Blitzeinschlag verursacht Vollbrand

Extrem-Unwetter in Baden-Württemberg: 25 Meter-Baukran fällt auf Wohnhaus

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  • Jason Blaschke
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  • Julia Thielen

Ein Unwetter wütete am Montag in Baden-Württemberg. Vielerorts sorgten Starkregen, Sturm sowie riesige Hagelkörner für Chaos und Verwüstung.

Update, 29. Juni, 21:40 Uhr: Ein heftiges Unwetter mit Starkregen und Sturmböen ist in der Nacht zum Dienstag über Baden-Württemberg hinweggezogen und hat für zahlreiche Schäden gesorgt. Umgestürzte Bäume, überflutete Straßen und vollgelaufene Keller beschäftigten Helfer bei Dutzenden Einsätzen im ganzen Land auch den Dienstag über noch.

Landesweit waren nach Angaben des Innenministeriums rund 4.000 Einsatzkräfte aufgrund des Unwetters aktiv, bei der Polizei im Land gingen rund 1.100 Notrufe ein, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Besonders betroffen von dem Unwetter waren demnach der Großraum Stuttgart und die Kreise Reutlingen und Calw. Neue Regenschauer am Dienstagnachmittag fielen nicht so heftig aus, richteten aber fast genau so viel Schaden an.

Extrem-Unwetter in Baden-Württemberg: Heftige Windböen bringen Baukran zu Fall

Infolge starker Windböen kippte am Dienstag in Meersburg (Bodenseekreis) ein etwa 25 Meter hoher Baukran um. Der Kran schlug auf dem Dach eines dreigeschossigen Wohnhauses auf und beschädigte dadurch eine der Dachgeschosswohnungen erheblich. Während der Turm des Krans auf dem Wohnhaus zum Liegen kam, schlug der Kranausleger in den Gärten der dahinterliegenden Grundstücke ein.

Hierbei beschädigte er mindestens drei weitere Wohngebäude. Glücklicherweise wurde bei dem Vorfall niemand verletzt, da die Bewohner der Dachgeschosswohnung, laut dpa, zum Zeitpunkt des Unglücks nicht zu Hause waren. Eine Bergung des Baukrans dürfte nach Auskunft der Polizei aufwendig werden und wird längere Zeit in Anspruch nehmen.

Extrem-Unwetter in Baden-Württemberg: So schlimm war es in einigen Regionen

Update, 29. Juni, 9:45 Uhr: Überflutete Keller, Blitzeinschläge und umgestürzte Bäume: Auch in Heilbronn musste die Feuerwehr am Montagabend zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Im Stadtkreis wurde die Feuerwehr zu 32 Einsätzen gerufen, im Landkreis seien es 81 gewesen, erzählt Feuerwehrkommandant Fabian Müller der Heilbronner Stimme in Bezug auf das extreme Unwetter, das gestern ganz Baden-Württemberg fest im Griff hatte.

Extrem-Unwetter in Baden-Württemberg: Blitzeinschlag in Heilbronn

Vom Unwetter in Baden-Württemberg* betroffen waren laut Müller in erster Linie Untergruppenbach, Ilsfeld, Weinsberg sowie der Osten von Heilbronn. Für Aufregung sorgte ein Blitzeinschlag in Wüstenrot-Neuhütten, der einen Wohnhausbrand zur Folge hatte. Der Feuerwehr gelang es Berichten von 7aktuell.de zufolge zunächst nicht, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Mittlerweile ist ein weiteres Einsatzfahrzeug der Feuerwehr zur Unterstützung vor Ort, die Löscharbeiten dauern an.

Verletzt wurde durch den Blitzeinschlag in Wüstenrot-Neuhütten zum Glück niemand. Wegen der andauernden Löscharbeiten muss die Öhringer Straße zeitweise gesperrt werden. Fraglich ist aktuell, ob das vom Blitz getroffene Gebäude noch gerettet werden kann. Glimpflicher ist ein Blitzeinschlag in einem Gebäude auf der Allee in Heilbronn ausgegangen. Am Gebäude ist laut Polizei nur ein sehr geringer Sachschaden entstanden, verletzt wurde niemand.

In Wüstenrot-Neuhütten ist ein Blitz in ein Wohnhaus eingeschlagen. Die Feuerwehr musste mit mehreren Fahrzeugen anrücken.

Nach Extrem-Unwetter in Baden-Württemberg: Chaos und Verwüstung

Update, 29. Juni, 8:20 Uhr: Starkregen, Sturm und riesige Hagelkörner: Extreme Gewitter haben in vielen Regionen von Baden-Württemberg Straßen überschwemmt, Bäume umgestürzt und Keller überflutet. Besonders heftig waren die Unwetter Berichten der Deutschen-Presse-Agentur DPA zufolge im Kreis Calw, wo Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei am Montagabend im Dauereinsatz waren. Überflutete Straßen, überlaufende Gullys und Erdrutsche in der Gemeinde Altensteig sind in Calw die Unwetter-Bilanz.

Extrem-Unwetter in Baden-Württemberg: Polizei und Feuerwehr im Dauereinsatz

Aber auch die Landeshauptstadt Stuttgart* wurde vom Unwetter nicht verschont. Heftige Böen deckten Teile des Opernhauses ab, teilte Intendant Viktor Schoner der DPA am Abend mit. „Ich stehe unter dem Dach und werde ganz schön nass“, sagte er. Verletzt wurde in der Stuttgarter Oper zum Glück niemand. Ebenfalls vom Extrem-Unwetter in Baden-Württemberg in Atem gehalten wird die Deutsche Bahn, die unter anderem mit einem umgestürzten Baum auf der Strecke zwischen Stuttgart und Ulm kämpft.

