Anzeige

Klare Regelungen finden

Kurzarbeit und Homeoffice: oft sind individuelle Lösungen nötig.
  • Die Doppelbelastung aus Homeoffice und Familie ist für viele zum Normalzustand geworden. Zudem könnte Corona bei vielen die Urlaubsplanung vereiteln. Foto: djd/AUB/oes-stock.adobe.com

Urlaub muss sein. Nur wer sich regelmäßige Erholungspausen gönnt, bleibt fit und gesund – und kann auch am Arbeitsplatz die volle Leistung bringen. Viele von Kurzarbeit betroffene Arbeitnehmer tun sich dennoch mit der konkreten Planung ihrer freien Wochen für das Jahr 2021 schwer: Wie viel Urlaub steht ihnen zu? Was wird aus dem noch vorhandenen Resturlaub? Und was passiert mit den Ansprüchen, wenn die Kurzarbeit weiter andauert? Was wird aus der Urlaubsplanung?

Das Sozialgesetzbuch nennt eine klare Voraussetzung für den Bezug von Kurzarbeitergeld: Bevor die staatlichen Zuschüsse fließen können, sind Überstunden, Pluskonten und Ähnliches abzubauen. Das gilt auch für Resturlaubstage aus dem vergangenen Jahr und unter Umständen für neue Urlaubsansprüche – sofern sie nicht bereits verplant sind. „Aus Sicht des Arbeitnehmers ist es daher empfehlenswert, frühzeitig den Wunschtermin zum Beispiel für den Sommer anzumelden und sich vom Arbeitgeber schriftlich genehmigen zu lassen“, erklärt Rainer Knoob, Bundesvorsitzender der Arbeitnehmervertretung AUB. Während des Urlaubs muss das Unternehmen das reguläre Gehalt zahlen und profitiert in dieser Zeit nicht von den Kurzarbeitsregelungen. „Daher drängen einige Arbeitgeber wiederum darauf, Urlaub erst nach Ende der Kurzarbeit zu nehmen“, so Knoob weiter. „Das macht die Ferienplanung in der Familie natürlich schwierig.“

Vorstellbar sei es in Zeiten der Pandemie, dass Unternehmen einen zeitweisen Zwangsurlaub anordnen. Umso wichtiger sei es, frühzeitig mit dem Chef, am besten unter Federführung des Betriebsrats, eine individuell passende Regelung zu finden.

Umstritten ist auch die Frage, wie hoch der Urlaubsanspruch für das Jahr 2021 tatsächlich ist. Denn abhängig vom Umfang der Kurzarbeit sinkt auch die Zahl der Urlaubstage, die einem zustehen. Das sollten Arbeitnehmer bei ihren Plänen ebenfalls berücksichtigen.

Aus Sicht des Arbeitnehmers ist es empfehlenswert, frühzeitig den Wunschtermin zum Beispiel für den Sommer anzumelden.

Rainer Knoob
Bundesvorsitzender der
Arbeitnehmervertretung AUB

Neben Kurzarbeit dürften viele auch in den kommenden Monaten mit der Arbeit im Homeoffice konfrontiert sein. „Da das Provisorium längst zum Dauerzustand geworden ist, sollte es auch klare Regelungen für die Arbeitnehmer geben“, betont Knoob weiter. Welche Zuschüsse erhält der Arbeitnehmer für die betriebliche Nutzung des privaten Telefon- und Internetanschlusses? Ist der Arbeitsplatz zu Hause ergonomisch und rückenschonend eingerichtet? Wie werden Arbeitszeiten dokumentiert? Auch dazu braucht es in jedem Unternehmen klare Spielregeln. djd

  • Unter www.aub.de gibt es viele weitere Tipps und Kontaktmöglichkeiten für eine individuelle Beratung von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Betriebsräten.
© Gmünder Tagespost 30.12.2020 15:53
1281 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy