Stechmücke mit Ansteckungsgefahr

In Heilbronn ist das „gefährlichste Tier der Welt“ unterwegs – LGA-Warnung

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Breitet sich aus: Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) kann Krankheiten übertragen.
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Sie ist klein, nervig und extrem gefährlich – die Asiatische Tigermücke kommt seit einiger Zeit auch in Baden-Württemberg vor. Und sie wird in immer mehr Regionen nachgewiesen.

Abends in der Dämmerung draußen sitzen, gemütlich einen Wein trinken und die Natur genießen - das ist für viele der perfekte Ausklang für einen anstrengenden Arbeitstag. Doch kleine, sirrende Blutsauger vermiesen oft die Idylle. Da sind normale, heimische Stechmücken schon schlimm genug. Denn die Stiche können tagelang höllisch jucken. Doch wie echo24.de* jetzt berichtet, kommt seit einiger Zeit noch ein weiterer gefährlicher Aspekt dazu.

Denn die Asiatische Tigermücke breitet sich zunehmend auch in Baden-Württemberg aus*. Diese kommt ursprünglich, wie ihr Name schon vermuten lässt, aus Südostasien und kann Viren übertragen, die Krankheiten wie das Chikungunya-Fieber, das Zika-Fieber oder das Dengue-Fieber auslösen. Deshalb bezeichnete auch Bill Gates die Tigermücke schon als „gefährlichstes Tier der Welt“, berichtet BW24.de*. Umso erschreckender ist es, dass das weiß gestreifte Insekt nun erstmals auch im Landkreis Heilbronn nachgewiesen wurde. Das meldete das Landesgesundheitsamt (LGA) am Dienstag (27. Juli).

  • Chikungunya-Fieber: Diese Infektionskrankheit wird durch das Chikungunya-Virus übertragen und löst häufig Fieber, Gelenkbeschwerden, Lymphknotenschwellungen und Schleimhautblutungen aus. Das Chikungunya-Fieber kann im schlimmsten Fall auch zum Tod führen.
  • Zika-Fieber: Diese fieberhafte Infektion wird durch ein Zika-Virus ausgelöst. Dieses ist besonders gefährlich für schwangere Frauen, denn sie können den Erreger auf ihr ungeborenes Kind übertragen. Neugeborene, die im Mutterleib infiziert wurden, weisen oft einen zu kleinen Kopf auf. Damit verbunden sind häufig Hirnschädigungen und schwere geistige Behinderungen.
  • Dengue-Fieber: Menschen, die sich mit dem Dengue-Virus infiziert haben, bekommen oft grippeähnliche Beschwerden mit plötzlichem Fieberanstieg bis zu 40 Grad. Auch Schüttelfrost, Bindehautentzündungen, Gelenk- und Muskelschmerzen können auftreten. Zusätzlich bekommen manche Infizierte Hautausschläge und Schleimhautblutungen. Eine Dengue-Infektion kann auch tödlich enden.

Asiatische Tigermücke in Baden-Württemberg: Diese Regionen sind bisher nachweislich betroffen

Zuerst war die Tigermücke 2015 im Südwesten entdeckt worden. Damals wurden erste Vorkommen in einer Kleingartenanlage in Freiburg ermittelt. Seitdem verbreitet sich die Art immer mehr in ganz Baden-Württemberg - auch in Stuttgart und dem Rhein-Neckar-Kreis wurden schon Exemplare gesichtet. Das liegt laut LGA zum Teil auch am Wetter in Baden-Württemberg*. Die feuchtwarme Schwüle bietet demnach optimale Bedingungen für die Tiere.

Wir befinden uns mitten in der Stechmückensaison, die bis in den Spätsommer hinein anhält. Das aktuell feuchtwarme Wetter bietet optimale Bedingungen für die Asiatische Tigermücke.

Dr. Christiane Wagner-Wiening, Epidemiologin

Die Asiatische Tigermücke wirkt übrigens teilweise auch deshalb extrem bedrohlich, weil sie ihre Opfer meist in Schwärmen umkreist, das Ziel penetrant verfolgt und sich auch durch Versuche, sie zu verscheuchen, nicht davon abhalten lässt, alle paar Sekunden anzugreifen. Doch sie ist nicht das einzige gefährliche Tier in Deutschland*. Immerhin: Noch ist die Tigermücke in Baden-Württemberg wohl nicht so weit verbreitet, dass sie das Übertragungsrisiko von exotischen Viren durch infizierte Reiserückkehrer erhöht.

Asiatische Tigermücke in Baden-Württemberg bekämpfen: So geht‘s

Wenn sich die Tigermücke allerdings auch weiterhin großflächig ungestört vermehren und ausbreiten kann, dann sieht die Epidemiologin Christiane Wagner-Wiening sehr wohl ein erhöhtes Risiko dafür. Denn nicht nur, dass sich die Tigermücke in Deutschland fortpflanzt, das gefährliche Insekt kommt besonders häufig auch über den internationalen Waren- und Personenverkehr mit dem Flugzeug oder auf dem Schiff nach Europa.

Deshalb appelliert Wagner-Wiening, schon im Vorfeld etwas dafür zu tun, dass sich die Asiatische Tigermücke nicht so rasch fortpflanzen kann. Schon kleine Maßnahmen können helfen. Außerdem sammelt das Landesgesundheitsamt Informationen über die Verbreitung der Tigermücke. Deshalb ist es bei Sichtung eines Exemplars - und auch dann, wenn man sich nicht ganz sicher ist, aber einen Verdacht hat - wichtig, den Fund beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden. *echo24.de und bw24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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