Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei

Omikron-Notfallplan für Pandemie-Eskalation in Baden-Württemberg steht

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Baden-Württemberg befürchtet wegen Omikron Engpässe in der kritischen Infrastruktur. Ein Experte spricht über Pandemie-Pläne, die im Notfall greifen.

Update, 29. Dezember: Die Corona-Variante Omikron ist in Baden-Württemberg weiter auf dem Vormarsch. Stand 28. Dezember sind laut Landesgesundheitsamt (LGA) 1.274 Fälle bekannt. Dabei handelt es sich sowohl um Verdachtsfälle als auch um Infektionen, welche per Vollgenom-Analyse bestätigt wurden. Die Sorge ist groß, dass sich die hochansteckende Virusmutation in ganz Baden-Württemberg noch weiter verbreitet und laut echo24.de* zu massiven Personalausfällen führen könnte.

Denn wenn sich zu viele Menschen im Land auf einmal infizieren und in Quarantäne müssen, könnte das zu Engpässen in der kritischen Infrastruktur führen. Zur kritischen Infrastruktur gehören beispielsweise Rettungsdienste, Feuerwehr, Polizei und alle Geschäfte des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Apotheken, usw.). Um diese Einrichtungen oder Institutionen auch im Falle einer 5. Corona-Welle mit Omikron am Laufen zu halten, existieren in Baden-Württemberg sogenannte Pandemie-Pläne.

Omikron in Baden-Württemberg: Ein Experte äußert sich zu Pandemie-Plänen

Über die hatte echo24.de* in der Erstmeldung vom 28. Dezember ausführlich berichtet. Auf Anfrage teilte das Innenministerium mit, dass im Pandemie-Notfall entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können. Aktuell sind in Baden-Württemberg beispielsweise schon Mitarbeiter der Bundeswehr im Einsatz und arbeiten in Impfstützpunkten oder helfen in Kliniken aus. Auf SWR-Anfrage teilte die Landesregierung mit, dass man gut vorbereitet ist und bei Bedarf noch weitere Maßnahmen ergreifen könnte.

Welche Maßnahmen das sind, weiß Hermann Schröder, Abteilungsleiter für Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement in Baden-Württemberg. Ziel sei es, Personalengpässe auszuschließen – insbesondere bei Energieversorgern, bei der Lebensmittelversorgung, bei der Feuerwehr, allen Rettungsdiensten sowie bei der Polizei und dem Katastrophenschutz. Auf SWR.de sagt Schröder, dass man gerade in sensiblen Bereichen wie in Rettungsleitstellen oder bei Energieversorgern überlege, Kollegen aus dem Ruhestand wieder zum Dienst zu bitten. 

Im äußersten Fall könne es auch sein, dass man Mitarbeiter, die symptomfrei in Quarantäne seien, in den Dienst rufen müsse, wenn sie dort ohne Kontakt zu Kollegen arbeiten könnten. Im Pandemie-Notfall kann neben der Bundeswehr zudem auch das Technische Hilfswerk oder der Katastrophenschutz in Baden-Württemberg unterstützen. In Rettungsdiensten kann zudem in einigen Bereichen auf ehrenamtliche Helfer zurückgegriffen werden.

Omikron in Baden-Württemberg – Notfallpläne sollen Engpässe verhindern

Erstmeldung, 28. Dezember: Die rasant steigende Zahl an Omikron-Fällen in Baden-Württemberg ist für Experten ein Anlass zur Sorge. Der Grund: Erkranken zu viele Menschen auf einmal an Corona, kann es besonders in der kritischen Infrastruktur zu einigen Engpässen im Personal kommen. Gerade in ohnehin schon unterbesetzten Berufen wie der Pflege wären sehr viele Ausfälle eine Katastrophe. Die Bundesregierung hatte die Länder daher angewiesen, ihre Pandemie-Pläne zu aktivieren und sich auf Omikron vorzubereiten.

