Impfpflicht-Debatte in Baden-Württemberg

Kretschmann drängt auf Impfpflicht: „Der Ungeimpfte gefährdet auch andere“

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Bei der Corona-Situation in Baden-Württemberg scheint keine Besserung in Sicht. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat dazu eine deutliche Meinung.

Gegen die Corona-Impfung zu sein, ist laut Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann entgegen vieler Annahmen keine Privatsache. Der Politiker spricht sich in Anbetracht der fatalen Infektionszahlen in Baden-Württemberg* ausdrücklich für eine Impfpflicht aus, wie echo24.de* berichtet.

In einem Interview mit dem SWR wird Kretschmann deutlich: Impfen sei Privatsache und der Staat habe eine Ablehnung zu akzeptieren? Die Antwort darauf sei ein klares Nein. „Das ist nicht so! Der Ungeimpfte gefährdet auch andere, insofern ist es keine Privatangelegenheit mehr“, erklärt Kretschmann.

Weil die Pandemie einfach kein Ende nehmen will, wissen viele gar nicht, wie Weihnachten 2021 abläuft* oder mit wie vielen Menschen sie Silvester feiern dürfen*. Die Chance auf ein Ende des Regel-Chaos und der Einschränkungen sieht Winfried Kretschmann in einer höheren Impfquote, die durch eine Impfpflicht in Deutschland zu erreichen sei.

Impfpflicht in Deutschland: Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann macht Druck

Gegenüber dem SWR berichtet Kretschmann, er habe keinerlei Erklärung dafür, dass sich einige Menschen immer noch einer Corona-Schutzimpfung verweigern. „Das beschwert mich mental unglaublich“, so der Ministerpräsident. Es gebe keinen Grund, sich nicht impfen zu lassen, jedenfalls keinen rationalen.

Kretschmann gibt zu, dass die Politik zu leichtsinnig gewesen sei, als die Zahlen sich zu bessern schienen. Dass man es ganz verpasst habe, sich gegen die nächste Welle zu wappnen, bestätigte er allerdings nicht. Die Impfpflicht sei nun die Lösung „damit wir dieses Hin und Her, dieses Schlamassel, diese Pest hinter uns lassen können“.

Kretschmann will die Impfpflicht: Corona-Zahlen noch immer zu hoch

Kretschmann verteidige die Entscheidung, die Impfzentren nach dem Sommer zu schließen, heißt es beim SWR weiter. Bis zum Jahresende rechnet er damit, dass in Baden-Württemberg über drei Millionen Menschen ihre Booster-Impfung erhalten werden. Dass es einen Ansturm auf Booster-Impfung gebe und deshalb einige Menschen oft mit langer Wartezeit in der Kälte stünden, nannte er ärgerlich, allerdings sei es nicht zu vermeiden.

Winfried Kretschmann fordert eine Impfpflicht, um die Corona-Krise endlich in den Griff zu bekommen.

Dass Corona einfach „vorbei“ geht, erwartet der Politiker nicht: „Ganz los, werden wir dieses Virus wohl nicht mehr.“ Hoffnung habe er aber, dass die Regelungen wieder etwas gelockert werden könnten, wenn mehr und mehr Menschen auch geboostert seien. Kritik und Misstrauen an einer Impfpflicht verurteilt der 73-Jährige nicht pauschal: „Impfskeptiker, die nichts gegen den Staat hätten, blieben unsere Nachbarn und Bürger“, heißt es. Aber die Corona-Pandemie systematisch zu nutzen, um gegen den Staat zu arbeiten, das verurteilte er scharf. *echo24.de ist Teil von IPPEN-MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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