Corona-Ausbruch in Karlsruher Bar

Corona Ausbruch in Karlsruher Bar: Jetzt drohen heftige Konsequenzen

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In dem Karlsruhe Club „Topsy" gab es einen Corona-Ausbruch, mitverantwortlich dafür ist eine Reiserückkehrerin aus Mallorca. (Symbolbild)
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Eine Frau feiert nach dem Malle-Urlaub in einer Karlsruher Bar und löst einen Corona-Ausbruch mit mindestens 49 Neuinfektionen aus. Nun drohen Konsequenzen.

Update vom 15. Juli:  Der Corona-Ausbruch in dem Karlsruher Club „Topsy“ sorgt für Diskussionen. Inzwischen hat sich nach Berichten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nun auch das baden-württembergische Sozialministerium eingeschaltet und appellierte an die Behörden vor Ort, den Bußgeldkatalog „entsprechend auszuschöpfen“, sofern ein offensichtliches Fehlverhalten nachgewiesen werde. Zuvor hatte die Stuttgarter Zeitung darüber berichtet. Wie die Stadt am Mittwoch (14. Juli) mitteilte, werden inzwischen 49 Infektionen auf den Barabend am 2. Juli zurückgeführt.

Das Lokal ist derzeit geschlossen. Auf seiner Facebook-Seite bezeichnet es sich als „Tanz- und Nachtclub, Bar“, eine Konzession hat es als Bar. Die bräuchte laut Stadt als gastronomische Einrichtung bis zu einer Inzidenz unter 35 keine Nachweise für Geimpfte, Genesene und Getestete – ein Club, in dem auch getanzt wird, allerdings schon.

Aus Sicht des Ministeriums kann ein Lokal im Sinne der Corona-Verordnung nur als Bar durchgehen, wenn es sich auf den Ausschank von Getränken und die Ausgabe von Speisen beschränkt. „Tanzen ist dann nicht mehr vom regulären Barbetrieb als Gastronomieeinrichtung erfasst.“ Das Ministerium betont: „Wenn eine Pizzeria die Zulassung als Gaststätte hat, dann aber die Stühle rausräumt, um einen Tanzabend zu veranstalten, ist es eben keine Gaststätte mehr, sondern ein Diskothekenbetrieb, für den strengere Auflagen gelten.“

49 Gäste in Karlsruher Tanzbar infiziert: Nun drohen ernste Konsequenzen

Nach Informationen der Badischen Neuesten Nachrichten räumte der Betreiber ein: Die Gäste hätten an dem Abend vereinzelt an ihren Tischen getanzt. Dies sei jedoch durch Sicherheitspersonal beendet worden. Dem Ministerium zufolge müssen die Behörden vor Ort nun klären, ob und welche Auflagen missachtet wurden.

Dabei geht es nicht nur darum, ob getanzt wurde oder ob der DJ nur im Hintergrund Musik aufgelegt hat. Laut Gesundheitsamt haben viele Clubgäste falsche oder unvollständige Angaben gemacht. Trifft dies zu, hätte der Betreiber schon deshalb ein Problem: Gäste, die ihre Kontaktdaten nicht hinterlassen, hätte er nicht hereinlassen dürfen. Ein Verstoß gegen die Corona-Verordnung kann zwischen 500 und 5.000 Euro kosten, so das Ministerium.

Die Prüfung des Falls dauert nach Angaben der Stadt wohl noch einige Tage. Unter den Infizierten rund um den Club-Besuch waren demnach Geimpfte mit Symptomen und eine infizierte Frau, die kurz zuvor aus Mallorca zurückgekehrt war. Sie soll vor dem Abflug nicht den erforderlichen negativen Test vorgelegt haben und mitverantwortlich für den Corona-Ausbruch sein. Seit dem Corona-Ausbruch in der Bar steigt die Inzidenz im Stadtkreis Karlsruhe stetig. Inzwischen liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 20,8 Neuinfektionen pro 100.000 – am 8. Juli lag diese noch bei 13,5.

Corona-Ausbruch in Karlsruher Club: Frau feiert ohne Test nach Malle-Urlaub

Erstmeldung vom 12. Juli: In einem Karlsruher Club hat es vor etwa einer Woche einen großen Corona-Ausbruch gegeben – mitverantwortlich ist eine Reiserückkehrerin aus Mallorca. Inzwischen gilt seit Sonntag (11. Juli) Spanien als Risikogebiet* – und somit auch Mallorca. Insgesamt 14 Personen aus dem Club wurden bereits positiv auf das Coronavirus getestet. Bislang konnten noch nicht alle Kontaktpersonen aus jener Nacht ausfindig gemacht, unter anderem aufgrund von unvollständigen Nachverfolgungsdaten. Die Stadt Karlsruhe ruft nun zu Tests auf und appelliert an die Vernunft der Bevölkerung, wie echo24.de* berichtet.

