Schicker Schnee im Schwarzwald

Eiskunst Wolf, Pegasus, Wildschweine und ein Löwenkopf – das alles soll beim 2. Schnee-Festival in Bernau erschaffen werden. Für das notwendige Baumaterial sorgt Petrus.

Die Monate Januar und Februar werden in Bernau richtig weiß und heiß: Zwei Events, bei denen sich alles um Kunstwerke aus Eis und Schnee dreht, verwandeln das Hochtal am Fuße des Herzogenhorns in einen sagenhaften Wintertraum. Internationale Künstler-Teams erschaffen in der Zeit fantasievolle Schneeskulpturen, und knapp 300 Helfer errichten ein gigantisches sowie begehbares Schnee-Labyrinth.

Schneeskulpturen-Festival

Mit der zweiten Auflage des Internationalen Schneeskulpturen-Festivals knüpft Bernau vom 25. bis 28. Januar an den Erfolg des Vorjahres an und erweitert das Festival um weitere Attraktionen. Ab dem 25. Januar 2018 arbeiten acht Bildhauerteams aus den USA, Schweden, Italien und aus dem Schwarzwald auf einem kleinen Plateau in exponierter Lage neben dem Skigebiet „Spitzenberg/Köpfle“. Aus jeweils drei Kubikmeter großen Schneeblöcken erschaffen sie mit Schaufeln, Spaten und Schälmessern fantasievolle Figuren unter freiem Himmel. Während die Künstler an ihren frostigen Kunstwerken zugange sind, erleben die Festivalbesucher live und aus nächster Nähe die stückweise Entstehung der Eiskunstwerke mit.

„Scrat“ aus Ice Age gekühlt

Das Schweizer Team Simon Morgenthaler und Eva Stoiber setzt mit „Vorhang auf“ eine begehbare, drei Meter hohe Bühne aus Schnee in Szene. Das italienische Duo mit Lorenz Demetz und Thomas Mussner aus Südtirol, Heimat der Holzschnitzer, die im vergangenen Jahr eine Pinguinfamilie aus dem Schneequader schufen, erwecken die Comic-Figur „Scrat“ zum Leben – das einem Eichhörnchen ähnelnde Wesen aus dem Film „Ice Age“. Das zweite Team aus Südtirol – Flavio Prinoth, der im Jahr zuvor den Eisbären gestaltet hat, und Kollege Pier Luigi – wird einen Schnee-Elefanten aus dem Schneeblock schnitzen. Neu hinzugekommen sind Peter Hermann und Grant Rundblade aus den USA, die ihren Entwurf „Powerful“ umsetzen, einen Löwenkopf mit geöffnetem Maul, sowie Pascal Wirth und Jessica von Leliwa aus Deutschland, die aus dem Schneequader einen Pegasus formen.

Lokale Künstler vertreten

Zum zweiten Mal dabei ist das Schwarzwälder Team Ralf Rosa und Peter Fechtig. Sie gestalten aus ihrem Schneeblock den „Bernauer Hofnarr“. Die einheimischen Bernauer Künstler Edelbert Wasmer und Ulrike Wasmer-Ludwig erschaffen nach ihrer Vorlage „Saubande“ eine Wildschwein-Familie mit fünf Tieren. Das zweite Bernauer Team um Johannes Köpfer und Peter Meier stellt sich der Aufgabe, aus dem Schneeblock einen Wolf zu formen. „Wer hat Angst vorm bösen Wolf?“, lautet das Thema ihrer Idee. Damit greifen die Künstler das brandaktuelle Thema der Rückkehr der Wölfe in den Schwarzwald auf. Der Höhepunkt des Festivals ist am Samstagabend, 27. Januar, die Schnee-Show, die von Schwarzwald-Botschafter Hansy Vogt eröffnet und moderiert wird.

Abfahrtsakrobatik der Skischule Bernau – inszeniert mit Fackeln, pyrotechnischen Effekten sowie mit einer Laser-Lichtshow – demonstriert das Können der Bernauer Skifahrer. Mit der Pistenbully-Parade stellen die Piloten der monströsen Schneeraupenwalzen ihre Fahrkünste am steilen Skihang unter Beweis. Die Gruppe The Magics bietet Jazztanz mit leuchtenden Kostümen im Schnee. Im Festzelt findet bis in die frühen Morgenstunden der Après-Ski im Musikpub Moorloch statt.

Am Sonntag, 28. Januar, gehört die Piste den historischen Skifahrern, die sich auf alten Brettern und gekleidet wie anno dazumal die Hänge hinunterschwingen.

Bis 14 Uhr geben die Künstler ihren Schneeskulpturen an diesem Tag auch den letzten Schliff. Bei Anbruch der Dämmerung sind die Werke dann farbig illuminiert. Umgeben von verschneitem Tannenwald und der markanten Bergkuppe des 1 415 Meter hohen Herzogenhorns verwandelt sich der Skulpturenpark in eine eindrucksvolle Kulisse für Besucher und bietet Fotofans geniale Aufnahmen der leuchtenden Kunstwerke. Die einheimischen Schnee-Bildhauer sind darüber hinaus bis Dienstag, 30. Januar, vor Ort und laden zu Ateliergesprächen ein.

Zweitgrößtes Schneelabyrinth

Die Kunstwerke aus Schnee können dann noch so lange bewundert werden, wie es die Winterwitterung erlaubt.

Gleich im Anschluss entsteht beim Loipenzentrum Bernau das zweitgrößte Schnee-Labyrinth der Welt, das bis Samstag, 3. Februar, aufgebaut bleiben soll. Jeder ist eingeladen, am Bau des gewaltigen Labyrinths mitzuwirken. Mehr als 300 Helfer hat der Veranstalter, die Langlauffreunde Bernau, aktiviert. Jede Hilfe ist willkommen, denn es gilt, 3 000 Kubikmeter Schnee mit Maschinen sowie von Hand zu bewegen.

Auf 2 328 Quadratmeter Fläche soll das gigantische Schnee-Labyrinth entstehen. Dabei kommen Motorsägen, Schaufeln, Forstschlepper, Bagger und andere Geräte zum Einsatz. Die Gänge des Irrgartens sind über einen Kilometer lang. Wer sich nicht hineintraut, kann das Labyrinth von einer Mauer aus einsehen. Angst vor dem Verlaufen muss aber niemand haben: Es gibt nur einen Weg und der führt, wenn auch über einige Umwege, zum Ziel. Rund 20 Minuten dauert es, bis Besucher an der sechs Meter hohen Schnee-Pyramide im Innern des Schneebauwerks ankommen. Wer unterwegs Platzangst bekommen sollte, gelangt über insgesamt drei Notausgänge zudem schneller nach außen.

© Gmünder Tagespost 19.01.2018 17:27
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