Bestimmte Berufsgruppen betroffen

Corona-Lockerungen Baden-Württemberg: Ab heute neue Quarantäne-Regelung

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Corona-Isolation - die Regelungen sind in Zukunft in Baden-Württemberg nicht mehr so streng. (Symbolbild)
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Die Corona-Pandemie ist in Baden-Württemberg immer noch allgegenwärtig, die Zahlen sind weiterhin hoch - dennoch gibt es jetzt Erleichterungen.

Erneute Rekord-Inzidenzen und eine vorherrschende Omikron-Variante* lassen Baden-Württemberg nicht zur Ruhe kommen. Die 7-Tage-Inzidenz für den Südwesten liegt mittlerweile über 1.600*, 282 Personen müssen noch immer auf den Intensivstationen der Krankenhäuser behandelt werden. Dennoch gibt es ab heute (Montag, 14. Februar) eine neue Lockerung - die Quarantäne-Regelung wird aufgeweicht, wie echo24.de* berichtet.

Denn das Land Baden-Württemberg will verhindern, dass die Infrastruktur im Südwesten zusammenbricht. Hierfür ist es laut Landesregierung nötig, die strengen Maßnahmen zur Isolation für bestimmte Kontaktpersonen oder Haushaltsangehörige zu lockern. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa aus Regierungskreisen in Stuttgart erfuhr, sollen so vorrangig Menschen auf verschiedensten Schlüsselpositionen zurückgeholt werden können, auch wenn sie aufgrund ihres Kontaktes zu Corona-Infizierten eigentlich in Quarantäne bleiben müssten.

Corona-Lockerungen BaWü: Diese Personengruppen gelten als „quarantänebefreit“

Genauer ist hier die Rede von Beschäftigten, die in der sogenannten „kritischen Infrastruktur“ arbeiten. Hierzu zählen neben dem Gesundheitswesen auch Versorgungseinrichtungen und die Sicherheitsbehörden: Vorausgesetzt, sie sind nicht selbst mit dem Coronavirus infiziert - sie müssen negativ getestet und asymptomatisch sein, um wieder von Isolation oder Quarantäne befreit zu werden.

In einer Mitteilung des Landes Baden-Württemberg heißt es: „Betreiber der Kritischen Infrastrukturen (KRITIS), etwa Krankenhäuser und Trinkwasserversorger, dürfen absonderungspflichtiges Personal zum Zwecke des Arbeitseinsatzes aus der Quarantäne holen, wenn ansonsten die Funktionsfähigkeit ihres Betriebs bedroht ist. Dafür ändert das baden-württembergische Gesundheitsministerium zum Montag, 14. Februar 2022 die Corona-Verordnung Absonderung und das Innenministerium stellt die zugehörigen KRITIS-Verfahrensregelungen mitsamt Anlagen bereit.“

Für viele Personen ändert sich mit dieser Anpassung der Corona-Verordnung für Baden-Württemberg allerdings überhaupt nichts. Denn erstens sind explizit nur bestimmte Berufe gemeint, zweitens müssen sich schon jetzt im Fall eines Corona-Falls im engeren Umfeld nur Beschäftigte in Quarantäne begeben, die ungeimpft sind - oder solche, deren zweite Impfung schon länger als drei Monate her ist.

„Quarantänebefreite Person“ ist jede nicht positiv getestete asymptomatische

- Person, die zwei Impfungen gegen das Coronavirus erhalten hat und deren zweite Impfung nicht weniger als 15 Tage und nicht mehr als 90 Tage zurückliegt,


- genesene Person im Sinne des § 2 Nummern 4 und 5 SchAusnahmV in der jeweils geltenden Fassung, deren PCR-Nachweis einer vorherigen Infektion mit dem Coronavirus nicht weniger als 28 Tage und nicht mehr als 90 Tage ab Probenentnahme zurückliegt,


- geimpfte Person, die mindestens eine Auffrischungsimpfung erhalten hat, oder


- genesene Person, die eine oder zwei Impfungen gegen das Coronavirus erhalten hat, wobei die Reihenfolge der Impfung und Infektion unerheblich ist

Quarantäne-Regeln Baden-Württemberg: Lockerung aus bestimmten Gründen

Doch die Regierung geht noch einen Schritt weiter: Während die Regeln zunächst für enge Kontaktpersonen und haushaltsangehörige Personen von Infizierten gelten, die Schlüsselfunktionen in den KRITIS-Betrieben wahrnehmen, könnte die Regelung in nächster Zeit sogar noch ausgeweitet werden. Sollte sich die Personalsituation in den KRITIS-Betrieben weiter verschlechtern, könnten zukünftig auch infizierte Personen aus der Quarantäne zurückgeholt werden.

Die Quarantäne-Regeln sind im Übrigen nicht die einzigen, die sich dieser Tage ändern, auch die Richtlinien zu PCR-Tests wurden am Samstag (12. Februar) angepasst. Mit dieser Neuerung gilt nun: Wer eine „rote Warnung“ in der Corona-Warn-App hat, bekommt nicht automatisch einen kostenlosen PCR-Test. Erst, wenn ein positiver Antigenschnelltest vorliegt, sollen die genaueren und aufwendigeren PCR-Tests noch übernommen werden. Außerdem sind die Regeln zum Freitesten durch PCR-Tests angepasst* worden.

Coronavirus Baden-Württemberg: Nach und nach immer mehr Lockerungen?

Diese Regelungen sollen dazu dienen, die Labore zu entlasten. Denn die Laborkapazitäten werden in der Omikron-Welle schlicht immer knapper. Ebenso dient die gelockerte Quarantäne-Regelung in Baden-Württemberg hauptsächlich der Entlastung der Infrastruktur im Land. Die Sorge, dass etwa Krankenhäuser, Pflegeheime, Strom- oder Wasserversorger aufgrund von Personalmangel nicht mehr arbeiten könnten, ist wegen der rasanten Ausbreitung der Pandemie extrem hoch.

Allerdings ist die Politik mit ihren Lockerungen der Corona-Regeln wohl auf dem richtigen Weg, wenn man nach den Aussagen des Virologen Hendrik Streeck geht. Dieser stellte kürzlich in einem Interview die Frage, „ob man an den G-Regeln festhalten will.“* Anlassloses Testen erachte er laut eigener Aussage „nicht mehr als sinnvoll.“ Bleibt also abzuwarten, wie lange die Maßnahmen überhaupt noch aufrecht erhalten werden können. Schließlich wollen Bund und Länder beim nächsten Corona-Gipfel mit Bundeskanzler Olaf Scholz* am kommenden Mittwoch (15. Februar) über einen ersten Öffnungsschritt beraten. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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