Die Region setzt auf Wasserstoff

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Nahmen stellvertretend für die regionalen Akteure den Förderbescheid des Bundes von Minister Dr. Volker Wissing in Empfang: (V. l.) Michael Setzen, Landratsamt Heidenheim, Alexander Groll, Stadt Schwäbisch Gmünd, und Michael Hueber, Landratsamt Ostalbkreis, Volker Wissing, Minister für Digitales und Verkehr des Bundes.

Der Bund unterstützt das Projekt „H2Ostwürttemberg“ mit 400 000 Euro. Welche Projekte in der Region nun vorangetrieben sollen.

Schwäbisch Gmünd

Bereits seit 2019 läuft der Wettbewerb „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr. Der soll laut Landratsamt des Ostalbkreises Akteure in allen Regionen Deutschlands motivieren, Konzepte und Projekte mit Wasserstoffbezug zu initiieren, zu planen und umzusetzen. Der Ostalbkreis, der Kreis Heidenheim und die Stadt Schwäbisch Gmünd haben sich mit dem Projekt „H2Ostwürttemberg“ am Wettbewerb beteiligt und wurden im vergangenen Herbst in der Kategorie „HyExperts“ ausgezeichnet. Damit verbunden war die Förderzusage für bis zu 400 000 Euro zur Erstellung eines umsetzungsfähigen Gesamtkonzepts für eine regionale Wasserstoffwirtschaft.

Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing übergab nun in Berlin den Wirtschaftsförderern Michael Hueber, Ostalbkreis, Michael Setzen, Landkreis Heidenheim, und Alexander Groll, Stadt Gmünd, heute in Berlin den Förderbescheid. Wissing, zu dessen Ressorts auch das Digitale gehört, sagte anlässlich des HyLand-Symposiums in Berlin: „Mit dem regionalen Ansatz von HyLand bringen wir Wasserstoff in die Fläche und helfen 30 weiteren Regionen dabei, Konzepte für eine lokale Wasserstoffwirtschaft zu erarbeiten. Insbesondere freut es mich, dass wir auch in der Kategorie HyPerfomer eine zweite Runde verkünden und somit in Zukunft weitere Regionen durch Investitionszuschüsse bei der Umsetzung ihrer Wasserstoffkonzepte unterstützen können.“ Damit leiste der Bund einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der deutschen Wasserstoffstrategie und zur Erreichung unserer Klimaschutzziele.

Landrat Dr. Joachim Bläse freut sich über den Erfolg des Gemeinschaftsprojekts. Die Förderung sei ein wichtiger Impuls für die Aktivitäten der beiden Landkreise und der Kommunen. „Wir sind traditionell ein industriell geprägter Standort mit Schwerpunkten im produzierenden Gewerbe und in der Logistik. Die Transformation vor allem in der Mobilität stellt uns vor neue Herausforderungen, denen wir uns gemeinsam stellen müssen.“ Es gehe darum, emissionsarme oder –freie Antriebsformen zu entwickeln. „Mit dem regionalen Projekt H2Ostwürttemberg wollen wir den Wandel, der insbesondere für unseren Automotive-Bereich tiefgreifende Einschnitte bedeutet, aktiv mitgestalten“, so Bläse weiter. Auch für die Sicherung der Energieversorgung müsse das Thema Wasserstoff dynamisch weiterentwickelt werden.

Für das Gesamtkonzept, das auf Wasserstoff aus erneuerbaren Energien beruht, wurde das Know-how vieler Akteure aus der Region genutzt. Neben den Wirtschaftsförderern des Ostalbkreises und des Landkreises Heidenheim sowie der Großen Kreisstädte waren Vertreter der GOA und der Stadtwerke aus Ellwangen und Schwäbisch Gmünd involviert.

Das Konzept beinhaltet unter anderem die Entwicklung eines klimaneutralen Technologieparks mit Elektrolyseanlage in Gmünd, die klimafreundliche Wärmeversorgung eines neuen Stadtteils und Erzeugung von Wasserstoff in Ellwangen, der Aufbau eines Logistiknetzwerks und Betrieb von Nutzfahrzeugen basierend auf Wasserstoffantriebstechnologie sowie der Aufbau eines auf Wasserstofftechnologien basierenden Fort-, Aus-, und Weiterbildungsangebots und die Erstellung von fundierte Studien zur ökonomischen und ökologischen Standortauswahl für Wasserstoff-Tankstellen. Auch die Erarbeitung von Industriekonzepten zur Nutzung und Herstellung von Wasserstoff steht oben auf der Agenda.

Laut Landratsamt ist Ostwürttemberg damit bundesweit eine von insgesamt 15 ausgezeichneten HyExpert-Regionen, die Fördergelder aus dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP2) erhalten.

Auch das Land und die EU fördern die Entwicklung von Wasserstoffprojekten aus erneuerbaren Energien. So haben sich laut Landratsamt die Stadt Gmünd und der Ostalbkreis mit einem Konsortium bestehend aus 18 weiteren Akteuren mit dem Verbundvorhaben HyFIVE erfolgreich im EFRE-Wettbewerbsverfahren für das Landesprogramm „Modellregion Grüner Wasserstoff“ platziert. Das Teilprojekt H2-Aspen in Schwäbisch Gmünd sieht vor, die gesamte Wertschöpfungskette von Wasserstoff abzudecken.

Die Transformation vor allem in der Mobilität stellt uns vor neue Herausforderungen.“

Dr. Joachim Bläse, Landrat

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