Zahl der Neuinfektionen hat sich verdoppelt

Mehr Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg: Reiserückkehrer im Visier

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Baden-Württemberg: Die Anzahl der Neuinfektionen steigt. Liegt es an den Reiserückkehrern? Sie stehen im Fokus. Türkei, Kroatien, Spanien - wo stecken sich Urlauber an?

Die Sommerferien in Baden-Württemberg sind zur Hälfte rum. In zahlreichen anderen Bundesländern sind sie bereits Vergangenheit. Mit großer Sorge blicken Experten auf die aktuell steigenden Zahlen der Corona-Neuinfektionen. Wie echo24.de* berichtet hat, sind die Zahlen in Stuttgart bereits seit einigen Tagen auf dem Weg nach oben. Jetzt rücken die Reiserückkehrer immer mehr in den Fokus.

Wie das Landesgesundheitsamt in Baden-Württemberg auf Nachfrage mitgeteilt hat, lag die Zahl der Corona-Infizierten bei Reiserückkehrern im Zeitraum Juni bis August bei 2.000. Das sind 17 Prozent aller Neuinfektionen in dieser Zeit. Jetzt sieht‘s noch dramatischer aus.

Corona-Infektionen bei Reiserückkehrern: Heftiger Anstieg in Baden-Württemberg

Innerhalb der zurückliegenden zwei Wochen hat sich die Zahl verdoppelt. Demnach gab es 1.078 neue Corona-Fälle bei Reiserückkehrern aus verschiedenen Urlaubsregionen. Damit stieg deren Anteil auf erschreckende 32 Prozent. Aus den Unterlagen des Landesgesundheitsamtes, die echo24.de* vorliegen, zählen die Türkei, Kroatien, Spanien, Kosovo und Italien zu den Top 5 Infektionsorten im Ausland.

Land Anzahl der Angaben*
Türkei297
Kroatien271
Spanien221
Kosovo200
Italien148

*Angaben nach Stand 19. August, 16 Uhr

Da die Sommerferien in Baden-Württemberg noch bis zum 11. September andauern, rechnen die Experten in den kommenden Wochen mit einer weiteren Steigerung der Zahl der Corona-Neuinfektionen durch Reiserückkehrer. Für Urlauber gelten bereits seit 1. August deutliche strengere Regelungen. Bei Nichteinhaltung droht nicht nur ein Bußgeld.

Reiserückkehrer in Baden-Württemberg: Hochrisikogebiete und Quarantäne-Pflicht

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet, gelten gerade die Türkei, der Kosovo und Teile von Spanien als Hochrisikogebiet. Damit gilt für Ungeimpfte bei der Einreise nach Deutschland aus einem dieser Länder eine Quarantäne-Pflicht. Ein negativer Test ändert daran nichts. Erst wenn ein weiterer Test nach fünf Tagen erneut negativ ist, kann die Quarantäne beendet werden.

Die wichtigsten Punkte für Reiserückkehrer:

Anmeldepflicht: Reisende nach Voraufenthalt in einem Risikogebiet sind verpflichtet, die digitale Einreiseanmeldung unter einreiseanmeldung.de auszufüllen und die erhaltene Bestätigung bei Einreise mit sich zu führen.

Nachweispflicht: Reisende nach Voraufenthalt in einem Hochrisikogebiet müssen einen Test-, Impf- oder Genesenennachweise mit sich führen und im Falle der Inanspruchnahme eines Beförderers diesem den Nachweis zum Zwecke der Beförderung vorlegen. 

Quarantänepflicht: Personen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen sich grundsätzlich direkt nach Ankunft nach Hause - oder in eine sonstige Beherbergung am Zielort - begeben und zehn Tage lang absondern (häusliche Quarantäne). Bei Voraufenthalt in einem Virusvariantengebiet beträgt die Absonderungszeit vierzehn Tage.

Beendigung der Quarantäne: Die häusliche Quarantäne kann vorzeitig beendet werden, wenn ein Genesenennachweis, ein Impfnachweis oder ein negativer Testnachweis übermittelt wird. Die Quarantäne kann jeweils ab dem Zeitpunkt der Übermittlung beendet werden. Nach Voraufenthalt in Hochrisikogebieten kann eine Testung frühestens fünf Tage nach Einreise vorgenommen werden.

Die generelle Nachweispflicht gilt unabhängig von der Art des Verkehrsmittels und unabhängig davon, ob ein Voraufenthalt in einem Hochrisiko- bzw. Virusvariantengebiet stattgefunden hat. Bei Einreise aus Virusvariantengebieten gilt – vorbehaltlich sehr eng begrenzter Ausnahmen – ein Beförderungsverbot für den Personenverkehr per Zug, Bus, Schiff und Flug direkt aus diesen Ländern.

Reiserückkehrer und die Einstufung von Risikogebieten

Laut RKI erfolgt die Einstufung von Hochrisikogebieten und Virusvariantengebieten durch das Bundesministerium für Gesundheit im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat für Gebiete außerhalb der Bundesrepublik Deutschland, für die ein besonders erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 festgestellt wurde.

Hochrisikogebiete können demnach Gebiete mit besonders hohen Fallzahlen sein. Es kann sich auch um Gebiete handeln, in denen aufgrund quantitativer oder qualitativer Kriterien (Ausbreitungsgeschwindigkeit, geringe Testrate bei gleichzeitig hoher Positivitätsrate) Anhaltspunkte eines gefährlichen Infektionsgeschehens vorliegen. 

Ein Virusvariantengebiet ist dem RKI-Bericht nach ein Gebiet, für das festgestellt wurde, dass dort eine bestimmte, in der Bundesrepublik Deutschland noch nicht verbreitete Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 mit besorgniserregenden Eigenschaften auftritt. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kirsty O'connor/dpa

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