Voestalpine: PV-Anlage mit Weltneuheit

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Die Anfang November neu in Betrieb genommene PV-Anlage mit den von Voestalpine entwickelten Unterkonstruktionen.
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Künftig erzeugt der Konzern zehn Prozent seines Strombedarfs selbst, dank einer PV-Anlage mit einer besonderen, selbst entwickelten Komponente.

Schwäbisch Gmünd

Anfang November hat der Voestalpine-Konzern eine Photovoltaik-Anlage am Standort Schwäbisch Gmünd in Betrieb genommen. Die Besonderheit: Mit dem Kraftwerk deckt der österreichische Konzern nicht nur rund zehn Prozent seines Stromverbrauchs; die Unterkonstruktionen, auf denen die PV-Module installiert wurden, wurden im Werk selbst konstruiert. „Eine Weltneuheit“, teilt der Konzern stolz mit.

 „Mit unserer Dachanlage tragen wir zum Ziel der Division bei, bis 2035 klimaneutral zu produzieren“, erklärt Andy Werner, Teamleiter Infrastruktur-Werksanlagen. „Auf unseren Dächern wurden vor kurzem rund 14 000 Quadratmeter neue PV-Module montiert.“ Auf den restlichen Dachflächen produziere man bereits seit zehn Jahren mit weiteren PV-Module grünen Strom, der über einen Betreiber ins öffentliche Netz abgegeben wird.

Die Spitzenleistung der neuen Anlage soll – 1000 optimale Sonnenstunden im Jahr vorausgesetzt – bei 1800 Kilowattstunden liegen. Daraus resultiere, so Voestalpine, eine jährliche Einsparung von 600 Tonnen CO2-Emissionen. Nachdem das Projekt im September 2021 genehmigt wurde, hat der Konzern die Anlage gut ein Jahr später erfolgreich in Betrieb genommen. Die Eröffnung wurde Anfang November gemeinsam mit Kunden, Lieferanten, Monteuren und Vertretern der Stadt gefeiert.

Den Aufbau und die Inbetriebnahme der PV-Anlage übernahm ein Kooperationspartner der Voestalpine Automotive Components. Die Wechselrichter für die Anlage kommen von Fronius, die Unterkonstruktion hat Voestalpine selbst entwickelt und „iFIX“ getauft. Mit dem iFIX-Montagesystem soll es laut dem Konzern möglich sein, PV-Anlagen schnell in Betrieb zu nehmen. So bestehen die Elemente aus lediglich einer Komponente statt aus verschiedenen Einzelteilen und sind daher ohne Werkzeuge montierbar. Bis zu 100 Kilowatt-Peak PV-Leistung könnten pro Tag von drei Personen installiert werden, so der Konzern. Das Befestigungssystem bestehe aus korrosionsgeschütztem Stahlblech und zeichne sich durch eine besonders hohe Belastbarkeit aus. Auch die Logistikkosten fallen niedriger aus als bei anderen Systemen, denn die vorgeformten Komponenten sind stapelbar.

Laut Unternehmensangaben komme in Gmünd eine Ost-West-orientierte Variante zum Einsatz, so Voestalpine, deren Ausrichtung eine „weit über den Tag laufende Ausbeute an Sonnenstrom“ ermögliche. Das System hat offenbar europaweit Interesse geweckt, weshalb Voestalpine „demnächst“ eine Serienversion auf den Markt bringen will. Dafür werde man die gefertigte Produktionsmenge steigern. Die Voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd ist nicht nur führender Hersteller von Pressteilen für die Automobilindustrie, sondern auch einer von fünf Herstellern von Photovoltaik-Montagesystemen.

In Gmünd beschäftigt der österreichische Konzern 760 Menschen, die Außenhautteile für Fahrzeuge, Werkzeuge und Photovoltaik-Unterkonstruktionen produzieren. Der Standort gehört zur „Metal Forming Division“ von Voestalpine, für die insgesamt 11 800 Beschäftigte arbeiten. Die Sparte ist für fast alle europäischen Automobilhersteller tätig ist und erzielte im Geschäftsjahr 2021/22 einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro sowie einen operativen Gewinn von 433 Millionen Euro. Der Gesamtkonzern beschäftigt weltweit mehr als 50 000 Menschen.

Am Standort Gmünd werden die PV-Unterkonstruktionen hergestellt.

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