Ab Herbst

Unwetter: App soll bald vor Sturzfluten warnen

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Sturzfluten haben in den letzten Jahren in Deutschland immense Schäden angerichtet.
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Das Wetter in Deutschland spielt derzeit verrückt. Starkregen und Sturzfluten haben dieses Jahr große Schäden verursacht. Ab Herbst soll eine spezielle App vor Fluten warnen.

Karlsruhe - Es ist kaum zu übersehen: Das Wetter in Deutschland* wird immer extremer (BW24* berichtete). Vor allem in den letzten Wochen beherrschten Hagel, heftige Gewitter oder sogar Sturzfluten das Bild. Reißende Wassermassen nahmen auf ihrem Weg alles mit sich, Keller liefen voll und Straßen standen unter Wasser. Solche Wetterextreme gibt es hierzulande immer häufiger*. Um Bürger künftig vor ihnen zu warnen, will die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) voraussichtlich ab Herbst eine Warn-App vor Sturzfluten freischalten.

Die neue Funktion soll in der bereits existierenden App „Mein Pegel“ integriert werden, wie eine Sprecherin der LUBW der dpa mitteilte. Die Wetterwarn-App ist seit 2016 verfügbar, um Menschen in den betroffenen Regionen rechtzeitig vor Naturereignissen wie Hochwasser oder Sturzfluten zu warnen. Viele Kommunen suchen neben der Warn-App noch nach weiteren möglichen Schutzmaßnahmen. Der LUBW hatte hierfür Ende 2016 einen Leitfaden zum Starkregenrisikomanagement herausgegeben. Dieser sei von den Kommunen auch angenommen worden, so die Umweltanstalt. Bereits 222 Kommunen in Baden-Württemberg befassen sich bereits mit einem Sicherheitskonzept gegen Starkregen.

Sturzfluten entstehen meist, wenn nach einer langen Trockenperiode Starkregen auftritt. Der Boden kann dann die Wassermassen nicht aufnehmen, das ablaufende fließt mit hoher Geschwindigkeit ab und sammelt sich in tiefer liegenden Gebieten.

Kommunen in Baden-Württemberg suchen nach Sicherheitsvorkehrungen

Ausschlaggebend für die Bemühungen um Schutzmaßnahmen waren unter anderem die schlimmen Unwetter 2016 in Braunsbach im Kreis Schwäbisch Hall. Damals hatte nach heftigen Regenfällen eine Sturzflut den Ort überrollt. Die Wassermassen rissen Autos, Bäume, Hauswände und 50.000 Tonnen Geröll mit sich. Knapp 100 Gebäude wurden durch die Flut beschädigt, einige waren nicht mehr zu retten und mussten komplett abgerissen werden. Die Zerstörung war immens: Es entstand ein Gesamtschaden von rund 100 Millionen Euro. 47 Millionen Euro an staatlichen Gelder flossen in den Wiederaufbau der Gemeinde.

Auch im letzten Monat sorgte Starkregen für überflutete Straßen in Baden-Württemberg. In der Region Reutlingen wurden Ende Juni fünf Personen durch tennisballgroße Hagelkörner verletzt. Auch in der Nachbarregion Tübingen lief das Wasser sinnflutartig durch die Stadt. Solche Ereignisse werden auch künftig keine Seltenheit sein: Etwa die Hitzewellen 2021 sind von Menschen verursacht, sind sich Forscher einig*. Auch Wirbelstürme lassen sich hierzulande immer häufiger beobachten. In Bad Mergentheim filmten Passanten einen entstehenden Tornado*. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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