Berichten von echo24.de* zufolge gibt es in Baden-Württemberg (Stand 27. Dezember) insgesamt 980 bestätigte Fälle der Omikron-Variante aus Südafrika*. Vor einer Woche waren es noch 157 Fälle. Steigt die Zahl an Omikron-Infizierten im Land weiter so schnell an, könnte es nach Berechnungen von SWR.de in zwei Wochen mehr als 30.000 Omikron-Fälle allein in Baden-Württemberg geben. Damit es in systemrelevanten Berufen nicht zu Engpässen kommt, gibt es für bestimmte Berufe Vorgaben.

Omikron in Baden-Württemberg: So soll auf mögliche Engpässe reagiert werden

Auf Anfrage von echo24.de* teilte das Innenministerium mit, dass staatliche Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wie Feuerwehr oder Polizei schon seit Beginn der Corona-Pandemie mit Blick auf die Einsatzbereitschaft verschiedene Maßnahmen getroffen haben. „Die Feuerwehren haben ihren Ausbildungs- und Übungsdienst auf ein unabwendbares Minimum reduziert“, sagte ein Sprecher. Innerhalb der Organisationen müssen sich Beschäftigte an strenge Hygienemaßnahmen halten.

Einsatzkräfte der Feuerwehr gehören wie Polizisten und Mitarbeiter im Rettungsdienst zur kritischen Infrastruktur (Symbolbild).

Sollte es dennoch in einer Region in Baden-Württemberg zu einem Engpass in der zuständigen Feuer- oder auch Polizeidienststelle kommen, könnten Einheiten aus Nachbargemeinden Einsätze übernehmen, heißt es auf SWR-Anfrage. Die Pandemie-Pläne sehen in Baden-Württemberg zudem vor, dass Feuerwehrleute im Privatfahrzeug zum Einsatzort fahren könnten, sollte es zu Engpässen mit Blick auf Corona-Infektionen kommen. Solche Pläne gibt es auch für die Rettungsdienste im Land.

Omikron in Baden-Württemberg: Der Notfallplan für die Rettungsdienste steht

Sollten die Rettungsdienste in Baden-Württemberg überlastet sein – egal ob durch Engpässe oder mehr Einsatzvolumen – könnten laut Innenministerium ehrenamtliche Helfer die Rettungsdienste unterstützen. Im Notfall können zudem Soldaten der Bundeswehr die vorhandenen Kräfte unterstützen – zum Beispiel im Krankenhaus, im Rettungsdienst oder auch im Gesundheitsamt. Nach SWR-Informationen sind aktuell schon 270 Bundeswehrkräfte in Baden-Württemberg im Corona-Einsatz.

Die Soldaten sind vorwiegend in Impfstützpunkten sowie in Gesundheitsämtern im Einsatz. Aber auch in Kliniken helfen Kräfte der Bundeswehr aktuell aus. Im Zuge der Corona-Pandemie setzt das Land zudem verstärkt auf Homeoffice, wo möglich. Das betrifft in erster Linie Bürostellen wie zum Beispiel Polizisten im Innendienst oder auch Mitarbeiter in staatlichen Behörden. Alle Einsatz- und Dienststellen in Baden-Württemberg seien zudem mit Infektionsschutzmaterialien ausgestattet, heißt es auf echo24.de-Anfrage.

Omikron in Baden-Württemberg: Innenministerium äußert sich zu Notfallplänen

„Mit Stand heute (21. Dezember 2021, Anm. d. Red.) gehen wir davon aus, dass die bereits ergriffenen Maßnahmen in der Pandemie sowohl Ablauf-organisatorisch als auch organisationsbezogen, einen Dienstbetrieb gewährleisten werden.“ Sämtliche Maßnahmen würden aber wiederholt geprüft und könnten – sofern erforderlich – noch weiter optimiert oder ergänzt werden. Hoffnung macht aktuell ein neuer Impfstoff. Die Wirksamkeit von Novavax gegen ‚Omikron‘ erstaunt laut HEIDELBERG24* Forscher *echo24.de und HEIDELBERG24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © David Inderlied/dpa/Symbolbild

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