Ziel: eine Strategie für die ganze Region

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IHK-Präsident Markus Maier.

Der siebte Workshop der Zukunftsoffensive fasst Ergebnisse der bisherigen Themenworkshops zusammen, priorisiert die Projekte und entwirft einen Masterplan für die Region.

Heidenheim

Beim siebten und letzten Workshop der Zukunftsoffensive Ostwürttemberg haben rund 30 Teilnehmende Strategie- und Leitziele sowie Projekte für den Masterplan für die Region entwickelt. Die in sechs Themenworkshops identifizierten Projektideen wurden laut IHK besprochen und priorisiert: Vier übergeordnete Ziele sollen die zukünftige Entwicklung in Ostwürttemberg, das zur Modellregion für nachhaltige Transformation werden soll, tragen. Die Region soll zur Wasserstoffregion werden, ein Transformationsnetzwerk bekommen sowie eine klimaneutrale Produktion fördern. Zukunftsstrukturen sollen auch durch eine Start-up- und Innovationsagentur geschaffen werden.

Unter diesen vier strategischen Zielen gruppieren sich nun rund 25 Projekte und Vorhaben. Als Fundament für alle vier Ziele soll eine Qualifizierungs- und Beschäftigungsoffensive bilden. Flankiert werde der Masterplan für die Region durch Standortmarketing und Standortkampagnen. Um erfolgreich in der Zukunft aufgestellt zu sein, bedürfe es einer konsequent ausgebauten Forschungsinfrastruktur, einer Infrastrukturoffensive sowie einer abgestimmten Regional- und Entwicklungsplanung. „Bildung – unser einziger Rohstoff, den wir selbst gewinnen können“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler.

Zu Beginn des Vision-Workshops hatte IHK-Präsident Markus Maier auf die Entwicklungen seit dem Start der Zukunftsoffensive Ostwürttemberg am 8. November 2021 hingewiesen. „Ziel muss trotz oder gerade wegen Corona und Ukraine-Krieg sein, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sowie der KMU als Rückgrat der regionalen Wirtschaft zu bewahren und auszubauen. Innovationen und Qualifizierung sind ein Schlüssel dafür“, sagte er. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass die Region auch unter erschwerten Bedingungen zusammenhält und sich entschlossen den kommenden Herausforderungen stellt. „Der anstehende Prozess braucht eine Mobilisierung auf allen Ebenen und in allen Bereichen“, erklärte Maier.

„Wir haben schon in der Vergangenheit bereits viele Projekte auf den Weg gebracht, an die wir anknüpfen können“, erklärt Peter Polta, Landrat des Kreises Heidenheim. Bei allen Bemühungen dürfe man Thema Mobilitäts-Infrastruktur nicht vergessen. „ Auf diesen Ansätzen werden wir mit der Zukunftsoffensive aufbauen und ein Zukunftsbild sowie weitere Zukunftsprojekte skizzieren. Lassen Sie uns einen weiteren wichtigen Schritt in die Zukunft Ostwürttembergs gehen und einen schlüssigen Masterplan für die Region aufstellen“, so der Landrat weter.

Sein Ostalb-Pendant Dr. Joachim Bläse erklärt, die große Beteiligung von rund 300 Personen bei den sechs Leitthemenworkshops zeige, dass die gesamtregionale Initiative als breiter Schulterschluss in Ostwürttemberg zur richtigen Zeit kommt. „Die Herausforderungen sind groß und die Gespräche haben gezeigt, dass wir die wichtigen Themen nur gemeinsam meistern können, indem wir bewährte und etablierte Projekte stärken oder ausbauen und neue Projektimpulse umsetzen“, so der Landrat weiter. Die Workshops hätten gezeigt, dass man nicht alles neu erfinden müsse und auf vorhandene Strukturen aufbauen könne. „Wir haben gelernt, dass wir die guten Projekte noch mehr Unternehmerinnen und Unternehmern zugänglich machen können, die uns im Prozess ihre Bedarfe klar widergespiegelt haben. Wir werden ein starkes Signal aus Ostwürttemberg senden können, dass Innovationen und Zukunftsvisionen auch am Rande der Metropolen verwirklicht werden“, führt Bläse weiter aus.

Rentschler hatte zu Beginn den Rahmen für den Vision-Workshop vorgegeben. Aktuell herrsche eine paradoxe Situation vor, die durch 1,7 Millionen freie Stellen, sinkender Arbeitslosenquote, sprudelnden Steuereinnahmen, Rekordverschuldung, Fachkräftemangel, unkalkulierbaren Baupreisen, vollen Auftragsbüchern und leeren Sozialkassen sowie einer irrlichternden EZB treffend beschrieben sei. Stärken stärken, Konzentration auf die wichtigen Themen sowie das Angehen von Schwächen stünden auf dem Plan. Rentschler: „Wir müssen in Berlin, Stuttgart und Brüssel Profil zeigen. In den Workshops ist ein breites Bündnis entstanden. Und: Wir fangen nirgends bei Null an.“ Wichtig sei nun eine Priorisierung sowie das Erstellen eines strategischen Kompasses für die nun folgende Arbeitsphase.

So bereitete der Vision-Workshop die Sitzung des Steuerungskreises der Zukunftsoffensive im Juli 2022 vor. Auf dem Gebiet der Klimaneutralität sieht Rentschler viele gesetzliche Vorgaben kommen, die künftig erfüllt werden müssen. Beim Etablieren des Transformationsnetzwerks Automotive kommt es darauf an, rasch Personal zu finden, das den Prozess begleitet. Das Thema Wasserstoff muss umgehend angegangen werden, die kommenden Monate sind entscheidend. Bei der Start-up-Förderung soll die Schlagkraft erhöht werden.  

Welche Schritte folgen nun? Der Masterplan Zukunftsoffensive wird zu Papier gebracht. Der Steuerungskreis soll alle Ergebnisse aus den Workshops sichten. Mitmachende und Fachleute werden bei den nächsten Schritten der Projektarbeiten miteinbezogen. „Wir erwarten bald eine Entscheidung über unseren Förderantrag beim Bundeswirtschaftsministerium. Wir werden verschiedene Veranstaltungsformate ins Leben rufen, um die Themen der Zukunftsoffensive noch breiter zu streuen“, sagte Rentschler. Ziel sei der Aufbau eines Zukunftsoffensive-Büros. „Wir brauchen viel Gemeinsames, wir brauchen Energie – in jeder Hinsicht. Wir machen keine Planwirtschaft, sondern Zukunftsoffensive. Zukunft elektrisiert!“

Beim siebten Workshop der Zukunftsoffensive ging es um eine Strategie für ganz Ostwürttemberg.

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