Klaus Gehrig gilt als Machtmensch und Überwacher

Lidl: Wie beim „Geheimdienst“ – kontrollierte Ex-Boss Gehrig Mitarbeiter?

+
Die Schwarz-Gruppe ist bekannt für Kaufland und Lidl. Jetzt will der Konzern aber Google und Amazon Konkurrenz machen. 
  • schließen

Der Umbruch bei der Schwarz-Gruppe sorgt rund um die Top-Marken Lidl und Kaufland für Entspannung. Ex-Chef Gehrig setzte auf „Geheimdienst“-Methoden.

Für die Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm stehen große Veränderungen an. Wie echo24.de* berichtet hatte, arbeitet Neu-Chef Gerd Chrzanowski am größten Umbruch in der 90-jährigen Geschichte des Unternehmens* rund um die Top-Marken Lidl und Kaufland. Mit dem Ex-Boss Klaus Gehrig endet für die Mitarbeitet auch eine Schreckensherrschaft.

Dem 73-Jährige Alleinherrscher wird, laut Aussagen eines Firmen-Insider gegenüber dem Handelsblatt, ein Führungsstil nachgesagt, der durch „Angst und Misstrauen“ geprägt war. Seine Entscheidungen brachten ihm den Beinamen „Killerwal“ ein. Wie das Fachblatt schreibt, hatten die Mitarbeiter der Schwarz-Gruppe Angst gehabt, überhaupt „neue Projekte oder Vorschläge“ einzubringen.

„Geheimdienst“-Abteilung bei Lidl/Kaufland: So kontrollierte der Ex-Boss der Schwarz-Gruppe

Besonders gefürchtet war dabei der Bereich „Interne Prüfung und Beratung“. Klaus Gehrig setzte damit rund um die Marken Lidl und Kaufland seinen rigorosen Führungsstil durch. Diese Abteilung, so schreibt das Handelsblatt, hatte sich für die Beschäftigten der Schwarz-Gruppe immer angefühlt wie ein interner Geheimdienst.

Machtmensch Klaus Gehrig

1971 startete Klaus Gehrig begann seine Laufbahn bei Aldi Süd in Mülheim an der Ruhr. Zur Schwarz-Gruppe wechselte der heute 73-Jährige im Jahr 1976. Zu dieser Zeit bestand das Unternehmen von Dieter Schwarz aus zwölf Lidl-Filialen. Gehrig wurde Geschäftsführer. Der Discounter wuchs in der Folge zum größten Aldi-Konkurrenten. Ab 2004 wurde Klaus Gehrig dann alleiniger Gesellschafter der Schwarz Unternehmenstreuhand KG und Leiter der Schwarz-Gruppe.

2016 wurde er vom Manager Magazin zum „Manager des Jahres“ gekührt. Er hatte die Zahl der Lidl-Filialen um den Faktor 500 und den Umsatz um den Faktor 300 steigern können. Gehrig sollte eigentlich bis 2023 Konzern-Chef bleiben. Am 2. Juli legte er sein Mandat nach Differenzen mit Dieter Schwarz über eine Personal-Entscheidung nieder.* echo24.de* berichtete über den großen Paukenschlag bei Lidl und Kaufland.

Alle Entscheidungen mussten dort stets gerechtfertigt werden. Wer etwas erreichen wollte in der Schwarz-Gruppe, der musste diesen Überwachungsbereich durchlaufen. So wurde demnach zuletzt Melanie Köhler von der Leiterin der „Internen Prüfung und Beratung“ zur Finanzchefin der Neckarsulmer Firmengruppe.

Schwarz-Gruppe: Neu-Chef Chrzanowski schließt „Geheimdienst“-Abteilung bei Lidl/Kaufland

Neu-Chef Chrzanowski zieht jetzt einen Schlussstrich unter die Überwachungs-Führung bei der Schwarz-Gruppe. Das Aus für die Abteilung „Interne Prüfung und Beratung“. Für den 50-Jährigen geht es darum, die Führung im Unternehmen breiter aufzustellen.

Er führt auf Augenhöhe.

Mitarbeiter bei Lidl/Kaufland über Neu-Chef Chrzanowski 

Wie das Handelsblatt berichtet, kommt die Führungswende bei den Mitarbeitern bei Lidl, Kaufland und in der gesamten Schwarz-Gruppe sehr gut an. Es ist zu hören - „Er führt auf Augenhöhe“. Gerd Chrzanowski höre zu, sei offen für neue Ideen und handle immer sachorientiert.

Sehr früh schon hatte der 50-Jährige in seiner neuen Position bei der Schwarz-Gruppe die Führungskräfte aus dem Bereich Digitalisierung, IT, Produktion und Entsorgungswirtschaft von Vorständen zu Vorstandsvorsitzenden in ihren Bereichen befördert. Die einzelnen verantwortlichen Personen bei Lidl und Kaufland sollen so möglichst effektiv und unternehmerisch handeln können. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Zurück zur Übersicht: Baden-Württemberg

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare