Eine Chance für Ungelernte

+
Ziel des Projekts „Unsere Jobs – Ihre Chance“, das im Rahmen der Initiative „Zukunft Ostwürttemberg“ entwickelt wurde, ist es laut Agentur für Arbeit Aalen, „möglichst viele (wieder) ungelernte arbeitsuchende Menschen mit Unternehmen zusammenzubringen".

Ungelernten Arbeitslosen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt geben und den Fachkräftemangel bekämpfen – das ist das ambitionierte Ziel eines neuen regionalen Projekts.

Aalen.

Die Zahl der Arbeitslosen verbleibt auch im Januar mit 3,3 Prozent auf einem niedrigen Niveau. Die Zahl der Erwerbstätigen in Ostwürttemberg ist von 160 000 im Jahr 1992 auf 185 000 im vergangenen Jahr gestiegen. Dennoch hält der Fachkräftemangel die Region fest im Griff. Um Abhilfe zu schaffen, nimmt ein regionales Projekt eine Gruppe von Personen in den Blick, die es auch in Zeiten des Jobbooms schwer haben: die der Ungelernten. Denn: „Vor allem der Anteil an Ungelernten unter den Arbeitslosen hat im Laufe der Jahre stetig zugenommen“, wie Claudia Prusik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aalen, in einem Interview mit dieser Zeitung im Herbst erklärte.

Ziel des Projekts „Unsere Jobs – Ihre Chance“, das im Rahmen der Initiative „Zukunft Ostwürttemberg“ entwickelt wurde, ist es laut Agentur, „möglichst viele ungelernte arbeitsuchende Menschen mit Unternehmen zusammenzubringen, die aktiv nach Arbeitskräften suchen und dann diese neuen Mitarbeitenden im weiteren Verlauf mit den Fähigkeiten ausstatten, die für die zukünftige Arbeit in den kooperierenden Firmen von maßgeblicher Relevanz sind“. Durch eine erfolgreiche Qualifizierung sollen die Menschen eine verbesserte, langfristige Beschäftigungsperspektive erhalten.

In der Initiative „Zukunft Ostwürttemberg“ bündeln zahlreiche Institutionen, darunter IHK, beide Landkreise, die Arbeitsagentur, Südwestmetall und IG Metall, ihre Kräfte, um die Region fit zu machen für die Herausforderung der ökologischen und digitalen Transformation. Das Fundament soll die Qualifizierungs- und Beschäftigungsoffensive bilden. Ziel ist unter anderem, Weiterbildungsangebote zu entwickeln, um alle Beschäftigtengruppen auf die neuen Anforderungen des Marktes vorzubereiten, von den ungelernten Arbeitskräften bis hin zu akademisch Ausgebildeten. Mit einer Auftaktveranstaltung wurde das Teilprojekt „Unsere Jobs – Ihre Chance“ gestartet und Unternehmen für das Vorhaben gewonnen. Wie wichtig ein solches Projekt als Baustein der Gesamtstrategie ist, betonen die Initiatoren.

Dr. Joachim Bläse, Landrat des Ostalbkreises, erklärt: „Die strukturellen Umwälzungsprozesse müssen zeitnah bearbeitet werden. Neben Innovation, Technologietransfer, Forschung und Bereitstellung von Infrastruktur ist es besonders wichtig, den Fach- und Arbeitskräftebedarf für die Zukunft zu sichern und auszubauen.“ Das Projekt „Unsere Jobs - Ihre Chance“ biete den Unternehmen und den Menschen, die aktuell keine Beschäftigung haben, „hervorragende nachhaltige Zukunftsaussichten“.

 „Menschen für einen Einsatz im ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren und fit zu halten, ist ein sehr lohnendes Ziel“, erläutert Peter Polta, Landrat des Landkreises Heidenheim. Er freue sich sehr, dass der gemeinsame Prozess Zukunft Ostwürttemberg die Ziele mit konkreten Projekten ansteuere. „Zusammen können Arbeitsverwaltung und Arbeitgeber sicher mehr erreichen.“ Für Thilo Rentschler, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwürttemberg ist das Projekt „der Motor für etwas Großes“: Mit der Initiative „Zukunft Ostwürttemberg" schaffe man ein solides Fundament für die Qualifizierung und Beschäftigungssicherung in der Region. „Mit gezielten Maßnahmen und wirksamen Konzepten wollen wir dem Fachkräftemangel entgegenwirken.“

Wie Claudia Prusik erklärt, sei es „ein Novum, mit dieser engen Zusammenarbeit eine in diesem Umfang noch nie dagewesene Integrationsdienstleistung im Paket anbieten zu können“. Ungelernte Menschen würden eine Beschäftigungschance erhalten und fit für den zukünftigen Arbeitsmarkt gemacht. „Wir – das Jobcenter Ostalbkreis, das Jobcenter Heidenheim und die Agentur für Arbeit – begehen einen neuen Weg bei der Integration von Menschen in Arbeit und ich lade alle Unternehmen als auch ungelernte Personen dazu ein, mitzumachen.“

Markus Kilian, Geschäftsführer Südwestmetall Ostwürttemberg, ist federführend mit der Agentur für die Beschäftigungs- und Qualifizierungsoffensive zuständig: „Der bisherige Fachkräftemangel hat sich mittlerweile zu einem allgemeinen Arbeitskräftemangel entwickelt. Teilweise können Aufträge nicht angenommen oder zu dem vom Kunden gewünschten Termin abgearbeitet werden.“ Daher sei es umso wichtiger, den Menschen aus der Region die Chance auf einen Arbeitsplatz zu bieten. „Allmählich steigen jedoch die Anforderungen an die Berufstätigen, beispielsweise durch die zunehmende Digitalisierung der Berufe. Mit der zum Projekt gehörigen Qualifizierung haben diese Menschen die Chance, langfristig in Arbeit zu verbleiben. Das wollen wir erreichen.“

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft Regional

Kommentare