NovoPlan: Wie es nach dem Brand weitergeht

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Äußerlich sind die Schäden an dem Firmengebäude, die ersten Schätzungen zufolge in die Millionen gehen, nicht zu sehen.
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Welche Unternehmensbereiche nach dem Großbrand am Silvestermorgen wieder in Betrieb gehen und was sich das Unternehmen vom neuen Schweizer Eigentümer verspricht.

Aalen

Nach dem Großbrand an Silvester laufen beim Oberflächentechnik-Spezialisten NovoPlan in der Aalener Robert-Bosch-Straße die Tätigkeiten wieder an. "Es war erst einmal ein großer Schock für alle", heißt es aus der Unternehmensleitung: Dieser sei aber zwischenzeitlich Optimismus gewichen. Zur Schadenshöhe sei derzeit keine Aussage möglich, diese werde jedoch "sicher in die Millionen gehen."

Warum der Brand am Silvestermorgen in der Firma im Aalener Industriegebiet West ausgebrochen ist, ist weiterhin nicht klar. Das hat eine aktuelle Nachfrage bei der Polizei ergeben. Personen wurden nicht verletzt: Die Fabrik lag zum Zeitpunkt des Brandes still. Die Lösch- und Aufräumarbeiten, an denen neben 50 Einsatzkräften der Feuerwehr auch das THW beteiligt war, begannen am frühen Vormittag und zogen sich bis in die Abendstunden des Silvestertags hinein. Weit über Aalen war die Rauchwolke sichtbar.

Holger von Pöllnitz, Kaufmännischer Leiter der NovoPlan GmbH, hat nun auf Nachfrage Auskunft über das Ausmaß des Schadens gegeben: "Es ist ein Produktionsbereich betroffen, die restlichen Brandabschnitte und Produktionsbereiche sind glücklicherweise komplett unversehrt." NovoPlan versteht sich als Produktionsdienstleister für High-Tech-Beschichtungen und beliefert vor allem den Formen- und Werkzeugbau sowie die Halbleiterindustrie. Beschäftigt sind 40 Mitarbeiter. Das Unternehmen wurde 1987 von Burkhard Hamer gegründet und ist seit der Jahrtausendwende in der Robert-Bosch-Straße ansässig. Ende vergangenen Jahres wurde der Verkauf an die Schweizer De Martin-Gruppe mit Wirkung zum 1. Januar 2022 bekannt gegeben.

Welche Geschäftsbereiche weiterlaufen

Im Unternehmen will man die Beeinträchtigungen durch den Brand so gering wie möglich halten, wie Holger von Pöllnitz schriftlich erklärt: "Der Geschäftsbereich Sonderbeschichtungen läuft ab Montag normal weiter, ebenfalls alle Dienstleistungsbereiche wie Arbeitsvorbereitung, Technische Entwicklung, IT, Verwaltung, Lager etc. Einzig der Betriebsbereich des ,Stammgeschäftes' ist in Mitleidenschaft gezogen. Wie lange der Wiederaufbau dauert, kann noch nicht prognostiziert werden."

Trotz des anfänglichen Schocks ist man bei NovoPlan optimistisch, was die weitere Entwicklung des Unternehmens angeht: "Dank der neuen Gruppenzugehörigkeit zur De Martin Gruppe sind wir sehr zuversichtlich, dass alle Kundenaufträge kurzfristig an anderen Standorten abgewickelt werden können", betont der Kaufmännische Leiter. Der Brand am Vortag des offiziellen Inhaberwechsels betreffe den Übergang der NovoPlan auf die De Martin-Gruppe "grundsätzlich gar nicht", so Holger von Pöllnitz: "De Martin plant sehr langfristig und wird ungeachtet dieses Ereignisses in die Standorte in Aalen und Essingen investieren."

  • De Martin-Gruppe
  • Der Beschichtungsspezialist De Martin hat seinen Sitz in Wängi im Schweizer Kanton Thurgau. Das Unternehmen geht auf die Gründung durch Valentino de Martin im Jahr 1947 zurück. Seit 2004 steht Thomas de Martin an der Spitze des Unternehmens. Die Gruppe hat bereits 2015 mit einer Akquisition im bayerischen Neustadt/Aisch einen ersten Produktionsstandort im Ausland geschaffen, nach eigenen Angaben "vor allem um die Kundennähe zu stärken und um neue Wirtschaftsräume besser zu erschließen". Die Belegschaft der De Martin Gruppe ist mit der Akquisition von NovoPlan in Aalen und Essingen auf mehr als 250 Mitarbeiter angewachsen.

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