Bunte Hingucker für den Garten

Frühblüher Eingedeckt mit vielfarbigen Blüten, leuchten die Büsche des Seidelbasts im Wald. Aber auch im Beet oder im Pflanzgefäß macht er sich gut.
  • Macht sich gut in Steingärten: Der niedrige Rosmarin-Seidelbast gedeiht prima an sonnigen, trockenen Plätzen.
    Fotos: Agnes Pahler (l. und r. o.),
    Pixabay (r. u.)

Bei einem gemütlichen Spaziergang im Vorfrühling durch kahle Laubwälder stutzt man gelegentlich angesichts eines pinkfarben blühenden Strauches am Wegrand, dessen Zweige dicht mit duftenden Blüten bedeckt sind. Der Gewöhnliche Seidelbast (Daphne mezereum) blüht bereits vor dem Blattaustrieb, nur an den Triebspitzen zeigt sich zur Blütezeit der erste Ansatz eines Blattschopfes.

Der Imkerstrauch für Bienen

Wegen seiner bescheidenen Größe passt der Seidelbast auch gut in kleine Vorgärten, wo er durch seine frühe Blütezeit Aufmerksamkeit erregt. Er sollte an einem Platz stehen, wo man im Vorbeigehen an der Blütenfülle schnuppern kann. Der Strauch erweist sich als problemlos und genügsam, sofern der Standort seinen Ansprüchen gerecht wird. Er braucht einen lockeren Boden mit gutem Wasserabzug. Ganz wichtig ist eine alkalische Bodenreaktion, wie sie an den Heimatstandorten in Buchenwäldern die Regel ist.

Früh blühende Gewächse werden im Moment sehr beachtet, weil sie wertvolle Nahrung für Bienen bieten, die angesichts der früher eintretenden milden Frühlingswitterung immer zeitiger aus ihrem Winterquartier kommen und dringend Futter aufnehmen müssen.

Auf die Attraktivität der zahlreichen sternförmigen Blüten für Bienen bezieht sich auch der deutsche Name des Gehölzes, der sich vom „Zeidlerbusch“ ableitet, was so viel heißt wie „Imkerstrauch“, denn mit Zeidler bezeichnete man früher den Imker.

Gleich auf den richtigen Platz

Der Gewöhnliche Seidelbast entwickelt wenige steife, nach oben strebende Äste, die sich nicht verzweigen. Einen Schnitt verträgt der Strauch schlecht, man lässt ihn am besten frei wachsen. Obendrein ist ein Schnitt bei einer Wuchshöhe von selten mehr als einem Meter nicht nötig.

Auf ein Umpflanzen reagiert der Busch empfindlich, daher muss man ihn gleich zu Beginn an einen Platz setzen, wo er dauerhaft bleiben kann. Aus dem gleichen Grund ist es auch nicht ratsam, eine Pflanze in der Natur auszugraben, um sie in den Garten zu pflanzen. Das Gewächs wurzelt schlecht ein, und außerdem steht der Seidelbast unter Naturschutz. Ideal für den Gewöhnlichen Seidelbast ist ein Platz im luftfeuchten, lichten Schatten mit viel nährstoffreicher Erde, die stets ein wenig feucht bleibt.

Die Erde unter dem Strauch sollte zum Schutz vor Austrocknung bedeckt sein, das gelingt hübsch mit einem niedrigen Bewuchs aus Lungenkraut, Großblütigem Beinwell oder Kaukasusvergissmeinnicht. Blühen darunter Schneeglöckchen, Primeln oder Lerchensporn, erhält man ein wunderbares farbiges Frühlingsbild.

Duftende Blüten-Büschel

Dort, wo ein sehr gut besonnter Standort zur Verfügung steht, bietet sich der Rosmarin-Seidelbast (Daphne cneorum) an. Seine duftenden, rosafarbenen Blüten erscheinen in Büscheln an den Triebspitzen von April bis Mai, folglich blüht der Strauch, wenn die länglichen dunkelgrünen Blätter bereits entwickelt sind. Der Rosmarin-Seidelbast wächst breit polsterförmig und wird nur etwa 20 bis 30 Zentimeter hoch, dadurch passt er hervorragend in Steingärten mit kalkhaltiger Erde oder Kalkschotter.

Kinder besser fernhalten

Etwas später, im Mai, erscheinen bei der Hybride Daphne × burkwoodii die Blüten in ballförmigen Trauben.

Aus rosa Knospen öffnen sich zartrosa Blüten, die mit der Zeit weiß werden. Der höchstens eineinhalb Meter hohe Strauch zeigt sich nicht sehr langlebig. Mit der Zeit bricht er auseinander und wächst nur noch kümmerlich. Dennoch bietet die sterile Kreuzung den großen Vorteil, dass sie keine Früchte ausbildet. Die fleischigen roten Früchte des Seidelbastes sind nämlich giftig, wie überhaupt alle Teile der Pflanze. Dort, wo Kinder leben, ist ein Strauch ohne Fruchtansatz auf jeden Fall angebracht. Bei Seidelbast-Arten, die Früchte bilden, kann man diese vorsichtshalber abpflücken, solange sie noch grün sind. Dann sind sie noch wenig verlockend und enthalten noch keine Giftstoffe.

Achtung bei Pflanzgefäßen

Die niedrigen Seidelbast-Arten hätten selbstverständlich das geeignete Format für Pflanzgefäße, allerdings muss dann das Substrat mineralisch, steinig und gut wasserabführend sein. In einem Trog mit anderen typischen Pflanzen des Steingartens kann das gut funktionieren. Zum Beispiel könnte man das starre Seidelbast-Gerüst dekorativ mit Polstern von Steinbrech-Rosetten oder mit schlichter kriechender Fetthenne unterpflanzen. Dazwischen könnten sich kontrastreich blaue oder gelbe Zwiebeliris-Blumen zeitig im Jahr schieben.

In einem Pflanzgefäß mit gewöhnlicher Kübelpflanzenerde faulen die Arten des Steingartens sehr leicht. Dafür eignet sich zum Beispiel die robuste und kompakte Sorte „Somerset“, die es verträgt, wenn der Wurzelballen gelegentlich einmal austrocknet. Sie zeigt ihre süß nach Vanille duftenden Blüten im Mai.

Vorsicht! Gift in allen Pflanzenteilen

Alle Seidelbast-Arten enthalten verschiedene Giftstoffe in allen Pflanzenteilen. Der beim Schnitt von Ästen austretende Pflanzensaft kann daher zu Hautreizungen und zu Entzündungen führen. Daher sollte der Gärtner bei einem eventuellen Schnitt unbedingt Handschuhe und geschlossene Kleidung tragen.

© Gmünder Tagespost 23.03.2018 15:01
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