Unternehmen sind optimistisch

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Konjunktur IHK 2021

Erholung hat aber deutlich an Schwung verloren.Thilo Rentschler: Handel darf nicht wieder durch überzogene Corona-Regelungen eingeschränkt werden.

Heidenheim

In der Konjunkturumfrage der IHK Ostwürttemberg zum Herbst 2021 bewerten 54 Prozent der befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage mit „gut“. Das sind 19 Prozentpunkte mehr als noch im Frühjahr. Lediglich fünf Prozent beschreiben ihre Lage mit „schlecht“. Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Frühjahr 2021 (18 Prozent).

Vor allem die Industrie und unternehmensnahe Dienstleister tragen diese Entwicklung. Die Risiken hoher Energie- und Rohstoffpreise und die Probleme in den Lieferketten bremsen aber nach Einschätzung der IHK Ostwürttemberg die Erholung aktuell stark aus. Die Verluste aus dem Corona-Krisenjahr können daher vermutlich dieses Jahr nicht mehr ganz aufgeholt werden, wie die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage zeigen.

Der Erholungsprozess in der regionalen Wirtschaft spiegelt sich auch in der Umsatzentwicklung und der Ertragslage wider. Bei 65 Prozent der Unternehmen in Ostwürttemberg sind die Umsätze gestiegen. Nur 18 Prozent mussten Umsatzrückgänge verkraften. Auch bei der Ertragslage bewerten 45 Prozent der Unternehmen mit „gut“ und nur noch 10 Prozent mit „schlecht“. „Getragen wird diese Entwicklung vor allem von der Industrie und unternehmensnahen Dienstleistern. Noch deutlich unter Corona-Vorkrisenniveau sind beispielsweise Teile des Handels, die Eventbranche, persönliche Dienstleister oder auch das Hotel- und Gaststättengewerbes“, so Lisa Huurdeman, Referentin Standort der IHK Ostwürttemberg.

Rentschler warnt vor Problemen in Liferketten

Thilo Rentschler, Hauptgeschäftsführer der IHK, sagt: „Die konjunkturelle Erholung ist weiter fragil. Die aktuell massiven Probleme in den Lieferketten sowie die hohen Energie- und Rohstoffpreise lassen die Dynamik der Erholung leicht sinken. Ob die regionale Wirtschaft die Corona-Krise noch im vierten Quartal 2021 hinter sich lassen kann, wird zunehmend fraglich.“

Bei den Geschäftserwartungen geht immer noch knapp ein Viertel der Befragten von schlechteren Geschäften aus. Mehr als jeder zweite Betrieb rechnet nur mit einer Seitwärtsbewegung auf dem jetzigen Niveau. Die größten Risiken stellen dabei die Energie- und Rohstoffpreise dar, gefolgt vom Fachkräftemangel und der Corona-Pandemie. Die Pandemie verliert im Vergleich zu vergangenen Umfragen deutlich an Risikopotenzial, ihr Einfluss hallt jedoch nach: Auch wenn eine größere Insolvenzwelle in der Region ausgeblieben ist, starten viele Unternehmen mit einem stark reduzierten Eigenkapital in die nächsten Monate. Auch die Energie- und Rohstoffpreise, die durch die Störung internationaler Lieferketten und einer anhaltend hohen Nachfrage stark gestiegen sind, sind indirekte Konsequenzen der Pandemie.

Die Industrie ist nach Angaben der Unternehmen zu 86 Prozent in ihren Kapazitäten ausgelastet, im Frühjahr waren es noch 80 Prozent. Die Geschäftslage beurteilt die Hälfte der Betriebe als „gut“, 43 Prozent immerhin mit „befriedigend“.

Der Handel beurteilt die aktuelle Geschäftslage mehrheitlich positiv. Dies ist eine deutliche Verbesserung zum Frühjahr, als der Lockdown einige Handelsbranchen extrem belastete. Die Ertragslage hat sich um 5 Prozentpunkte, auf insgesamt 28 Prozent, verbessert. Das Kaufverhalten der Kunden wird mehrheitlich wieder als saisonüblich eingeschätzt (62 Prozent). „Der Handel und auch die anderen Branchen dürfen in diesem Herbst/Winter nicht wieder durch überzogene Corona-Regelungen eingeschränkt werden“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler.

Bei den Dienstleistern hat sich die Bewertung der Geschäftslage im Vergleich zum Frühjahr ebenfalls verbessert. Mehr als die Hälfte beurteilt die aktuelle Lage mit „gut“. Lediglich 11 Prozent sehen sich mit einer schlechten Ertragslage konfrontiert.

Die konjunkturelle Erholung ist weiter fragil.“

Thilo Rentschler, IHK-Hauptgeschäftsführer
  • Lage im Ostalbkreis hat sich erholt
  • Bezogen nur auf den Ostalbkreis, hat sich die Lage etwas erholt. Mit 47 Prozent bewerten 14 Prozentpunkte mehr als noch im Frühjahr ihre aktuelle Lage mit „gut“. 2 Prozent beurteilen ihre Lage mit „schlecht“, im Frühjahr waren es noch über 20 Prozent. Vor allem die Industrie entwickelt sich im Ostalbkreis zum Zugpferd : Keines der befragten Unternehmen beurteilt die aktuelle Geschäftslage mit „schlecht“, das ist ein Rückgang um 20 Prozentpunkte im Vergleich zum Frühjahr.

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