Logistik – Immer nah am Kunden

Kaufleute für Spedition und Logistik ziehen als Dienstleister im Hintergrund die Fäden.
  • Luca Guerel kümmert sich mal um Textilien, mal um Motorräder. Er absolviert derzeit eine Ausbildung zum Logistikkaufmann. Foto: Stefan Puchner/dpa-tmn

Ob es um den Apfel im Supermarkt geht oder das Motorrad, das um die halbe Welt geschickt wird: Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung sorgen dafür, dass Waren dort hinkommen, wo sie gebraucht werden.

Für Luca Guerel ist das Arbeitsalltag. Er macht bei einem Speditions- und Logistikunternehmen in der Nähe des Münchner Flughafens eine Ausbildung zum Logistikkaufmann. In der Spedition gehe es im Wesentlichen um Organisation und Disposition der Transporte, erzählt er. „Da sind wir Dienstleister, und der Kunde ist ganz klar König.“ Das sieht etwa so aus: Der Kunde schickt einen Auftrag und möchte ein Gut von A nach B transportieren lassen. „Wir beraten den Kunden dann bei dem Auftrag.“ Zum Beispiel, wie die Ware richtig verpackt, verzollt und auf welchem Weg sie am besten versendet wird – ob per Luftverkehr, per Landfracht, auf dem Seeweg oder mit dem Zug. „Bei der Kontraktlogistik geht es dagegen um alles rund ums Lagern“, erklärt der 20-Jährige sein zweites Ausbildungsgebiet.

Bei diesem Beruf ist Flexibilität gefragt

Guerel weiß, dass in der Spedition viel Unvorhersehbares passieren kann. Wer sich für den Beruf interessiert, sollte seiner Ansicht nach flexibel sein und schnell reagieren können. Und: Man muss sich auf unterschiedliche Kunden einstellen können. Ein gewisses Kommunikationstalent sollte den angehenden Kaufleuten daher nicht fehlen.

Das sieht auch Mona Springer so, die ihre Ausbildung in einem Unternehmen bei Frankfurt macht. Offenheit und die Fähigkeit, auf andere zugehen zu können, seien ganz wichtig, erklärt sie. „Hilfreich sind in der Ausbildung Fremdsprachenkenntnisse und Standortungebundenheit“, erklärt zudem Frank Huster, Geschäftsführer beim Bundesverband Spedition und Logistik.
Rechtlich sind keine Voraussetzungen für die Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau für Logistik und Speditionsdienstleistung vorgeschrieben. Mehr als die Hälfte der Auszubildenden (58 Prozent) hat jedoch Abitur, erklärt Anke Kock vom Bundesinstitut für Berufsbildung. „Das liegt auch daran, dass es ein durchaus anspruchsvoller Ausbildungsberuf ist.“ Nichtsdestotrotz hätten gute Realschüler ebenso wie Studienabbrecher „echte Chancen“ auf einen Ausbildungsplatz, erklärt Huster.

Die Vergütung fällt je nach Betrieb und Bundesland unterschiedlich aus. Die Bundesagentur für Arbeit gibt zur Orientierung in tarifgebundenen Betrieben Werte zwischen 480 und 975 Euro im ersten Lehrjahr an. Im dritten Jahr steigt die Vergütung auf 640 bis 1 065 Euro.

Es gibt zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten für Kaufleute in der Spedition und Logistik – so kann der Fachwirt für Güterverkehr oder der Logistikmeister absolviert werden. Auch ein Logistikstudium oder ein Bachelor in Verkehrsbetriebswirtschaft sind möglich.
Amelie Breitenhuber/dpa

© Gmünder Tagespost 27.03.2020 16:34
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