Die Fackel bleibt lange farbenfroh

Blutsalbei Gärtner sind Feuer und Flamme für diese Pflanze. Sie sorgt nicht nur für eine lodernde Blütenpracht, sondern ist auch überaus genügsam.
  • Dank der vielen Lippenblüten an seinen farbigen Stängeln erweist sich der Blutsalbei als Langzeit-Schmuck im Garten Foto: Agnes Pahler

Die aufrechten roten Blütenstände des Blutsalbeis recken sich ab der Sommermitte bis in den Frühherbst hinein auffällig in die Höhe. Die Sommerblume kommt mit geringen Nährstoffmengen aus, und auch in Bezug auf den Wasserbedarf zeigt sie sich bescheiden: Sie wächst zwar besser und blüht stärker in dauerhaft feuchter Erde, doch sie hält Wasserknappheit und Trockenzeiten ganz gut aus.

Aus Mexiko und Brasilien

Der Blutsalbei (Salvia coccinea), auch Texassalbei oder Scharlachsalbei genannt, stammt aus den südöstlichen Vereinigten Staaten und aus dem angrenzenden Mexiko. Er entwickelt schmale, bis zu 90 cm hohe Blütenstände mit hellroten, langgestreckten Lippenblüten, die sich in breiten Lappen öffnen. Er wächst deutlich höher als der gedrungene, nur 30 bis 40 cm hohe Feuersalbei (Salvia spendens) mit seinen breiteren, pyramidalen Blütenkerzen, der seinen Ursprung in den Regenwäldern in Brasilien hat. Der Blutsalbei will einen sonnigen Standort, während der Feuersalbei auch an halbschattigen oder schattigen Plätzen stehen kann – daher wird er gern auf Friedhöfen gepflanzt, wo hohe Bäume oft Schatten werfen.

Schöne Farbkombinationen

Der Blutsalbei hat von Natur aus signalrote Blüten, es gibt aber auch Sorten mit hell- bis lachsroten, mit pinkfarbenen, violetten oder mit weißen Blüten. Damit ergeben sich sehr schöne Farbkombinationen mit anderen Spätsommerblühern wie Dahlien oder Sommerblumen wie Löwenmaul und Zinnie. Die hochroten Varianten passen hervorragend zum Rizinus, dessen hohe Wuchsform sowie die roten Fruchtstände nur mit ausgewählten Partnern harmonieren. Passend zur rot gefärbten Blütenkrone des Blutsalbei hat der Blütenkelch eine schwarzrote Tönung, auch der Stängel ist dunkelrot überzogen.

Mehrjährige Pflanze

Noch mehr Aufmerksamkeit erzielen Auslesen, bei denen die Blätter rötlich überfärbt sind und dadurch einen dunklen rot-grünen Mischton aufweisen. So eine Pflanzengestalt hebt sich die ganze Vegetationszeit über von normal grün gefärbten Nachbarpflanzen ab. Der Blutsalbei ist eine mehrjährige Pflanze, die allerdings den Winter über zum Schutz vor dem Erfrieren mit einer Laubschicht gut abgedeckt werden muss. Er verträgt nur Frosttemperaturen bis -7 Grad Celsius, das heißt, er würde ungeschützt in unseren Wintern erfrieren. Üblicherweise werden deshalb die Pflanzen als Sommerblumen behandelt, die man nur für eine Wachstumsperiode kultiviert.

Passen gut zu Chrysanthemen

Junge Gewächse werden im Frühling zum Kauf angeboten, die man für eine Vegetationsperiode in der Rabatte oder im Pflanzgefäß kultiviert. Hat man ein schön entwickeltes Exemplar im Topf, lohnt es sich darüber nachzudenken, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, die Pflanze geschützt vor starkem Frost zu überwintern. Die Staude kann mehrere Jahre alt werden. Sie wird im Herbst zwar oberflächlich absterben, doch das Wurzelwerk ruht den Winter über, im folgenden Frühjahr entsteht wieder ein neuer Austrieb und die Pflanze entwickelt sich umfangreicher als im ersten Jahr. Mit frischer Erde sollte man sie dafür aber schon versorgen. Im Gefäß bieten sich dann attraktive Zusammenstellungen an, etwa mit Chrysanthemen, die ebenfalls ab dem Sommer blühen oder mit rotlaubiger Hirse, deren Blattfarbe und deren Samenstände einen reizvollen Hintergrund bilden.

Über den Topfrand hinaus

Schön machen sich daneben hängende Triebe, die über den Topfrand fallen, etwa von weiß blühenden Silberwinden oder man setzt schlichten Efeu mit schönem Laub ein. Efeu wie Silberwinde stellen die gleichen geringen Ansprüche an die Erde, die nicht zu gut mit Nährstoffen versorgt sein soll.

Wasserabzug ist wichtig

Ein guter Wasserabzug muss gesichert sein. Deshalb füllt man unten ins Pflanzgefäß grobe Tonscherben oder Kies ein, darüber kommt eine zentimeterdicke Splittschicht. Unter die Kübelpflanzenerde sollte man auch noch Sand mischen, damit Wasser immer gut abfließen kann.

Blut- und Feuersalbei kann man aus Samen im Frühjahr selber groß ziehen, allerdings muss man für ideale Bedingungen bei der Anzucht sorgen, damit die Jungpflanzen zügig heranwachsen und tatsächlich im Juli oder August groß und stark genug sind, um anhaltend zu blühen.

Größere Gewächse kauft man besser im April aus gärtnerischer Anzucht und setzt die Pflanzen frühzeitig zum Einwurzeln ins Beet oder ins Pflanzgefäß. Buschiger entwickeln sich die Pflanzen, wenn man anfangs die Triebspitzen auszwickt. In der Folge entwickeln sich mehr Seitentriebe und dadurch mehr Blütenstände, die allerdings zeitverzögert aufblühen.

Mäßig berauschende Wirkung

Blut -und Feuersalbei haben nur ein geringes Potenzial als Rauschmittel. In allen Pflanzenteilen sind Stoffe enthalten, die angeblich die Stimmung aufhellen, beruhigend wirken und das Empfinden von Träumen verstärken können.
Aus Blättern und Blüten einen Tee zu bereiten oder das getrocknetes Pflanzenmaterial zum Rauchen beziehungsweise Räuchern zu verwenden, ist allerdings keine so gute Idee, zumal die Zusammensetzung und die Konzentration der Inhaltsstoffe zwischen den Pflanzen und sogar den einzelnen Pflanzenteilen sehr stark schwanken können.

© Gmünder Tagespost 31.08.2018 10:26
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