Die Berechnungen der Wettermodelle

Juli-Wetter: Vor allem schwere Gewitter? Das ist die Unwetter-Prognose

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Wie wird das Wetter im Juli? Wechseln sich Hitzeschübe und heftige Unwetter ab? Die Modelle sind sich uneinig.

Update vom 27. Juni: Derzeit haben wir in Europa mit einer Omega-Wetterlage zu tun. Dabei liegt Deutschland laut Experten an der gefährlichen Seite des Omega. Doch was bedeutet das genau? Es drohen weitere schwere Unwetter. Auch die Hitze lässt uns zunächst nicht los, wie echo24.de berichtet. Doch Anfang Juli scheint der Temperaturtrend nach unten zu gehen. Dann könnte es sogar verhältnismäßig richtig frisch werden. Wie der Juli genau beginnt und sich entwickelt, erklärt der Meteorologe Georg Haas von wetter.com.

Was ist eine Omega-Wetterlage?

Als Omega-Wetterlage „eine stabile Hochdrucklage“ bezeichnet, „bei der sich ein blockierendes Hoch über Mitteleuropa etabliert“, erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Woher der Name kommt, ist einfach: Das Strömungsfeld erinnert stark an den griechischen Großbuchstaben Omega. „Dabei werden die atlantischen Tiefdruckgebiete in weitem Bogen um Mitteleuropa herumgeführt. Die Zugbahnen der Tiefs verlaufen dann entweder über Spitzbergen auf einer nördlichen Bahn oder/und über das Mittelmeer auf einer südlichen Bahn“, erläutert der DWD.

Wetter im Juli 2022: Werden schwere Gewitter den Monat dominieren? Experte mit Prognose

Am Montag (27. Juni) ist der sogenannte Siebenschläfertag. Eine Bauernregel besagt, dass der Siebenschläfertag das Wetter der nächsten sieben Wochen bestimmt. „Wir haben momentan mit subtropischer Warmluft und schweren Unwettern in extrem heißer Luft zu tun“, sagt der Meteorologe Haas. Diese Wetterlage der nächsten sieben Wochen wäre demnach nicht sonderlich wünschenswert. Anfang Juli soll es einen Wetter-Wechsel in Baden-Württemberg geben, wie HEIDELBERG24.de berichtet.

Das ECMWF-Modell zeigt eine deutlich positive Temperaturabweichung an. Warme Luft soll mit südlichem Wind nach Deutschland kommen. Das heißt: Im weiten Teilen Europas – somit auch in Deutschland – soll es deutlich zu warm im Juli werden. Und dazu kommt noch Feuchtigkeit vom Mittelmeer, die eine wichtige Zutat für heftige Gewitter ist. Wie sich das Wetter konkret im Monat Juli entwickeln wird, lässt sich laut dem Meteorologen von wetter.com noch nicht genau vorhersagen. Es muss jedoch mit allem gerechnet werden – auch heftigen Unwettern.

Juli-Wetter: Hitzewelle im Anmarsch? Damit rechnet die Expertin

Erstmeldung vom 17. Juni: Eine extreme Hitzewelle trifft Baden-Württemberg bereits Mitte Juni mit voller Wucht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für einige Regionen amtliche Hitzewarnungen herausgegeben, wie echo24.de berichtet. Knapp unter der 40-Grad-Marke bewegten sich die Temperaturen am Wochenende (18. und 19. Juni) in Deutschland – und das sogar noch vor dem kalendarischen Sommeranfang am 21. Juni. Ein Blick auf den 14-Tage-Trend zeigt: Es bleibt erstmal heiß. Die Temperaturen sinken vermutlich erst zum letzten Juniwochenende wieder leicht. Bis dahin bewegen die Temperaturen in Baden-Württemberg rund um die 30-Grad-Marke.

Schon bald steht mal wieder ein Monatswechsel an und der zweite Sommermonat beginnt. Das europäische und amerikanische Wettermodell haben bereits einen insgesamt zu trockenen und heißen Sommer 2022 berechnet. Für Juni treffen diese Berechnungen angesichts der aktuellen Wetterlage wohl zu. Doch wie wird das Wetter im Juli 2022? Bleibt es heiß und zu trocken? Wechseln sich Hitze und Unwetter ab? Muss mit heftigen Gewittern wie Anfang Juni, Starkregen und Sturm gerechnet werden? Die Wettermodelle sind sich für den Juli tatsächlich uneinig.

Wetter im Juli: Jagt eine Hitzewelle die nächste? Modelle sind sich uneinig

Die Meteorologin Corinna Borau wirft in einem Video von wetter.com einen genauen Blick auf die Vorhersagen für den Juli 2022. Die Langzeitprognosen des europäischen Wettermodells (ECMWF) haben sich für den zweiten Sommermonat geändert: „In der letzten Berechnung war der Juli hier eher zu trocken, jetzt ist er durchschnittlich oder sogar zu nass, besonders im Norden.“ Doch das europäische und das amerikanische Modell sind sich nicht einig. Im Schnitt, bezogen auf die Werte von 1961 bis 1990, fallen im Juli 78 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

„Das amerikanische Wettermodell sieht das komplett anders, hier haben wir eine negative Niederschlagsabweichung. Dafür eine positive Temperaturabweichung“, zeigt die Meteorologin anhand einer Wetterkarte. „Das spricht für viel Sommerwärme, beziehungsweise Hitze“, bringt die Wetter-Expertin auf den Punkt. Besonders trocken könnte es im Norden Deutschlands werden. Das NOAA-Modell berechnet für den Juli ein Plus von einem bis zwei Grad.

Doch auch in puncto Temperaturen sind sich die Wettermodelle nicht einig: Das europäische Modell berechnet im Gegensatz zum amerikanischen eher durchschnittliche Temperaturen für den Juli. Solle der zweite Sommermonat tatsächlich durchschnittlich ausfallen, würde das trotzdem jede Menge Badewetter bedeuten. Denn der Juli ist in der Regel der wärmste Sommermonat – mit einem langjährigen Mittel (1961 bis 1990) von 16,9 Grad. In den vergangenen zehn Jahren ist der Juli im Schnitt immer zu warm ausgefallen – mit einem Plus von 0,5 bis sogar 3,3 Grad.

Sommer 2022: Prognosen für den August sind eindeutiger als für den Juli

Ob das amerikanische Wettermodell recht behält – und der Juli eher zu trocken und zu warm wird – oder ob das europäische Wettermodell richtig liegt – es eher zu nass wird und die Temperaturen durchschnittlich ausfallen – wird sich zeigen. Was die Prognosen für den August angeht, sind sich die beiden Modelle laut wetter.com bereits einig.

Demnach dürfte der August ganz schön hitzig werden, beide Wettermodelle berechnen eine positive Temperaturabweichung für den dritten und letzten Sommermonat. Dem NOAA-Modell zufolge soll es im August außerdem zu trocken werden. Und wie sieht es mit Unwetter aus? „Grundsätzlich muss man während der Sommermonate fast immer damit rechnen, dass sich die Hitze in teils heftigen Gewittern entlädt“, schreibt wetter.com.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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