Maskenpflicht in Clubs und Diskotheken

Feiern im Club bald ohne Maske: Strenge Corona-Regel macht es möglich

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Ungeimpfte müssen in Baden-Württemberg in Clubs künftig einen PCR-Test vorzeigen – doch genau deswegen könnte die Maskenpflicht dort schon bald fallen. 

Update, 17. August, 19 Uhr: Trinken, tanzen, feiern - das wird mit der neuen Corona-Verordnung für Baden-Württemberg zumindest theoretisch wieder möglich. Denn die neuen Pandemie-Regeln orientieren sich nicht mehr an der Inzidenz. Vor allem Geimpfte haben seit gestern (16. August) im Südwesten ein leichteres Leben, aber auch Genesene und Getestete können die nächste Zeit mit deutlich weniger Einschränkungen genießen. Sogar Clubs und Discos dürfen wieder öffnen, doch mit dem ursprünglichen Plan in der neuen Verordnung war die Betreiberszene nicht glücklich.

Denn das Regelwerk sah für Club-Besucher in geschlossenen Räumen bisher eine Maskenpflicht vor. Wie echo24.de* berichtet, hatten sich die Clubbetreiber dagegen heftigst gewehrt. Viele hatten am Montag angekündigt, ihre Clubs unter diesen Umständen nicht öffnen zu können, da durch die Maskenpflicht in Innenräumen der Charakter des „Club-Feelings“ verloren gehe und deshalb Gäste ausbleiben würden. Deshalb hat das Gesundheitsministerium heute (Dienstag) nochmals mit den Vertretern der Club-Szene und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) gesprochen.

Baden-Württemberg: Maskenpflicht in Clubs - unter diesen Bedingungen entfällt sie

Besonders erfreulich: Bei diesem Treffen konnten sich alle Teilnehmer auf neue Regeln einigen. Die besagen, dass unter gewissen Umständen tatsächlich auch in Innenräumen die Maskenpflicht auf der Tanzfläche sowie im Sitzbereich - also an der Bar oder an Tischen - entfallen kann.

  • Die Branche wird ein ausgefeiltes Muster-Hygienekonzept erstellen. An dieses müssen sich die Clubs landesweit halten.
  • In Clubs, die kein ausreichendes Lüftungskonzept haben, gilt nun die 2-G-Regel. Das bedeutet, nur Geimpfte und Genesene dürfen rein. Außerdem dürfen die Betreiber diese Clubs zu maximal 70 Prozent auslasten.
  • In Clubs und Discos, die über ein ausreichendes Lüftungssystem verfügen, dürfen wieder 100 Prozent der Gäste kommen - unter Einhaltung der 3-G-Regel. Bedeutet, auch Feierwütige ohne Impfung aber mit negativem PCR-Test dürfen ohne Maske abtanzen.
  • Immer gilt: Besucherinnen und Besucher müssen sich über die Luca-App oder eine andere vergleichbare App registrieren, damit eine Kontaktpersonennachverfolgung möglich ist.
  • Außerdem unterstützen die Clubbetreiber die Kampagne #dranbleibenbw des Gesundheitsministeriums. Bedeutet: In vielen Partylocations wird es Einzelaktionen zum Impfen geben. Das gemeinsame Ziel ist es, die Impfquote schnell hoch zu treiben, damit der aufwändige PCR-Test nicht mehr benötigt wird.

Ab wann die neuen Regeln nun gelten, hat das Gesundheitsministerium bisher nicht bekanntgegeben. Allerdings wollen viele Clubs erst im September öffnen, da sie Zeit zur Vorbereitung benötigen.

Baden-Württemberg: Maskenpflicht in Clubs und Diskotheken wohl bald Geschichte

Erstmeldung, 17. August, 12:30 Uhr: Seit Montag, den 16. August, gibt es in Baden-Württemberg dank der neuen Verordnung* einheitliche Corona-Regeln, die sich nicht mehr nach der Inzidenz* richten. Vor allem für Geimpfte wird das Leben in der Pandemie leichter, denn wer gegen das Coronavirus vollständig geimpft ist, erhält im Südwesten überall Zutritt. Ganz anders sieht es für Ungeimpfte aus: Wer nicht geimpft ist, muss ab sofort in nahezu jedem Bereich des gesellschaftlichen Lebens einen Corona-Test vorlegen, um teilnehmen zu dürfen. Ausnahmen gibt es bei der Testpflicht nur für private Feiern*, wie echo24.de* berichtet.

Richtig teuer und aufwendig wird es für ungeimpfte Club-Besucher: Wer tanzen gehen möchte, muss nicht nur einen Schnelltest vorweisen, sondern einen negativen PCR-Test*. Und der kostet laut den Krankenkassen etwa 60 Euro. Doch die neue Corona-Verordnung ermöglicht es so immerhin, dass Diskotheken, Theateraufführungen und andere Veranstaltungen in Innenbereichen wieder „unter Vollauslastung“ besucht werden können.

Neben der PCR-Testpflicht für Ungeimpfte gibt es in den Clubs momentan auch noch eine Maskenpflicht – doch das könnte sich schon bald ändern. Das Sozialministerium teilte am Montag in Stuttgart mit, dass für Innenräume laut der Corona-Verordnung zwar grundsätzlich eine Maskenpflicht gelte, es aber Ausnahmen geben soll.

Baden-Württemberg: Maskenpflicht in Clubs und Diskotheken bald Geschichte?

„Da in Clubs die 3G-Regel durch einen verpflichtenden PCR-Test verschärft ist, könnte hier unter Umständen von der Maskenpflicht auf der Tanzfläche Abstand genommen werden“, teilte eine Behördensprecherin des Sozialiministeriums mit, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Außerdem hätten Club-Betreiber von sich aus angeboten, künftig nur noch Geimpfte oder Genesene einzulassen und dafür die Auslastung etwas herunterzufahren. „Wir werden den Clubs für diese Woche noch Gespräche anbieten und sind zuversichtlich, dass wir hier zu einer sicheren, guten Lösung kommen“, sagte die Sprecherin weiter.

Zuletzt haben mehrere Stuttgarter Wirte genau aus diesem Grund für Diskussion gesorgt: In einigen Gastronomien sollen nur noch Geimpfte oder Genesene willkommen* sein. Der Grund: Die Schnelltests seien recht unzuverlässig. Das passt den Ungeimpften so gar nicht. Doch letztendlich bleibt diese Regelung zulässig.

Baden-Württemberg: Clubs dürfen wieder öffnen – Betreiber zeigen sich dankbar

Die Club-Betreiber freuen sich, endlich wieder die Türen öffnen zu dürfen. Nun würde es endlich eine langfristige Perspektive geben, die wirtschaftlich tragbar sei, sagte Simon Waldenspuhl von der Interessengemeinschaft Clubkultur Baden-Württemberg. Der mit der 3G-Regel verbundene Kontrollaufwand sei überschaubar.

„Die Türsteher sind ja eh da“, sagte der Veranstaltungskaufmann laut dpa. „Ob wir nur den Ausweis kontrollieren oder auch noch ein Impf- oder Testzertifikat, macht keinen Unterschied.“ Viele Clubs wollten aber erst im September öffnen – weil sie Zeit für die Organisation brauchten und ihnen generell Personal fehle. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sophia Kembowski/dpa

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