Übernahme nach Zerschlagung

Kaufland in BaWü: Hier schnappt sich die Schwarz-Gruppe einige real-Filialen!

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Das Bundeskartellamt gibt Kaufland weitere 22 Real-Filialen frei (Symbolbild).
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Durch die Zerschlagung der Supermarktkette „real“ standen hunderte Filialen zum Verkauf. Kaufland sicherte sich einen Großteil davon - auch einige Märkte in Baden-Württemberg.

Die Supermarktkette real verschwindet nach und nach von der Bildfläche – denn im Juni 2020 verkaufte der Großhandelskonzern Metro rund 270 Märkte an den russischen Investor SCP. Dieser hat die Kette zerschlagen – und bereits die meisten Filialen verkauft. Viele davon gingen an die Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm. Mittlerweile ist klar, dass somit 114 ehemalige real-Filialen zu Kaufland-Märkten werden.

Kaufland: Viele ehemalige real-Filialen in Baden-Württemberg gehören jetzt zur Schwarz-Gruppe

Doch die Neuaufteilung der ehemaligen real-Märkte gestaltete sich für die Bewerber gar nicht so einfach. Außer der Schwarz-Gruppe bemühen sich noch weitere Supermarktketten um die scheidenden real-Filialen. Unter anderem werden die Märkte nun zu Globus, Rewe oder Edeka – auch einige wenige V-Märkte werden entstehen. Bei allen Entscheidungen hatte das Bundeskartellamt seine Finger im Spiel. In einem ersten Schritt wollte Kaufland beispielsweise 101 real-Filialen übernehmen, von denen die Wettbewerbsbehörde neun ablehnte*.

Das Bundeskartellamt (BKartA)

Das Bundeskartellamt vollzieht das deutsche und europäische Wettbewerbsrecht in Deutschland. Es kann bedenkliche Zusammenschlüsse von Unternehmen verbieten, missbräuchliche Verhaltensweisen untersagen, Auflagen erteilen und Geldbußen verhängen. Der amtierende Präsident des Bundeskartellamtes ist Andreas Mundt, der Hauptsitz der Bundesoberbehörde ist in Bonn.

Denn aus wettbewerbstechnischen Gründen kann ein Handelsriese nicht unbegrenzt neue Märkte aufkaufen. Das Bundeskartellamt muss für jede Filiale prüfen, ob es wettbewerbsrechtliche Bedenken gegenüber den Mitbewerbern gibt. Somit hatte das Bundeskartellamt gegenüber der Schwarz-Gruppe im Januar zunächst die Übernahme von 92 Real-Standorten genehmigt.

Die ersten 28 ehemaligen Real-Filialen haben deshalb bereits zum Februar 2021 die Kaufland-Flagge gehisst – einige von ihnen befinden sich in Baden-Württemberg. Die Schwarz-Gruppe ist unter anderem in die Märkte in Ettlingen und Edingen-Neckarhausen eingezogen – im April folgten dann die Standorte Rastatt und Lahr im Schwarzwald.

Baden-Württemberg: Diese ehemaligen real-Märkte gehören jetzt zu Kaufland

Der ehemalige real-Markt in Singen wurde zum 21. Juni 2021 eine Kaufland-Filiale – Karlsruhe, Gerlingen und Freiburg konnten im Lauf des Augusts in Kaufland-Märkte der Schwarz-Gruppe umgewandelt werden. Doch damit noch nicht genug – das Bundeskartellamt genehmigte kürzlich noch 22 weitere Übernahmen. Auch hier sind wieder Märkte aus Baden-Württemberg dabei. Unter anderem soll die Filiale in Kirchentellinsfurt Mitte Januar 2022 ein Kaufland werden, zu Waiblingen und Balingen sind bisher keine Informationen verfügbar.

Singen, Georg-Fischer-Straße21. Juni 2021
Rastatt, Rauentaler Straße12. April 2021
Lahr im Schwarzwald, Offenburger Straße12. April 2021
Kirchentellinsfurt, Wannweiler Straße17. Januar 2022
Karlsruhe, Durlacher Allee23. August 2021
Gerlingen, Weilimdorfer Straße1. August 2021
Freiburg im Breisgau, St. Georgener Straße9. August 2021
Ettlingen, Zehntwiesenstraße\t1. Februar 2021
Edingen-Neckarhausen, Rosenbergstraße1. Februar 2021
Waiblingen, Ruhrstraßen.a.
Balingen, Lange Straßen.a.

Doch nicht nur bei den real-Filialen gehört die Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm zu den großen Gewinnern. Kaufland konnte sich zusätzlich – neben zahlreichen Märkten – auch den Onlineshop von real sichern*. Bereits im April wurde der Online-Marktplatz real.de vollständig in die Seite kaufland.de integriert. Seitdem bietet das Online-Portal von Kaufland über 25 Millionen Artikel in mehr als 5.000 Produktkategorien.

Doch nicht nur bei der Übernahme von real fechten die Supermarkt-Giganten Kaufland, Edeka, Rewe und Globus einen harten Kampf aus. Die Discounter, Supermärkte und SB-Warenhäuser konkurrieren seit Jahren um Marktanteile – auch hier gehörte 2020 die Schwarz-Gruppe zu den großen Gewinnern*, allerdings mit Kauflands kleiner Schwester, dem Discounter Lidl. Spitzenreiter ist hier allerdings eine andere Supermarkt-Kette, die ebenfalls einige ehemaligen real-Filialen ergattern konnte. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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