Sicher netzwerken auch im Urlaub

IT An öffentlichen Hotspots ist beim Surfen Vorsicht angesagt, denn persönliche Daten wollen geschützt sein. Wer im Urlaub im Internet unterwegs ist, sollte deshalb ganz besonders vorsichtig sein..
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Neben Zahnbürste, Schwimmsachen und Sonnencreme sind für die meisten Urlauber auch Smartphone und Tablet ein selbstverständlicher Teil des Reisegepäcks. Wer auch im Urlaub surfen, chatten oder die daheimgebliebenen Freunde mit Urlaubsfotos in den sozialen Netzwerken beglücken möchte, sollte trotz aller Entspannung auf den Schutz seiner persönlichen Daten achten.

Wer seine Reise im Internet bucht, für den spielt der Datenschutz bereits vor der Abreise eine große Rolle. Vor allem bei Buchungen über Online-Reiseportale sollten Urlauber wachsam sein. Sensible persönliche Daten wie beispielsweise die Kontoverbindung sollten Reisende nur über eine verschlüsselte Verbindung weitergeben. „Eine sogenannte sichere SSL-Verbindung können Nutzer an dem Kürzel ‚https’ und einem grünen Vorhängeschloss in der Adressleiste des Browsers erkennen“, erklärt Dieter Sprott, Sicherheitsexperte bei der Ergo Direkt Versicherung. Auch bei der Angabe persönlicher Daten sollte man besser zurückhaltend sein: „Bei einer Hotelbuchung ist die Personalausweisnummer nicht notwendig“, meint der Experte.

Neben dem Smartphone haben immer mehr Reisende auch ein Notebook oder ein Tablet im Gepäck. Gerade auf Reisen kann es schnell passieren, dass die Rechner verloren gehen oder gestohlen werden. Man sollte daher wichtige Daten auf eine externe Festplatte oder einen USB-Stick kopieren. Auf dem mobilen Endgerät empfiehlt es sich, „die gespeicherten Daten vor Reisebeginn zu verschlüsseln“, rät Sprott. „So können Urlauber sicherstellen, dass ihre persönlichen Daten bei einem Diebstahl nicht in falsche Hände geraten.“

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt auf seiner Website für diesen Zweck zwei Verschlüsselungsprogramme. Dort können Nutzer auch nachlesen, wie die Verschlüsselung im Speziellen beim jeweiligen Programm funktioniert.

In manchen Ländern, beispielsweise in den USA, kann es allerdings bei der Einreise passieren, dass die Sicherheitsbeamten die Herausgabe des Passworts für eine Prüfung fordern.

Einfalltor für Hacker

Wer am Flughafen oder auch im Hotel sein Smartphone oder Tablet nutzen möchte, verbindet sich dafür meistens mit einem öffentlichen WLAN-Netzwerk. Dieses allerdings bietet Hackern ein potenzielles Einfallstor, durch das die Daten leicht gestohlen werden können. „Man muss sich immer bewusst sein, dass man zumeist nicht genau weiß, mit wem man sich verbindet“, warnt IT- Sicherheitsexperte Friedrich Wimmer. „Schließlich kann auch ein Cyberkrimineller einen WLAN-Hotspot einrichten. Und wenn man den zum Beispiel ‚Telekom Hotspot’ nennt, wirkt er gleich vertrauenswürdiger.“ Der Cyberkriminelle könne dann alle Daten mitlesen, die über diesen Hotspot übertragen werden. Dazu gehören auch Metadaten, beispielsweise wohin man sich verbindet.

Nur im Notfall nutzen

Bei einer Hotelbuchung ist die Personalausweisnummer nicht notwendig

Dieter Sprott Sicherheitsexperte

Öffentliche Hotspots sollten daher nur im Notfall genutzt werden - und wenn man es tut, sollte man dort auf alle Aktionen verzichten, bei denen sensible Daten weitergegeben werden. Dazu zählt beispielsweise das Online-Banking.

Nach der Nutzung sollte die Verbindung sofort wieder getrennt werden. Ansonsten empfiehlt es sich, eine VPN-Verbindung zu nutzen. Hierfür stehen eine Reihe kostenloser und kostenpflichtiger Programme verschiedener Anbieter zur Verfügung. Das „virtuelle private Netzwerk“ übermittelt die Daten verschlüsselt. Die eigene IP-Adresse wird durch eine andere ersetzt und der tatsächliche Nutzer ist von außen nicht erkennbar. „Selbst wenn die Internetverbindung abgehört würde, sind die über eine sichere VPN-Verbindung verschickten Daten selbst nicht auslesbar“, erläutert IT-Experte Wimmer. „Solche Verbindungen sollten deshalb zum Standard gehören.“

Persönlicher Hotspot

Eine sichere Alternative zum öffentlichen WLAN ist auch der persönliche Hotspot vom eigenen Smartphone aus. Die Einrichtung funktioniert bei Android-Geräten über „Einstellungen“ unter der Option „Tethering und mobiler Hotspot“ über den Punkt „Mobiler Hotspot“. Bei iPhones lässt sich der Hotspot in den Einstellungen unter „Persönlicher Hotspot“ einrichten. Um welches Gerät es sich auch handelt: In jedem Fall sollten die Handybesitzer ihren Hotspot mit einem Passwort schützen, damit Fremde ihn nicht nutzen können. „Der persönliche Hotspot hat den Vorteil, dass Reisende so sensible Daten sicher übertragen können“, sagt Ergo-Experte Sprott. „Je nach Reiseziel können bei der Nutzung eines solchen Hotspots eventuell Auslandsgebühren anfallen, da die Internetverbindung über den Mobilfunkanbieter erfolgt.“

Wichtig: Firewall, Virenschutz und das Betriebssystem von Laptop beziehungsweise Tablet sollte man vor dem Urlaub auf den neuesten Stand bringen.

Verlauf an fremden PCs löchen

Wer Notebook, Tablet und Co. zu Hause gelassen hat, dem ermöglichen viele Hotels die Nutzung eines Hotelrechners. Ob Virenschutz und Firewall dort auf dem neuesten Stand sind, wissen Urlauber aber meistens nicht. Daher ist hier Vorsicht geboten. „Es wäre sogar denkbar, dass Hacker Spionageprogramme auf diesen Rechnern installiert haben, die Daten abgreifen“, warnt Sprott. Deshalb gilt allgemein: nur im Notfall sensible Daten wie Log-ins eingeben oder E-Mails verschicken. „Anschließend sollten sich Urlauber wieder ausloggen und das Verlaufsverzeichnis sowie die temporären Dateien im Browser löschen“, so der Experte. Das Löschen funktioniert über die Einstellungen im Browser. So kann im Zweifelsfall der nächste Nutzer nicht darauf zugreifen.

© Gmünder Tagespost 31.08.2018 11:38
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