Varta zahlt Aktionären Dividende

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Die Varta-Zentrale in Ellwangen
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Hauptversammlung aus dem Congress Centrum Heidenheim im Internet übertragen. Wachstumspotenzial bei kleinen Coin-Power-Zellen, aber auch im Automotive-Markt.

Ellwangen

Die Ellwanger Varta AG zahlt ihren Aktionären eine Dividende von rund 100 Millionen Euro aus. Das entspricht 2,48 Euro pro Aktie. Dies hat die Hauptversammlung beschlossen, die am Dienstag ohne physische Präsenz der Aktionäre und ihrer Bevollmächtigten im Congress Centrum Heidenheim stattfand und im Internet übertragen wurde.

Varta verzeichnet seit dem Börsengang im Oktober 2017 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 39 Prozent. „Mit diesem Umsatzwachstum konnte sowohl im Vorjahr als auch kontinuierlich in den Jahren zuvor ein überproportionales Ebitda-Wachstum von durchschnittlich knapp 65 Prozent erzielt werden“, teilt der Batteriehersteller mit.

Außerdem beschloss die Versammlung die mögliche Aufnahme neuen Kapitals in den kommenden Jahren. Dadurch, so der Konzern, erhalte Varta die notwendige finanzielle Flexibilität das Eigenkapital zu stärken, um so die Wachstumsinitiativen und alle weiteren Investitionen zu finanzieren. Es handle sich hierbei um Vorratsbeschlüsse, von denen die Gesellschaft in den nächsten fünf Jahren mit Zustimmung des Aufsichtsrats Gebrauch machen könne Unverändert stehe aktuell die Fremdfinanzierung im Vordergrund, um die geplanten Vorhaben zu finanzieren.

Der Erfolg von Varta liege in der Innovationsstärke: Mit „Coin Power“ sei das Unternehmen erfolgreich in den Zukunftsmarkt der Lithium-Ionen-Technologie eingetreten. Im Bereich der kabellosen Kopfhörer seien somit neue Produktdesigns ermöglicht worden.

Starkes Interesse im Markt für größere Rundzellen

Das Know-How sei dann auf größere Lithium-Ionen-Rundzellen übertragen worden, mit einem Anwendungsfeld, das vom Powertool über Drohnen und Roboter bis hin zur Baumaschine, dem Energiespeicher oder automotiven Anwendungen im Top-Performance-Bereich reiche. „Das Unternehmen erfährt großes Interesse aus dem Markt für diese Zellen, die zukünftig hoch automatisiert in einer neuen Fabrik produziert werden, die mit einer Kapazität von einer Gigawattstunde starten soll“, teilt Varta mit und fügt an: „Die nächsten Erweiterungsschritte sind aber bereits in Planung.“

Im Bereich Energiespeicher hat Varta die nächste Generation an Geräten präsentiert. „VARTA.wall“ wir als ein ein modular erweiterbares flexibles Speichersystem beschrieben, das mit innovativer Technologie entwickelt wurde. Der Energiespeicher soll Anfang nächsten Jahres ausgeliefert werden. Der Batteriespezialist hat sich zum Ziel gesetzt, im Heimspeicherbereich die führende Rolle einzunehmen.

Im Segment der Haushaltsbatterien bietet das Unternehmen Produkte im Rahmen einer Repositionierung mit höherer Energiedichte und komplett plastikfreier recycelbarer Verpackung an.

Der Varta-Konzern mit Sitz in Ellwangen und weiteren wichtigen Standorten in Nördlingen sowie Dischingen beschäftigt derzeit nahezu 4800 Mitarbeiter. Mit fünf Produktions- und Fertigungsstätten in Europa und Asien sowie Vertriebszentren in Asien, Europa und den USA sind die operativen Tochtergesellschaften der Varta AG derzeit in mehr als 75 Ländern weltweit tätig.

Tojner verkauft Varta-Aktienpakete

Michael Tojner, Aufsichtsratsvorsitzender und Mehrheitsaktionär der Varta AG, hat sich Medienberichten zufolge im Juni von zwei größeren Varta-Aktienpaketen getrennt. Bei zwei Transaktionen veräußerte er jeweils außerhalb eines Handelsplatzes Aktien mit einem Gesamtvolumen von 22,494 Millionen Euro. Der Wiener Milliardär, Unternehmer und Finanzinvestor hatte mit seiner Unternehmensgruppe 2007 die Varta-Sparte Mikrobatterien und 2011 die Kontrolle über die gesamte Varta AG übernommen.

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