„Ungleichgewicht der Schutzmaßnahmen“

Baden-Württemberg: Testpflicht für Ungeimpfte mit Kundenkontakt – bald bundesweit?

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Baden-Württemberg hat in seiner neuen Corona-Verordnung eine Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte mit Publikumskontakten verankert. Jetzt fordert das Land die Regel auch bundesweit:

Eigentlich ein klarer Fall: Wer in einem Restaurant essen oder in einer Bar etwas trinken möchte, muss nachweisen, dass er entweder geimpft und genesen ist oder kürzlich negativ auf das Coronavirus* getestet wurde. Neben der Gastronomie herrscht in vielen weiteren Bereichen des öffentlichen Lebens die Nachweispflicht für Innenräume ‒ etwa in Kulturbetrieben oder Fitnessstudios. Nur die galt bislang fast ausnahmslos für Kunden. Für Beschäftigte mit Außenkontakten griff die 3G-Regel oft nicht.

Baden-Württemberg: Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte mit Außenkontakten

Das hat Baden-Württemberg* jetzt geändert, berichtet HEIDELBERG24*. In seiner neuen Corona-Verordnung* hat das Bundesland eine explizite Testpflicht für „Beschäftigte, die im Rahmen ihrer Tätigkeit direkten Kontakt zu externen Personen“ haben, eingeführt. Wer nicht voll geimpft oder genesen* ist und im Publikumsverkehr arbeitet, soll künftig die vom Arbeitgeber angebotenen Tests wahrnehmen oder sich zwei Mal pro Woche anderweitig testen lassen, heißt es in §18 der Verordnung, die seit Donnerstag (16. September) in Kraft ist.

BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl11,07 Millionen (2019, Eurostat)
Fläche35.751 km²
LandeshauptstadtStuttgart
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

Wird in Baden-Württemberg die Warnstufe (250 Covid-Intensivpatienten/Hospitalisierungsinzidenz 8) oder die Alarmstufe (390 Covid-Intensivpatienten/Hospitalisierungsinzidenz 12) erreicht, sind nicht immunisierte Beschäftigte mit Außenkontakten künftig verpflichtet, sich regelmäßig zu testen. Bislang stand es Mitarbeitenden frei, ob sie eine Test durchführen oder nicht. Im Südwesten gilt die Testpflicht auch für Selbstständige im Publikumsverkehr. Nachweise müssen vier Wochen aufbewahrt werden.

Baden-Württemberg fordert bundesweite Testpflicht für Beschäftigte mit Publikumsverkehr

Jetzt mach sich Baden-Württemberg für eine bundesweite Testpflicht von Beschäftigten und Selbstständigen ohne Impf- oder Genesenennachweis stark, wenn sie im Publikumsverkehr tätig sind. Kunden und Besucher müssten in fast allen Innenräumen einen Nachweis über Impfung, Test oder Genesenenstatus erbringen, heißt es in einem Antrag des Bundeslands für die Gesundheitsministerkonferenz, berichtet die dpa. Der Antrag soll bis Freitag (17. September) auf der Konferenz in Würzburg beraten werden.

Auch für Beschäftigte mit Kundenkontakt gilt in Baden-Württemberg jetzt die Testpflicht.

Für Beschäftigte der jeweiligen Branchen gelten jedoch weiterhin keine 3G-Pflichten“, so der Antrag. Arbeitgeber hätten Beschäftigten jenseits vom Homeoffice zwar mindestens zweimal pro Woche Tests anzubieten. Die Mitarbeitenden müssten das Angebot aber nicht annehmen. Gerade bei beruflichen Tätigkeiten, bei denen die Beschäftigten mit von der 3G-Pflicht Betroffenen Kontakt hätten, gebe es „ein Ungleichgewicht der Schutzmaßnahmen“.

Andere Länder gehen in Sachen Impfschutz und Testpflicht am Arbeitsplatz einen deutlichen Schritt weiter: Italien hat jüngst die Ausweitung des „Grünen Passes“ beschlossen. Alle Beschäftigte im privaten und öffentlichen Bereich müssen künftig eine Impfung oder einen negativen Coronatest vorlegen, um zur Arbeit zu gehen. Ab dem 15. Oktober darf man seiner Arbeit in Büros, Behörden, Gastronomie oder Geschäften ohne entsprechenden Nachweis nicht mehr nachgehen. (rmx mit Material von dpa) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt

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