitsminister Manne Lucha sagte dazu am Donnerstag (12. August) in Stuttgart: „Unsere Impfzentren leisten großartige Arbeit. Die sehr unterschiedlichen, teilweise widrigen Bedingungen haben sie stets professionell und hervorragend gemeistert: Vom anhaltenden, frustrierenden Impfstoffmangel in den ersten Monaten und der dadurch notwendigen strikten Priorisierung (...) bis hin zur Situation in den vergangenen Wochen mit viel Impfstoff und einer deutlich nachlassenden Impfbereitschaft.“

Baden-Württemberg schließt Impfzentren: Ärzte mit Corona-Impfungen bald überlastet?

Gemeinsam mit ihren Mobilen Impfteams* haben die Impfzentren bislang mehr als 7,5 Mio. Impfungen verabreicht. „Derzeit sind rund zwei Drittel der Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger mindestens einmal geimpft, mehr als die Hälfte der Menschen ist vollständig immunisiert, sodass wir nun mit gutem Gewissen den Betrieb der Zentralen Impfzentren einstellen können“, verkündet der Gesundheitsminister.

Bedeutet das nun, dass schon bald die Ärzte in Baden-Württemberg an ihre Grenzen geraten und durch die Impfungen völlig ausgelastet sein werden? Nein, denn es schließen nur die Zentralen Impfzentren, die Kreisimpfzentren (KIZ) wird es auch weiterhin geben.

Zweitimpfungen gibt es ab kommender Woche in den Kreisimpfzentren (KIZ) oder bei Vor-Ort-Impfaktion. Vielfach wird dafür auch kein Termin benötigt. Wer ein solches Angebot spontan nutzt, wird gebeten, Zweitimpftermin im Onlinebuchungssystem abzusagen. Direkt vor Ort wird informiert, wenn Kreisimpfzentrum die Zweitimpftermine übernehmen.

Baden-Württemberg: Zentrale Impfzentren werden geschlossen – manche werden zum KIZ

Bei der Planung für die Zeit ab 15. August wurde auf die jeweiligen Bedingungen vor Ort Rücksicht genommen. Einzelne Zentralen Impfzentren werden komplett geschlossen, andere Standorte werden in Form von Kreisimpfzentren (und damit mit geringerer Kapazität) weiter betrieben. An einzelnen Standorten ergeben sich durch Umstrukturierungen auch Veränderungen bei Kreisimpfzentren (KIZ). Was sich ändert:

  • Stuttgart: Das ZIZ Liederhalle Stuttgart wurde bereits zum 30. Juli geschlossen. Am Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart wird an Stelle des ZIZ ein Impfzentrum in der Größe von zwei KIZ weiterbetrieben.

    Landkreis Schwäbisch Hall: Das ZIZ Rot am See wird geschlossen. Im Kreis Schwäbisch Hall bleibt das KIZ Wolpertshausen bestehen.

    Ulm und Alb-Donau-Kreis: Am bisherigen Standort des ZIZ Ulm werden zukünftig zwei KIZ betrieben: Das KIZ Ulm wird mit dem KIZ Alb-Donau-Kreis zusammengelegt. Das bisherige KIZ Ehingen im angrenzenden Alb-Donau-Kreis stellt dafür den Betrieb ein.

    Landkreis Tübingen: Das ZIZ Tübingen schließt. Dafür öffnet in Tübingen in der Alten Archäologie (Wilhelmstraße 9) ein KIZ.

    Freiburg: Der Standort des bisherigen ZIZ Freiburg an der Messe wird als KIZ weiterbetrieben.

    Ortenaukreis: Am Standort des ZIZ Offenburg werden zukünftig zwei KIZ betrieben: Das bisher schon dort bestehende KIZ Offenburg wird künftig mit dem KIZ Lahr zusammengelegt. Der Standort Lahr wird geschlossen.

    Karlsruhe: Das ZIZ Karlsruhe wird geschlossen. Das KIZ in der Schwarzwaldhalle bleibt bestehen.

    Landkreis Karlsruhe: Die beiden KIZ im Landkreis Karlsruhe werden an den bisherigen Standorten in Sulzfeld und Bruchsal weiterbetrieben.

    Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis: Das bisherige ZIZ Heidelberg im Patrick-Henry-Village wird als Impfzentrum Rhein-Neckar weiterbetrieben, dafür werden das KIZ Weinheim und das KIZ Heidelberg geschlossen. Das KIZ in Sinsheim im Rhein-Neckar-Kreis bleibt erhalten.

Baden-Württemberg schließt Impfzentren: So soll es weitergehen mit den Corona-Impfungen

Die Kreisimpfzentren werden bis zum 30. September fortgeführt. Die Anzahl der Mobilen Impfteams werden ebenfalls reduziert, künftig werden 18 Mobile Impfteams an neun Standorten für den Einsatz im ganzen Land zur Verfügung stehen und können durch die Kreisimpfzentren angefordert werden. Gesundheitsminister Manne Lucha sagt dazu: „So können wir allen bisher noch nicht Geimpften bis Ende September weiterhin ein einfach zugängliches Impfangebot machen, an vielen Orten auch mit Vor-Ort-Impfaktionen direkt im eigenen Stadtteil, auf dem Supermarktparkplatz oder bei Freizeiteinrichtungen.“

Die Standorte der Mobilen Impfteams sind die folgenden Impfzentren: Stuttgart (RBK), Karlsruhe, Mannheim, Aalen, Pforzheim, Heilbronn, Freiburg, Friedrichshafen und Ulm.

„Die Mobilen Impfteams werden ab September auch die ersten Auffrischungsimpfungen für vulnerable Personen, im ersten Schritt die Höchstbetagten in Alten- und Pflegeheimen anbieten. (...) Außerdem prüfen wir aktuell, welche Möglichkeiten es gibt, auf einen möglichen kurzfristigen Bedarf an zusätzlichen Impfkapazitäten auch nach dem 30. September schnell zu reagieren“, so Lucha weiter. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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