Egal, ob Fasching oder Fastnacht – in Ellwangen hat FeiernTradition

  • Der „Frauen Männles – mol-Verein“. Bild: privat

Die Ellwanger Fastnacht ist schon für das 16. Jahrhundert nachzuweisen. Immer wieder finden sich in den historischen Akten zur Stadtgeschichte Hinweise auf Verbote des fastnachtlichen Treibens. Die Fürstpröpste als Herrscher des katholischen Gebiets mussten nicht nur einmal dem närrischen Treiben Einhalt gebieten, da die Narren zu sehr über die Strenge schlugen. In der Zeit der Aufklärung Ende des 18. Jahrhunderts wurde die fünfte Jahreszeit sogar ganz verboten. Im 19. Jahrhundert wurde die Fastnacht wieder belebt und eine eigene Fastnachtsgesellschaft gegründet. Ihre aufwändigen Mottobälle fanden großen Zuspruch. 1851 schlug auch die Geburtsstunde der Pennäler Schnitzelbank, der ältesten noch heute bestehenden Fastnachtsvereinigung. Mit ihren scharfzüngigen Versen und ihrem Furcht einflößenden Auftritt bildet die Schwarze Schar nach wie vor den Höhepunkt der Ellwanger Fastnacht. Auch im 20. Jahrhundert hat die närrische Zeit in Ellwangen nicht an Bedeutung verloren. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zahlreiche Neugründungen wie die Virngrundkrähen (FCV), die Tintenschlecker oder die Ellwanger Narrenpolizei (NaPo). Immer häufiger sollte nun auch die Bezeichnung Fasching neben die ursprüngliche Bezeichnung Fastnacht treten. Auch die Ellwanger Stadtverwaltung förderte tatkräftig die Fastnacht. Der damalige Bürgermeister Alois Rothmaier war ein großer Befürworter der fünften Jahreszeit und setzte sich für die Wiedereinführung des Umzugs ein. Heute gelten die Prunksitzungen des FCV und der Röhlinger Sechtanarren, die Auftritte der Jagsttal-Gullys sowie der Bürgerball der Pfahlheimer Limesnarren als Höhepunkte. Ein schönes Erlebnis für die kleinen Freunde der Fastnacht bietet dagegen der Kinderumzug am Fastnachtssamstag in Rotenbach (Beginn 13.30 Uhr). Der Fastnachtssonntag bietet dann zwei spezielle Ellwanger Highlights, wenn die Musikgruppe „Hintere Ledergasse“ und die Schwarze Schar durch die Gaststätten der Stadt ziehen (ab 19 Uhr). Den Schlusspunkt der Ellwanger Fastnacht bilden der Umzug am Fastnachtsdienstag (Beginn: 14 Uhr) und die Beerdigung auf dem Ellwanger Marktplatz.

© Gmünder Tagespost 26.01.2018 09:15
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