Nach dem Corona-Ausbruch in dem Club „Topsy“ hat Oberbürgermeister Frank Mentrup in einer Video-Pressekonferenz vor Quarantäne-Lockerungen für Kontaktpersonen gewarnt, wie sie die Landesregierung anstrebt. Unter den Club-Infizierten seien auch Geimpfte mit Symptomen*, sagte der SPD-Politiker am Freitag, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Wie HEIDELBERG24* nach dem Corona-Ausbruch in Karlsruhe* berichtet, bittet das Amt alle Menschen, die den Club am Freitag besucht haben, sich unter infektionsschutz@landratsamt-karlsruhe.de zu melden und sich sofort testen zu lassen.

Das Sozialministerium des Bundes fordert eine Aufhebung der strengen Regelungen für vollständig geimpfte Kontaktpersonen von mit der Delta-Variante Infizierten. Das Tückische an dieser Mutation des Coronavirus sei aber, dass viele Infizierte keine Symptome haben, aber den Erreger trotzdem übertragen können, machte der Oberbürgermeister deutlich. Das kann vor allem für noch nicht geimpfte Personen schnell gefährlich werden.

Corona-Ausbruch in Karlsruhe Club: Oberbürgermeister warnt vor falscher Sicherheit

Mentrup warnte auch vor falscher Sicherheit: Der Club, in dem am Freitag (2. Juli) vergangener Woche wohl aufgrund von zwei Infizierten mehrere Menschen angesteckt wurden, habe eine Konzession als Bar. Für Bars gelte nicht die Pflicht wie für Diskotheken, von allen Besuchern negative Corona-Tests einzufordern. Wer mit Fremden aufeinandertreffe, sollte unbedingt einige Tage später einen Selbsttest machen, appellierte Mentrup.

Wir wissen, dass die 14 positiv Getesteten nicht als geschlossene Gruppe in den Club gegangen sind. Das zeigt ja schon, wie schnell das gehen kann.

Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup 

Gleiches gelte für Reiserückkehrer. Eine Betroffene aus dem Club sei kurz zuvor aus Mallorca zurückgekehrt, habe aber dort nicht den eigentlich erforderlichen Corona-Test gemacht, hieß es. „Auf Nachfrage hat sich herausgestellt, dass sie vor dem Rückflug einen negativen Test hätte nachweisen müssen, sie ist aber offensichtlich dort gar nicht gefragt worden und hat darum auch keinen Test nachgewiesen“, erzählt Frank Mentrup in der 32-minütigen Pressekonferenz.

Hinzu kommt laut dem Leiter des Gesundheitsamts, Peter Friebel, dass viele Clubgäste falsche oder unvollständige Angaben gemacht hätten. Von 120 Kontaktzetteln sei erst die Hälfte der Betroffenen erreicht worden. Insgesamt gehe er von bis zu 200 Besuchern aus. Aktuell steigt die Inzidenz in Karlsruhe wieder. Noch vor zehn Tagen bewegte sich die Inzidenz im Stadtkreis Karlsruhe zwischen fünf und sechs – heute liegt die Inzidenz bei 16,3 (Stand: 11. Juli). In ganz Baden-Württemberg hat sich die Inzidenz wieder einigermaßen stabilisiert, nachdem sie in den vergangenen Tagen angestiegen ist.

Corona-Ausbruch in Karlsruhe Club: Gesundheitsexperte lehnt weitere Lockerungen ab

Währenddessen fordern Politiker derzeit weitere Lockerungen der Corona-Regeln* in Deutschland – vor allem für Geimpfte. Christoph Ploß, Chef der Hamburger CDU, meint: „Kaum ein vollständig Geimpfter wird die Einschränkung seiner Grund- und Freiheitsrechte weiterhin akzeptieren, wenn alle ein Impfangebot erhalten haben. Für vollständig Geimpfte müssen die Einschränkungen spätestens dann fallen.“ 

Doch Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) steht dem skeptisch gegenüber und warnt: „Wir dürfen nicht den Fehler machen, zu viel zu öffnen“. Vor allem mit Blick auf den Herbst sollte nicht voreilig gehandelt werden, zumal sich die Delta-Mutante in Deutschland rasant ausbreitet*. Vielleicht ist der Corona-Ausbruch in Karlsruhe eine passende Mahnung. *echo24.de und HEIDELBERG24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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