Cyberkriminalität trifft Unternehmen in der Region

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Die Commerzbank-Studie hat betroffene Unternehmen gefragt: Welche Form von Cyberkriminalität war es? Mehrfachnennungen waren möglich. (Quelle: Commerzbank)

Sicherheit Eine aktuelle Studie der Commerzbank zeigt: Jedes dritte Unternehmen in Ostwürttemberg war bereits mindestens einmal von Cyberkriminalität betroffen. Unternehmenskundenbetreuerin Cora Heide gibt Empfehlungen.

Aalen Jedes dritte Unternehmen in Ostwürttemberg ist bereits Opfer eines Cyberangriffs geworden. Im Bundesdurchschnitt sind es mit 43 Prozent sogar noch deutlich mehr. Bei zwei Drittel der betroffenen Unternehmen wurde dabei versucht, Daten durch Phishing-Mails zu stehlen. Bei zwei von fünf Unternehmen haben Externe versucht, sich das Vertrauen von Mitarbeitern zu erschleichen, um an sensible Daten zu kommen. Das geht aus der 9. Unternehmerkunden-Studie im Auftrag der Commerzbank hervor.

Für diese wurden bundesweit 2500 Unternehmen – sowohl Kunden der Commerzbank als auch anderer Banken – mit einem Jahresumsatz von bis zu 15 Millionen Euro vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos befragt, davon 50 in der Region Ostwürttemberg.

Jedes zehnte betroffene Unternehmen in der Region beklagt dabei Schäden durch die Cyberkriminalität. Diese reichen von finanziellen Verlusten über Imageschäden bis hin zum Verlust von Kunden beziehungsweise Kundendaten. „Häufig ist der Faktor Mensch ausschlaggebend für den Erfolg oder Misserfolg eines solchen Angriffs“, sagt Cora Heide, Gebietsleiterin Unternehmerkunden. „So konnten bei 87 Prozent der Unternehmen Schlimmeres durch die Aufmerksamkeit der Geschäftsführung oder von Mitarbeitenden verhindern.“ 40 Prozent der Unternehmen verdankten die erfolgreiche Abwehr dem Einsatz von Sicherheitssoftware.

In Ostwürttemberg wichtiges Thema

Das Thema Cybersicherheit ist dem Großteil (84 Prozent) der Unternehmen entsprechend wichtig, dabei sehen sich 92 Prozent der Befragten bereits sehr gut aufgestellt „Bei der Hälfte der hiesigen Unternehmen trägt die Geschäftsführung die Verantwortung für die Cybersicherheit“, erläutert Heide. Bei jeweils einem Fünftel kümmern sich eigene IT-Experten im Unternehmen oder externe Mitarbeiter um das Thema.

Drei von fünf der Ostwürttemberger Unternehmen sehen aktuell keine Notwendigkeit, weitere Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Ein Viertel will die bestehenden Maßnahmen indes erweitern, um künftig noch besser auf mögliche Cyberangriffe vorbereitet zu sein. Davon vertrauen zwei Drittel auf die Installation entsprechender Sicherheitssoftware.

Um vor Cyberattacken geschützt zu sein, setzen 60 Prozent der Befragten auf Schulungen und Sensibilisierung der Geschäftsführung und Mitarbeiter. „Wir unterstützen unsere Kunden bei dem Thema und bieten entsprechende Schulungen an“, sagt Heide. „Damit erhalten die Absolventen ein Zertifikat, das unter anderem eine Voraussetzung für den Abschluss einer Cyberschutzversicherung ist.“

Eine solche Police streben aktuell 20 Prozent der Unternehmen in der Region an. „Eine Cyberschutzversicherung übernimmt nicht nur im Schadensfall die entstandenen Kosten, sondern hilft bereits im Vorfeld bei der Verhinderung von Schäden, zum Beispiel durch eine Präventionsberatung“, erläutert Heide.

Insgesamt fühlen sich 70 Prozent der Ostwürttemberger Unternehmen von ihrer Bank beim Thema Cybersicherheit gut unterstützt und informiert. „Wir sehen das als Bestätigung für unsere Kundenbeziehungen, aber auch als Ansporn, weiter am Ball zu bleiben und möglichst viele Unternehmen auf das Thema anzusprechen und auf den aktuellen Stand zu bringen“, so Heide.

Zur Person: Cora Heide

Cora Heide verantwortet als Gebietsleiterin Unternehmerkunden in weiten Teilen Baden-Württembergs die Betreuung von Selbstständigen, Freiberuflern und mittelständischen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 15 Millionen Euro. Dazu zählen neben Ostwürttemberg auch die Regionen Stuttgart, Heilbronn, Karlsruhe, Freiburg, Reutlingen und Ulm.

Cora Heide begann 1987 in Mannheim mit einer Ausbildung zur Bankkauffrau ihre Karriere bei der Commerzbank. Von 1990 bis 1998 war sie für die Commerzbank in Sachsen (Zwickau) tätig und absolvierte 1995 erfolgreich ihre Ausbildung zum ‚Certified Financial Planner‘. Seit 1999 übernahm sie verschiedene Führungspositionen für die Bank in Berlin und Leipzig, zuletzt als Leiterin der Niederlassung Reutlingen für das Segment Privat- und Unternehmerkunden.

Die Commerzbank ist nach eigenen Angaben Partner von rund 28.000 Firmenkundenverbünden sowie rund elf Millionen Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland. In zwei Geschäftsbereichen – Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden – bietet die Bank ein umfassendes Portfolio an Finanzdienstleistungen. Die Commerzbank wickelt rund 30 Prozent des deutschen Außenhandels ab und ist im Firmenkundengeschäft international in knapp 40 Ländern vertreten. Im Jahr 2021 erwirtschaftete die Commerzbank mit rund 46.500 Mitarbeitern Bruttoerträge von rund 8,5 Milliarden Euro.

Cora Heide Foto: Commerzbank

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