Bunte Blütenteppiche begeistern

Zwiebelblumen Um einen großflächigen, farbigen Akzent zu setzen, muss der Gartenfreund den Ausbreitungsdrang nur ein wenig unterstützen.
  • Aus einer Knolle entwickeln sich ganze Blütenbüschel: Krokusse (rechts oben) liefern überwinterten Insekten wertvolle Pollennahrung. Fotos: Agnes Pahler

Der Anblick ausgedehnter Teppiche mit farbigen Zwiebelblumen hebt unsere Stimmung im ausgehenden Winter. Regelrechte Blütenteppiche erzielt man ganz einfach, indem man die Zwiebelblumen verwildern lässt.

Verwildern bedeutet, dass man den natürlichen Ausbreitungsdrang unterstützt oder zumindest nicht unterbindet. Am schönsten zeigt sich dies an den Winterlingen, die bereits im Februar ihre gelben Köpfchen an kurzen Stielen in die Höhe recken. Winterlinge neigen dazu, sich stark zu vermehren, denn ihre Knollen zerfallen nach der Blütezeit in mehrere Einzelknollen, aus denen sich im Folgejahr wiederum Blüten entwickeln, so dass ausgedehnte Flächen entstehen.

Ähnlich verhält es sich mit den meisten anderen Zwiebelblumen: Sie breiten sich aus und vermehren sich, wenn sie Blüten und später Laub entwickeln können, damit sie Kraft genug für die Ausbildung von Tochterknollen oder Samen haben.

Schön in großen Gruppen

Krokusse können sich auf älteren Rasenflächen schön ausbreiten. Schon im Februar öffnen sich die zarten lila Blüten der Wildkrokusse, erst einige Zeit später, nach den ersten warmen Tagen im März, erscheinen die prächtigen Zuchtformen mit ihren großen Kelchen in Weiß, Goldgelb, Violett oder gestreift. Bald folgen Sternhyazinthen im Rasen wie im Beet und außerdem die ersten Wildtulpen, die im Vergleich zu den vielen auffälligen Züchtungen kleinere Blüten auf kürzeren Schäften tragen. Auch sie bilden mit der Zeit dichte Kolonien.

Gerade die Traubenhyazinthen kommen erst in größeren Gruppen schön zur Geltung. Sie passen gut in Staudenbeete oder Blumenrabatten, wo sie aufblühen, während ihre Umgebung noch in winterlicher Ruhe verharrt. Wer Traubenhyazinthen setzt, muss von Anfang an damit rechnen, dass sie sich ausbreiten: Bald zeigen sich die gedrungenen Trauben mit den kleinen blauen Glöckchen überall im Beet, weil sich die Knöllchen bei der Bodenbearbeitung verteilen.

Zierpflanzen für Bienen wichtig

Sie alle sind wertvolle Frühblüher, die nicht nur dem menschlichen Betrachter Freude bereiten. Die Gewächse aus wärmeren Regionen setzen zur Blüte an, wenn unsere heimische Pflanzenwelt noch weitgehend ruht. Angesichts der verkürzten Winterperiode und der früher einsetzenden Frühjahrswitterung kommen überwinterte Bienen immer früher hervor. Sie verlassen ihren Bienenstock, um ihren Darm zu entleeren, müssen aber Nahrung aufnehmen, bevor sie wieder in den Schutz des Winterquartiers zurückkehren. Da sie in der freien Natur fast noch nichts vorfinden, sind sie auf Pollennahrung angewiesen, die sie in den Zierpflanzen der Gärten finden. Schneeglöckchen und Krokusse sind daher für Insekten ganz besonders wertvoll.

Blattwerk entwickeln lassen

Damit sich schöne Büschel formen, muss sich das Blattwerk der Zwiebelblumen entwickeln können. Nach der Blüte strecken Krokusse wie Traubenhyazinthen lange Blätter, deren volle Ausbildung erforderlich ist, damit die Zwiebel nach dem Kraftakt der Blüte wieder erstarken kann. Die im Laub gebildeten Reservestoffe müssen in das Speicherorgan eingelagert werden, daher darf man das Laub von Zwiebelblumen erst entfernen, wenn es gelb geworden ist.

Alte Blätter und frischer Wuchs

Im Garten ist es ein wenig schwierig, alternde Blätter zu haben, wenn man frischen Aufwuchs erwartet. Im Staudenbeet kaschiert einziehendes Laub mit den großen Blättern später austreibender Stauden. Im Rasen wartet man mit dem Mähen, bis das Laub von Krokussen oder Sternhyazinthen gelb geworden ist. Schwieriger wird es mit den Narzissen. Sie blühen etwas später im Jahr, und daher steht ihr Laub dunkelgrün im aufwachsenden Gras, das gemäht werden sollte. Hier muss man um die Narzissengruppen herummähen. Dort, wo ihr Laub stehen bleiben darf, werden die Blumen erstarken.

Verblühte Zwiebeln und etwas Geduld

Den Grundstock für Kolonien von Zwiebelblumen kann man im Frühjahr legen, indem man etwa verblühte Zwiebeln von gekauften Frühjahrsgestecken in den Garten pflanzt. Deren Vermehrung benötigt allerdings ein paar Jahre. Damit man innerhalb kürzerer Zeit schöne Kolonien im Frühling genießen kann, muss man schon im Herbst zuvor Zwiebeln oder Knollen in einer größeren Anzahl stecken.

© Gmünder Tagespost 09.03.2018 16:24
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