Wie die Aalener Mafa die Transformation angeht

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Konrad Grimm war per Videokonferenz zugeschaltet. Markus Kilian moderierte eine von zwei Paneldiskussionen beim Zukunftskongress in Heidenheim.
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Der Strukturwandel in der Automobilbranche geht auch an der Aalener Traditionsfirma nicht vorbei. Die Maschinenfabrik will sich in den kommenden Jahren neu erfinden. Wie das gelingen soll.

Aalen.

Die Maschinenfabrik Alfing Kessler (Mafa) steht für Kurbelwellen, das gilt seit Jahrzehnten. Doch die Märkte ändern sich, vor allem in der Automotive-Branche stehen die Zeichen auf elektrifizierte Antriebe. Kurbelwellen? Kommen in dieser Zukunft nicht vor. Rund 30 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet die Mafa aktuell mit Kunden aus der Autoindustrie. „Das ist für uns ein hohes Risiko“, sagt Geschäftsführer Konrad Grimm. Deshalb gilt: Die Mafa will sich neu erfinden, mit dem Ergebnis: „Die Kurbelwelle wird in Zukunft ein Produkt unter vielen sein“, so Grimm, der den neuen Kurs seines Unternehmens beim Zukunftskongress in Heidenheim vorstellt.

Seit 111 Jahren gibt es die Mafa in Wasseralfingen, dazu kommen zwei Standorte in China, insgesamt erwirtschaften 1150 Beschäftigte einen Jahresumsatz von rund 250 Millionen Euro. Beim Zukunftskongress skizziert Grimm, wie sich das Unternehmen weiterentwickeln will. Die Mafa habe sich vor geraumer Zeit auf den Weg in die Zukunft gemacht. Zwar sei der größte Geschäftsbereich, jener mit großen Komponenten zwischen 1,30 und 8 Meter, vom aktuellen Strukturwandel in der Automobilbranche nicht betroffen, doch für die Sparte, die direkt vom Verbrennungsmotor in Kfz abhängig ist, braucht es eine neue Strategie.

Ziel: neuer Status quo bis 2029

Vor knapp 18 Monaten habe man begonnen, die Transformation aktiv zu anzugehen. Das Ziel: die Erschließung neuer Geschäftsfelder und neuer Produkte. Zunächst galt es den aktuellen Status quo zu erfassen, die eigene Wertschöpfungskette zu analysieren und potenzielle Märkte, Produkte und Potenziale zu erfassen. Hierzu habe man Teams von Mitarbeitenden gebildet, denn elementar sei: „Die Transformation hängt maßgeblich von den Mitarbeitenden ab“, so Grimm. „Und für jedes neue Produkt muss man sich aus der eigenen Komfortzone bewegen.“

Derzeit sei man dabei, die Weichen für die Zukunft zu stellen, ab 2023 beginne der Umbau, der bis 2029 abgeschlossen sein soll. Bereits jetzt würden Anlagen vor allem hinsichtlich ihrer Flexibilität angeschafft, neues Know-how aufgebaut und neue Produkte eingeführt. Jüngstes Beispiel: ein Weichenherzstück für die Schieneninfrastruktur.

Wichtig sei zudem eine offene Fehlerkultur, die schnelle unternehmerische Entscheidungen ermögliche, Transparenz bei der Unternehmensführung und eine gute Außendarstellung. Das Ziel: „Die Weichen sollen bis zum Jahr 2023 gestellt werden“, erklärt Grimm: „Ende des Jahrzehnts wollen wir unseren neuen Status quo erreicht haben.“ Klar sei: „Die Transformation ist Herausforderung und Chance zugleich. Wenn sie als Bedrohung eingeschätzt wird, kann sie nicht gelingen.“

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