Arbeitslosigkeit sinkt im Mai

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Der Trend ist deutlich erkennbar: Die Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg geht wieder zurück. Grafik: ca
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Die Arbeitslosenquote in der Region liegt mit 3,7 Prozent fast so niedrig wie vor dem ersten Lockdown. Die Kurzarbeit geht zurück. Welche Branchen am besten dastehen.

Aalen

Die Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg ist im Mai weiter zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent. Niedriger lag die Quote zuletzt im März 2020 - also vor Beginn der Coronakrise - mit 3,4 Prozent. Zum Ende des Monats waren 9337 Menschen in Ostwürttemberg arbeitslos gemeldet. Das sind 4,6 Prozent weniger als im April und 10,6 Prozent weniger als Mai 2020.

Spitzenreiter bleibt der Raum Ellwangen. Hier sank die Arbeitslosenquote um 0,2 auf 1,9 Prozent und liegt damit nur um 0,2 Prozentpunkte über dem Spitzenwert von 1,7 Prozent, den die Region im Mai 2017 erreichte. Aktuell sind in Ellwangen 476 Personen arbeitslos gemeldet.

Im Landesvergleich schneidet der Agenturbezirk Aalen beim Rückgang der Arbeitslosigkeit besser ab als der Durchschnitt in Baden-Württemberg, wo die Arbeitslosigkeit um 3,7 Prozent zurückging. Im Vorjahresvergleich liegt die Region Ostwürttemberg im Mai sogar auf Platz 1. Kein anderer Agenturbezirk in Baden-Württemberg konnte binnen Jahresfrist einen höheren Rückgang an Arbeitslosen verzeichnen.

Weniger Kurzarbeit

Parallel zum Rückgang der Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg ging auch die Zahl der Personen, für die Kurzarbeit im Mai neu beantragt wurde, weiter zurück. So wurde bei der Agentur für Arbeit Aalen im Mai für 284 Personen in insgesamt 44 Anzeigen Kurzarbeit angezeigt. Zum Vergleich: Im Mai 2020 gingen 410 Anzeigen für 6865 Personen bei der Agentur für Arbeit Aalen ein.

Im Ostalbkreis nahm die Zahl der Arbeitslosen insgesamt um 274 Personen oder 4,3 Prozent, auf 6079 Menschen ab. Auf den Landkreis bezogen beträgt die Arbeitslosenquote nun 3,4 Prozent. Im Bereich Ellwangen liegt sie bei 1,9, im Bereich Aalen bei 3,2, im Bereich Bopfingen bei 3,3, im Bereich Schwäbisch Gmünd bei 4,1 und im Kreis Heidenheim bei 4,4 Prozent.

Welche Branchen es trifft

Ein tieferer Blick in die Statistik lässt Unterschiede und Trends erkennen. So erhebt die Arbeitsagentur das Verhältnis von gemeldeten Arbeitslosen und offenen Stellen in verschiedenen Branchen.

Besonders schwierig ist die Lage danach im Bereich Geisteswissenschaften, Kultur, Gestaltung, der in absoluten Zahlen allerdings nur verhältnismäßig wenige Menschen betrifft: Dort kommen in Ostwürttemberg auf eine gemeldete Stelle 9,5 Arbeitslose. In den Bereichen Land-, Forst-, Tierwirtschaft, Gartenbau (8,1), Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (5,2) und geringfügig auch in Unternehmensorga, Buchhaltung, Recht und Verwaltung (3,9) sowie kaufmännische Dienstlungen, Handel, Vertrieb und Tourismus (3,8) liegen die Werte leicht überdurchschnittlich. Relativ gute Chancen, einen Job zu finden, haben laut dieser Statistik Arbeitslose in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (2,8,), Bau, Architektur, Vermessung, Gebäudetechnik (2,8), in dem in Ostwürttemberg stärksten Bereich Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung (2,4) sowie in Naturwissenschaft, Geografie und Informatik (1,9). Viele Personen lassen sich allerdings nicht einer Berufsgruppe zuordnen.

Vergleicht man die Lage mit Mai 2020, so hat innerhalb dieses Jahres in allen Bereichen die Arbeitslosigkeit abgenommen. Am stärksten gesunken ist sie im Bereich Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik, gefolgt von Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung. Fast stagniert hat sie dagegen im Bereich Unternehmensorga, Buchhaltung, Recht und Verwaltung.

Die Zahl der offenen Stellen ist besonders stark gestiegen im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit, (um 47,6 Prozent), während das Angebot in den Branchen Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung binnen eines Jahres um 37,1 Prozent zurückging.

„Der Arbeitsmarkt im Mai bietet uns viel Erfreuliches.“, sagt Elmar Zillert, Chef der Arbeitsagentur Aalen: „Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor 9337 Menschen in Ostwürttemberg arbeitslos gemeldet sind, für die es Lösungen zu finden gilt.“

„Der Arbeitsmarkt im Mai bietet uns viel Erfreuliches.“

Elmar Zillert

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