Schulöffnungen in Baden-Württemberg

Trotz Mutationen in Baden-Württemberg: Schulstart – Regeln überraschen

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  • Julia Cuprakowa
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Heute öffnen Kitas und Kindertagespflege in Baden-Württemberg vollständig - Grundschulen starten mit einem Wechselmodell.

  • Am 10. Februar haben Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten.
  • Die Öffnung von Schulen und Kitas war ein zentrales Thema des virtuellen Corona-Gipfels.
  • In Baden-Württemberg öffnen Kitas, Kindertagespflege und Grundschulen am 22. Februar.

+++ Den aktuelle Stand (30. März) zu den Schulöffnungen findet ihr hier +++

Update vom 19. Februar: Am Montag ist es so weit! Nach neun Wochen Fernunterricht im Corona-Lockdown öffnen in Baden-Württemberg am 22. Februar Kitas und Kindertagespflege vollständig, Grundschulen starten mit einem Wechselmodell. Das berichtet echo24.de*.

Baden-Württemberg: Schulstart am Montag - überraschende Regeln

Bedeutet: Der Präsenzunterricht in Grundschulen findet im Wechsel mit Fernunterricht statt - also ähnlich wie die Regelung im ersten Lockdown 2020. Hinzu kommen Abschlussklassen, auch sie werden ab Montag im Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht unterrichtet. Darüber informiert auch heidelberg24.de*.Die Schulen entscheiden dabei selbst über den Umfang des Präsenzangebots. 

Doch woher wissen Grundschüler und deren Eltern wann Präsenzunterricht und wann Fernunterricht auf dem Stundenplan steht? Per Brief, E-Mail oder Telefon haben die Eltern laut StN.de bereits die Information darüber erhalten, in welchem Rhythmus die Kinder unterrichtet werden. Der Plan: Auf eine Woche Fernunterricht folgt eine Woche Präsenzunterricht. Die Arbeitsmaterialien für den Fernunterricht sollen die Schüler jeweils freitags zuvor erhalten.

Schulöffnungen in Baden-Württemberg: Grundschulen starten am 22. Februar

Doch was so strukturiert und einfach klingt, hat auch seine Tücken. Denn: Die Grundschulen in Baden-Württemberg dürfen auch täglich zwischen Präsenz- und Fernunterricht wechseln - oder sogar an einem Tag zwischen Vormittag und Nachmittag. Die Vorgabe des Landes: Mindestens zehn Stunden Unterricht soll es für die Grundschüler pro Woche geben.

Konzept des Kultusministeriums für den Wiedereinstieg im Überblick:

  • An den Grundschulen soll ab dem 22. Februar 2021 ein Wechselbetrieb mit je zwei Klassenstufen pro Woche starten. Zwei Klassenstufen sollen dabei jeweils in die Präsenz kommen, die beiden anderen Klassenstufen lernen von zu Hause aus. Dabei sollen die Klassen, die im Präsenzunterricht an den Schulen sind, jeweils geteilt werden. 
  • Beispielsweise könnten in der letzten Februarwoche die Klassenstufen 1 und 3 und in der ersten Märzwoche die Klassenstufen 2 und 4 Präsenzunterricht erhalten. Die zwei Klassenstufen, die in Präsenz unterrichtet werden, können auch anders gekoppelt werden. Hier erhalten die Schulen schulorganisatorisch den nötigen Spielraum, um den Gegebenheiten vor Ort möglichst gut Rechnung tragen zu können.
  • Der Präsenzunterricht soll in möglichst konstanten Gruppen (Kohortenprinzip) erfolgen.
  • Vorrang haben die Fächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht sowie in Klassenstufe 4 die Vorbereitung auf den Übergang auf die weiterführende Schule. Sportunterricht findet nicht statt
  • Der Präsenzunterricht soll jeweils mindestens 10 Unterrichtsstunden pro Woche umfassen, gerne aber auch mehr, wenn dies die Schule ermöglichen kann. Ergänzt wird der Präsenzunterricht durch Lernmaterialien für alle Klassenstufen im Fernlernen.
  • Es wird weiterhin eine Notbetreuung geben für diejenigen Kinder, die jeweils nicht im Präsenzunterricht sind und Anspruch auf Notbetreuung haben.
  • Für die Schülerinnen und Schüler besteht weiterhin keine Präsenzpflicht, das heißt, die Eltern können wie bisher darüber entscheiden, ob die Schulpflicht in Präsenz oder im Fernlernen erfüllt wird. 

Baden-Württemberg: Unterricht in Grundschulen in Wechselmodell - Regelung überrascht

Um die Grundschulklassen, die ab Montag in Baden-Württemberg teilweise wieder im Präsenzunterricht unterrichtet werden, möglichst klein zuhalten, können die Klassen halbiert werden. Lehrer sollen dann auf Notbetreuung, Laufgemeinschaften beim Schulweg oder Geschwister achten - keine leichte organisatorische Aufgabe.

Doch zwei Regelungen überraschen - besonders im Vergleich mit den Schulöffnungen nach dem ersten Lockdown! Für die Grundschulen besteht am Schulstart am Montag, 22. Februar, keine Maskenpflicht und auch keine Abstandsregelung mehr. Masken können freiwillig getragen werden: Lehrer haben vom Land FFP2-Masken erhalten. Trotzdem: Es wird empfohlen, dass die Grundschüler auch in den Klassenräumen einen Mindestabstand von 1,5 Meter einhalten.

Schulöffnungen nach Corona-Gipfel: So geht es in Baden-Württemberg weiter

Erstmeldung vom 11. Februar: Am 10. Februar fand der virtuelle Corona-Gipfel* von Bund und Ländern statt. Wie echo24.de* berichtet, war die Öffnung von Schulen und Kitas eines der zentralen Themen. Bundeskanzlerin Angela Merkel plädierte für eine bundeseinheitliche Lösung. Allerdings gingen die Meinungen der Länderchefs über ein konkretes Öffnungsdatum teils weit auseinander. Daher wurde beschlossen, dass jedes Bundesland individuell über die Öffnung von Kitas und Schulen entscheidet.

Im Anschluss an die Gespräche äußerte sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu den Beschlüssen des Corona-Gipfels und zum weiteren Vorgehen in einer Erklärung. Und kaum ist die Entscheidung für die Öffnung von Schulen und Kitas gefallen, äußert sich Kultusministerin Susanne Eisenmann und stellt einen Fahrplan für die Schulöffnungen vor. Wie die Deutsche-Presse-Agentur (dpa) berichtet, sollen Grundschulen nach den Faschingsferien mithilfe eines Wechselmodells öffnen.

Das Konzept für den Wiedereinstieg in den Präsenzbetrieb an den Grundschulen in Baden-Württemberg liege bereits vor, so Ministerin Eisenmann. Es orientiere sich an den Regelungen, die auch im ersten Lockdown im vergangenen Jahr zum Ende der Pfingstferien galten. „Im Kern geht es um einen Wechselbetrieb, in welchem jeweils zwei Klassenstufen in die Präsenz kommen und die beiden anderen Klassenstufen von zu Hause aus lernen.“ Es wird also eine Art Teil-Home-Schooling geben.

Außerdem sollen die Schulen wieder einzelne Schülerinnen und Schüler in den Präsenzunterricht einbeziehen können, die über den Fernunterricht nicht erreicht werden konnten oder Schwierigkeiten beim Fernlernen haben. Diese Möglichkeit gilt sowohl in den Grundschulen wie auch an den weiterführenden und den beruflichen Schulen.

Nach Corona-Gipfel: Schulöffnungen in Baden-Württemberg - Grundschulen sollen mit Schutzmasken ausgestattet werden

Nachdem das Sozialministerium am 21. Januar 2021 kurzfristig mitgeteilt hatte, dass die Schutzmasken des Typs KN95 von der DEKRA GmbH qualitätsgeprüft sind, hat das Kultusministerium umgehend alle Schritte eingeleitet, um den Versand an die Grundschulen zu veranlassen. Das dortige Personal soll mit den Schutzmasken ausgestattet werden. Die Masken, die dabei an die Grundschulen gehen, sind laut Sozialministerium als uneingeschränkt tauglich für den Einsatz in den Schulen beurteilt worden.

Die Versandaktion an die rund 2.500 Grundschulen in öffentlicher und privater Trägerschaft im Land ist so gut wie abgeschlossen. Eine Maskenpflicht im Unterricht an den Grundschulen wird seitens der Landesregierung Baden-Württemberg allerdings weiterhin nicht angestrebt - aus pädagogischen und wissenschaftlich begründeten infektiologischen Gründen. Freiwillig kann eine Maske aber selbstverständlich getragen werden, heißt es in einer Mitteilung des Kultusministeriums.

Schulöffnungen nach Corona-Gipfel: Das ist der Plan für Baden-Württemberg

In seiner Erklärung zum Corona-Gipfel* hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann bereits angekündigt, dass Grundschulen ab 22. Februar wieder öffnen werden, sofern es die Infektionszahlen in Baden-Württemberg* zulassen. Und nicht nur die Grundschüler könnten bald wieder Präsenzunterricht bekommen. „Auch die Abschlussjahrgänge sollen wechselweise zurückkehren“, erklärt ein Sprecher des Kultusministeriums auf Anfrage der dpa zu den Schulöffnungen.

Sofern es die Infektionszahlen zulassen, werde es auch an weiterführenden Schulen Präsenzunterricht im Wechselbetrieb geben, so der Sprecher des Kultusministeriums weiter. Der Beschluss von Bund und Ländern, der eine Verlängerung des Lockdowns mit den Kontaktbeschränkungen bis zum 7. März vorsieht, lässt Schulöffnungen in Baden-Württemberg theoretisch zu. Die Länderchefs hatten sich am 10. Februar mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ein individuelles Vorgehen geeinigt.

Kultusministerin Susanne Eisenmann will Grundschulen schon im Februar wieder öffnen. Einen genauen Fahrplan gibt es bereits (Archivbild).

Schulöffnungen nach Corona-Gipfel: Perspektive für weiterführende Schulen?

Wörtlich heißt es im Beschlusspapier: „Die Länder entscheiden im Rahmen ihrer Kultushoheit über die schrittweise Rückkehr zum Präsenzunterricht und die Ausweitung des Angebots der Kindertagesbetreuung.“ Ergänzend dazu erklärt der Sprecher des Kultusministeriums von Baden-Württemberg weiter: „Um mittelfristig auch weitere mögliche Öffnungsschritte ermöglichen zu können, müssen wir die Teststrategie mit anlasslosen Corona-Schnelltests deutlich erweitern.“

Im Kultusministerium wird deshalb über sogenannte „Schnelltestzentren“ in Baden-Württemberg nachgedacht, in welchen sich Beschäftigte von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen kostenlos testen lassen können. In solchen Schnelltestzentren könnten sich laut Kultusministerium zudem auch andere Berufsgruppen auf Covid-19 testen lassen. Der Sprecher von Eisenmann bezeichnet die Testzentren als ein „niederschwellig zugängliches Testangebot“. *echo24.de und heidelberg24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Robert Michael / DPA

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