„Zähes Ringen“ bei Bosch AS

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Bosch Automotive Steering will die Personalkosten am Standort Schwäbisch Gmünd senken.

Beim größten Arbeitgeber in Schwäbisch Gmünd sind die Fronten wieder verhärtet.

Schwäbisch Gmünd. Groß war die Erleichterung, als sich die Geschäftsführung von Bosch Automotive Steering (AS) gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern im vergangenen Jahr auf ein sogenanntes Eckpunktepapier geeinigt hatten. Darin wurden zwar zum einen der Abbau von 1800 Stellen in Schwäbisch Gmünd bis zum Jahr 2026 beschlossen, zum anderen sicherte Bosch dem Standort den Erhalt sowie weitere Investitionen in Höhe von mindestens 350 Millionen Euro zu. Über die Details, wie das Eckpunktepapier in der Praxis ausgestaltet wird – heißt: wie und wo gespart werden soll – herrscht nun jedoch offenbar weniger Einigkeit. Das zeigt die jüngste Veröffentlichung des Betriebsrats und der IG Metall.

„Das Eckpunktepapier gibt dem Standort und den Arbeitsplätzen Zukunft“, erklärt Hüseyin Ekinci, Leiter des Vertrauenskörpers der IG Metall bei Bosch AS. „In den laufenden Verhandlungen zeigt sich die Unternehmensleitung jedoch extrem stur. Unser Ziel ist es, einen tragfähigen und fairen Kompromiss auszuhandeln.“ Laut IG Metall und Betriebsrat habe die Geschäftsführung der Arbeitnehmerseite „eine lange Liste von Einsparvorschlägen vorgelegt“. So sollen unter anderem Tariferhöhungen, zusätzliches Urlaubsgeld, tarifliche Sonderzahlungen oder Teamzulagen gekürzt werden. „Offenbar fehlt es dem Arbeitgeber nicht an Fantasie für einseitige Einschnitte“, schreibt die IG Metall. Man habe deutlich gemacht, dass man sich „nicht über Tisch ziehen lassen“ wolle. „Wir sind bereit, auf ihn zuzugehen, das aber nicht bedingungslos.“

In den kommenden Tagen werde man die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber fortsetzen. Die Arbeitnehmerseite will „hart verhandeln“. Betriebsratschef Claudio Bellomo erklärt: „Wenn wir etwas geben müssen, dann müssen wir auch eine verbindliche Gegenleistung dafür erhalten.“ Kai Burmeister, Erster Bevollmächtigter der IG Metall, kündigte an, „mit Mut und Entschlossenheit in die Verhandlungen zu gehen“.

Bosch AS will die Personalkosten am Standort Schwäbisch Gmünd senken. Ziel der Verhandlungen ist, diese bis zum Jahr 2022 „auf das Benchmark-Niveau innerhalb der Bosch-Gruppe in Deutschland zu bringen“, so die IG Metall weiter. Jedoch gelte: „Lohndumping und dauerhafte Tarifflucht werden wir nicht zulassen. Unter den Standard der Bosch-Welt gehen wir nicht!“ rs

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