Gehälter in Deutschland: Diese Branchen zahlen am meisten

Kaum einer spricht darüber, aber fast jeden interessiert es: Wie viel Gehalt bekommen Freunde, Nachbarn oder Bekannte? Das Statistische Bundesamt hat eine Statistik zu Bruttoverdiensten in Deutschland veröffentlicht und enthüllt, welche Branchen 2019 besonders gut abschnitten.

Wie sich die Corona-Krise auf das Gehaltsgefüge in der Bundesrepublik auswirkt, darüber lässt sich bislang nur spekulieren. Dafür zeigt das Statistische Bundesamt in einer aktuellen Veröffentlichung die durchschnittlichen Bruttoverdienste der Deutschen vor der Pandemie auf. Geclustert nach Branchen stellt die Statistik Bruttogehälter von Vollzeitbeschäftigten ohne Sonderzulagen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld dar.

Durchschnittsgehalt 2019 in Deutschland

Im Schnitt verdiente ein deutscher Arbeitnehmer 2019 pro Monat 3.994 Euro, aufs Jahr gerechnet bedeutet das ein Gehalt von 47.928 Euro. Was beim Einzelnen tatsächlich am Ende des Monats auf der Abrechnung steht, hängt aber von verschiedenen Faktoren wie Alter, Ausbildung oder Art der Tätigkeit ab.

Angestellte aus dem Finanzsektor haben die Nase vorne

Ausschlaggebend fürs Gehalt scheint vor allem die Branche, in der Arbeitnehmer tätig sind. Die Statistik des Bundesamts zeigt: Besonders viel Geld winkt in den Bereichen „Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“, „Energieversorgung“ und „Information und Kommunikation“. Mit einem monatlichen Durchschnittsverdienst zwischen 5.137 und 5.393 Euro brutto stehen Mitarbeiter dieser Branchen an der Spitze. 

Wer also beispielsweise bei einer Bank, Sparkasse, Versicherung oder auch einem Finanzdienstleister wie Tecis tätig ist, gehört sehr wahrscheinlich zu den Besserverdienern. Ebenso können sich viele Mitarbeiter eines Energieversorgers wie E.ON oder Vattenfall offenbar über ein üppiges Salär freuen.

Ein Blick auf die Gliederung der Branchen zeigt, wo innerhalb eines Sektors die Topverdiener tätig sind. Arbeitnehmer aus dem Umfeld „Energieversorgung“, die ihr Geld mit der „Gewinnung von Erdöl und Erdgas“ verdienen, können sich zum Beispiel am Monatsende über durchschnittlich 6.783 Euro freuen. Wenig verwunderlich: Auch wer in der „Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben“ arbeitet, schneidet beim Gehalt gut ab (durchschnittlich 5.699 Euro).

Schlusslicht Gastronomie 

Vergleichsweise wenig lukrativ ist hingegen eine Anstellung im „Gastgewerbe“. Hier verdienen Angestellte durchschnittlich lediglich 2.451 Euro pro Monat – und das ebenfalls brutto. Die Branche lässt sich noch tiefer gliedern, und zwar in „Gastronomie“ (2.371 Euro), „Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften“ (2.460 Euro) sowie „Beherbergung“ (2.543 Euro). Alle drei Bereiche liegen damit deutlich unter dem deutschen Durchschnittslohn von 2019.

Das steckt hinter den hohen Durchschnittsgehältern

So manch ein Arbeitnehmer wird mit Blick auf seine Lohnabrechnung feststellen, dass sein eigenes Gehalt unter dem Durchschnitt seiner Branche oder dem bundesweiten Durchschnittsgehalt von monatlich 3.994 Euro liegt. Laut Statistischem Bundesamt verdienen sogar zwei von drei Beschäftigten weniger als den angegebenen Mittelwert. Das Gehalt des übrigen Drittels ist dafür so hoch, dass es den Durchschnittswert „nach oben zieht“.

Wegen Corona: 2020 steht im Zeichen der Kurzarbeit

In den vergangenen Jahren verzeichneten Statistiker bei der Gehalts- und Lohnentwicklung in Deutschland jeweils einen moderaten Anstieg. So konnten sich Arbeitnehmer 2019 beispielsweise über ein durchschnittliches Plus von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr freuen. Durch die Corona-Krise scheint dieser Aufwärtstrend für 2020 jedoch gestoppt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit mussten seit März etwa 750.000 Betriebe in der Bundesrepublik Kurzarbeit anmelden. Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen durch die Pandemie, dürften die wenigsten Arbeitgeber Spielraum für Gehaltserhöhungen haben.

Bildnachweis: Pixabay, Maria_Domnina

© Gmünder Tagespost 29.05.2020 11:28
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