Blackpin räumt Preise ab

+
Sandra Jörg ist die Gründerin und das Gesicht von Blackpin - insgesamt gehören aber 37 Personen zum Team des Start-ups mit Sitz im Aalener Innovationszentrum.
  • schließen

Die App-Entwicklerfirma baut ihren sicheren Firmen-Messenger zur digitalen Transaktionsplattform aus.

Aalen

Neuer, toller Erfolg für Sandra Jörg und ihr 2016 gegründetes Start-upBlackpin. In dieser Woche ist Blackpin in Berlin unter die Gewinner des Weconomy-Awards gekürt worden. Die App-Schmiede mit Hauptsitz im Aalener Innovationszentrum heimst mit ihrem sicheren Firmen-Messenger, der nach und nach zur digitalen Transaktionsplattform wird, einen Preis nach dem anderen ein. 2020 gab es den Innovationspreis Ostwürttemberg, derzeit ist das 37-köpfige Team für den Innovationspreis Baden-Württemberg nominiert. Beim WIN-Award für Gründerinnen können Fans derzeit online für das Start-up der Hüttlingerin Sandra Jörg abstimmen.

Die Hauptrolle spielt bei Blackpin der sichere Messenger-Dienst, der seit Anfang dieses Jahres als Version 1.0 im Einsatz ist. Im Gegensatz zu sogenannten Community-Messengern wie etwa Whatsapp oder Telegram, richtet sich das Produkt speziell an Firmen. Mehr als 35 Pilotkunden zählt Blackpin derzeit.

Zwar wird die App über die üblichen Stores auf das Smartphone geladen, wie Sandra Jörg betont. Auch können – und sollen – alle Nutzer ihre privaten Endgeräte nutzen. „Das ist der Sinn der Sache, dass jeder sein eigenes Gerät verwenden kann“, sagt die Gründerin. Dann aber hören die Gemeinsamkeiten auf. Das Unternehmen, das die Blackpin-App nutzt – die meisten Firmen lassen sich den Dienst im Erscheinungsbild individualisieren – bestimmt selbst, wer Zugang zu dem geschlossenen System hat. Außerdem: wer zu welchen Gruppen gehört, wer nur Nachrichten, Fotos und Videos erhalten aber nicht selbst verschicken kann, wer anonymisiert an Chats teilnehmen kann. „Gerade im medizinischen Bereich ist das wichtig“, erklärt Sandra Jörg.

Die Gesundheitsunternehmen sind deshalb neben der Finanzbranche wichtige Adressaten von Blackpin. Die geschlossene App ist besonders sicher und konform mit der Datenschutzgrundverordnung. Der Cloud Server steht nicht im Ausland, sondern in Deutschland. „Kommunikation, Transaktion und Datenaustausch erfolgen durch eine Komplett-Verschlüsselung und die Archivierung der Daten nach höchsten deutschen Standards“, sagt Sandra Jörg. Dass die App auf die persönliche Kontaktliste im Handy zugreift, wie es etwa der russische Messengerdienst Telegram tut – für Blackpin undenkbar. Hier legen die Firmen eine eigene Adressliste an und nur diese wird verwendet. „Hier bin ich Susi Meier aus der Marketingabteilung, sonst nichts“, zeigt es Sandra Jörg an einem Beispiel.

Aber die Reise geht weiter bei Blackpin. Auf Blackpin.TV gibt es online alle zwei Wochen eine selbst produzierte Talkshow mit Entscheidern zu sehen. In wenigen Wochen soll die Messenger-Version 2.0 auf den Markt kommen, ebenso eine Desktop-Version. In Zusammenarbeit mit Partnern wie mit Plan B und der IOTA-Foundation setzt das Team auf Blockchain-Technologien, um die App zur Transaktionsplattform auszubauen.

So soll es die Möglichkeit eines „Zeitstempels“ geben, um beispielsweise Videoberatungen oder Patientengespräche sekundengenau und fälschungssicher abrechnen zu können. Auch ein Orts-Tracking gehört zur App. Digitale Bezahlfunktionen werden derzeit in Zusammenarbeit mit einer Bank in die App integriert. Schließlich soll auch das Thema Smart Contracting – das Abschließen von fälschungssicheren Verträgen – mit Blockchain-Technologie integriert werden. Und vielleicht, verrät Sandra Jörg, gibt es aus dem Hause Blackpin auch bald einen Community-Messenger – „den sichersten der Welt.“

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft Regional

WEITERE ARTIKEL

Kommentare