Hartmann: Umsatz sinkt, Ergebnis ebenso

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Stammsitz von Hartmann in Heidenheim.

Der operative Gewinn geht im Vergleich zum Vorjahr sogar um mehr als 50 Prozent zurück. Am Transformationsprogramm hält der Konzern trotz der Widrigkeiten fest.

Heidenheim. Die Kosten für Material, Logistik und Energie steigen, der Umsatz sinkt, der Gewinn ebenso: So lässt sich das Jahr 2022 für Hartmann aus bilanztechnischer Sicht bislang zusammenfassen. Wie das Unternehmen mitteilt, lag der Umsatz zwischen Januar und September bei 1,71 Milliarden Euro, ein Minus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das operative Ergebnis geht sogar um fast 28 Prozent auf 139 Millionen Euro zurück.

„Der Geschäftsverlauf in den ersten neun Monaten 2022 ist die Folge deutlich gestiegener Material-, Transport- und Energiekosten“, schreibt Hartmann zu den Gründen. Auch Währungseffekte würden sich negativ auswirken. Hinzu kämen weiter destabilisierte Lieferketten sowie Risiken bei der Energieversorgung.

Auf die Probleme hat Hartmann bereits reagiert: Wegen der gestiegenen Materialkosten wurden die Preise angepasst, was die Auswirkungen teilweise kompensieren konnte. Zudem habe man Kosten reduziert und die eigene Effizienz gesteigert. Die Abhängigkeit von russischem Gas hat man hingegen reduziert und dafür in die Infrastruktur investiert. Zudem hat Hartmann eigenen Angaben zufolge „in signifikantem Umfang Warenbestände aufgebaut“. Das wirkte sich jedoch negativ auf das operative Ergebnis aus. Deshalb korrigiert Hartmann zudem seine Gewinnprognose fürs laufende Jahr: Statt von 190 bis 230 Millionen Euro, geht man inzwischen von einem Ebitda von 180 bis 220 Millionen Euro aus.

Am Transformationsprogramm, das Investitionen und Innovationen vorsieht, hält Hartmann trotz der Widrigkeiten fest. „Wir werden unvermindert an der nachhaltigen Stärkung unseres Unternehmens arbeiten und unser Transformationsprogramm umsetzen“, erklärt Vorstandschefin Britta Fünfstück. „Die Investitionen bleiben auch zukünftig auf einem hohen Niveau.“ Die bisherigen Ergebnisse des Transformationsprogramms hätten Hartmann für diese Krise sehr gestärkt. „Allerdings werden im vierten Quartal 2022 und insbesondere im kommenden Geschäftsjahr die wirtschaftlichen Herausforderungen für Hartmann und die gesamte Gesundheitsbranche noch größer.“

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