Der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Calw, Udo Zink, sprach von ziemlich heftigen Überschwemmungen. Vor allem der Süden und Osten des Kreises seien besonders betroffen. Bäume würden auf Straßen und Gleisen liegen, Keller seien vollgelaufen. Zudem sei die Leitstelle personell verstärkt worden. Er sprach von 150 Einsätzen in zwei Stunden. Personen sind nach ersten Erkenntnissen nicht zu Schaden gekommen. Das ganze Ausmaß der Schäden wird sich erst noch zeigen.

Extrem-Unwetter in Baden-Württemberg: Gewitter auch am Dienstag – DWD warnt

Fakt ist, dass neben der Region Calw auch die Gemeinde Bösingen im Kreis Rottweil mit Starkregen und Hagel am Montagabend zu kämpfen hatte. Aufnahmen im Netz zeigen, wie Autos in den Eis- und Wassermassen versinken. Ein Sprecher der Polizei berichtete der DPA von 40 Einsätzen allein in der Gemeinde. Zeitweise waren sogar alle Notrufleitungen im Kreis Reutlingen überlastet, eine Notrufaufnahme konnte im Zweifelsfall bis zu fünf Minuten dauern.

Überstanden haben die Menschen die Unwetter in Baden-Württemberg* noch nicht. Ein weiterer Gewitterkomplex zieht von der Schweiz aus in Richtung Bodensee und Oberschwaben. Der Deutsche Wetterdienst DWD warnt auch am Dienstag vor „Großhagel“ und teils „heftigem Starkregen“ von 30 bis 40 Litern pro Quadratmeter. Erst in der Nacht auf Mittwoch sollen die Gewitter über Baden-Württemberg abziehen. Der Regen wird die Menschen im Südwesten aber noch ein paar Tage begleiten.

Extrem-Unwetter in Baden-Württemberg: Eis- und Wassermassen – Autos versinken

Erstmeldung, 28. Juni: Die Bilder und Videos in den sozialen Netzwerken überschlagen sich. Beinahe im Sekundentakt kann man den Zug der verheerenden Unwetter-Zelle über Baden-Württemberg verfolgen. Hagel und Starkregen sorgen am Montagabend, 28. Juni, für Chaos im Südwesten. Straßen sind überflutet, große Hagelkörner tauchen andernorts die Landschaft sekundenschnelle in eine weiße Decke aus Eis, wie echo24.de* berichtet.

Einige Regionen in Baden-Württemberg hatten am Montag mit extremen Wassermassen zu kämpfen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits vorab vor den heftigen Unwettern gewarnt und sogar von „Lebensgefahr“ aus bestimmten Gründen gesprochen. Am Nachmittag waren Gewitter, Sturm, Starkregen und Hagel aus dem Südwesten des Landes aufgezogen und hatten nach und nach eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Bilder auf Twitter zeigen beispielsweise Autos, die metertief im Wasser stehen.

Baden-Württemberg: Extrem-Unwetter sorgt für Überflutungschaos

Besonders heftig traf es zunächst offenbar die Landkreise Calw,Freudenstadt und Rottweil - hier hatte auch der DWD die höchste Warnstufe ausgerufen. Stimmen die Informationen auf den sozialen Netzwerken, ist im Landkreis Reutlingen sogar der Notruf wegen des Unwetters überlastet.

Ein Sprecher der Polizei Pforzheim bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur überflutete Straßen, überlaufende Gullideckel und Erdrutsche in der Gemeinde Altensteig. Ein Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Altensteig sprach von ziemlich heftigen Überschwemmungen. In der Gemeinde Wildberg würden zudem Bäume auf den Gleisen liegen. Wie heftig die Schäden und Ausmaße des Unwetters sind, war zunächst unklar.

Überschwemmungen in Reutlingen sind nur eine der schweren Folgen des heftigen Unwetters über Baden-Württemberg.

Da die Unwetter auch weiterhin über das Land fegen, empfiehlt der DWD dringend, sich nicht im Freien aufzuhalten. Auch über der Landeshauptstadt Stuttgart brodelt es nun gewaltig. Überhaupt hat sich die Gewitterzelle bis zum Abend auf die Mitte Baden-Württembergs eingeschossen.

Unwetter über Baden-Württemberg: Überflutungen und Hagelschlag

Bis zu 70l/m² können dort nun ebenfalls herabprasseln, wie es in der amtlichen Warnung des DWD heißt. Es muss zudem mit „schweren Sturmböen“ gerechnet werden - auch Hagelkörner von bis zu 4 Zentimetern Größe können herunterknallen.

Schon seit mehreren Wochen hält das Wetter in Baden-Württemberg böse Überraschungen bereit. Überflutungen und Hagelschlag* sorgten erst am Mittwoch der vergangenen Woche für Chaos.

Baden-Württemberg: Zuletzt immer wieder heftige Unwetter

Anfang Juni waren Polizei und Feuerwehr beispielsweise schon einmal in Heilbronn im Dauereinsatz*. Auch hier hatte es massive Überschwemmungen gegeben. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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