Gute Pflege für Paradiesäpfel

Gemüse Jetzt ist Pflanzzeit für Freiland-Tomaten. Bis zur Ernte der überaus aromatischen Früchte ist allerdings ein regelmäßiges Pflegeprogramm fällig.
  • Allein schon in ihrem Anblick kann man schwelgen: „Paradiesäpfel“ in den verschiedensten Formen und Größen.
    Fotos: Helga Schneller (2); pixabay

Einfach herrlich: eine sonnenwarme Tomate vom Strauch pflücken und das fruchtige Aroma der vollreifen Frucht genießen! Völlig zu Recht stehen Tomaten ganz oben auf der Hitliste von Gartenfans. Dabei haftet den „Paradiesäpfeln“ oft der Ruf an, ein wenig zickig zu sein. Tatsächlich verlangen die Schönen aus Südamerika nach Aufmerksamkeit: Gießen, Düngen, Stützen und Schützen gehören zum regelmäßigen Tomaten-Pflegeprogramm.

Ein regnerischer Sommer kann die Tomatenträume zudem schnell platzen lassen, wenn beispielsweise die gefürchtete Krautfäule um sich greift. Doch in den letzten Jahren sind eine Vielzahl neuer Tomatensorten auf den Markt gekommen, bei denen die Züchter besonders großen Wert auf Widerstandsfähigkeit gelegt haben. Überhaupt ist die Sortenvielfalt unüberschaubar groß. Geschätzte 7000 Tomatensorten sind weltweit bekannt.

Bunte Tomatenvarianten

Die klassisch knallroten Früchte befinden sich in bester Gesellschaft mit gelben, grünen und schwarzen, gestreiften und geflammten Varianten. Es gibt winzige Wildtomaten mit wenigen Gramm Fruchtgewicht und pfundschwere Fleischtomaten, kugelrunde, birnen- und walzenförmige, gerippte oder herzähnliche Formen. Im Freiland sonnengereifte Tomaten bilden alle gesunden Inhaltsstoffe optimal aus. Und das sind eine ganze Menge: Unter anderem viel Vitamin C, B-Vitamine, Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium und der krebshemmende Tomatenfarbstoff Lycopin.

Weil das Nachtschattengewächs verfroren ist, dürfen Tomaten-Jungpflanzen erst Mitte Mai, nach den Eisheiligen, ins Freiland. Als Starkzehrer wollen Tomaten nahrhaften und lockeren Boden unter den Wurzeln. Das Beet sollte mit reichlich Kompost oder organischem Dünger vorbereitet worden sein, am besten schon im Herbst. Pflanzt man Tomatensetzlinge leicht schräg in die Erde, entwickeln sich am Stängel zusätzliche Wurzeln für ein gutes Wachstum.

Entgeizen oder wuchern lassen

In den ersten Wochen strecken sich Tomaten vor allem in die Höhe. Später schieben sich aus den Blattachseln die ersten Seitentriebe. Um große Früchte zu erhalten, bricht man die Triebe bei einer Länge zwischen zwei und acht Zentimetern aus, was als „Entgeizen“ bezeichnet wird. Ist ein Seitentrieb bereits zehn Zentimeter oder länger, wird er besser belassen, um keine große Wunde zu verursachen. Bei Busch- und Cocktailtomaten entfällt das Entgeizen, sie dürfen ungestört wuchern.

In sommerlicher Hitze haben Tomaten großen Durst. Rund 13 Liter Wasser verbraucht eine 70 Gramm schwere Tomatenfrucht bis zur Essreife. Das Bewässern klappt besonders effektiv durch einen neben der Tomatenstaude eingesenkten Blumentopf. Damit gelangt das Nass direkt zu den Wurzeln, und die Blätter bleiben trocken.

Feuchtes Blattwerk ist der Graus jeder Tomatenpflanze. Denn Pilzkrankheiten wie Kraut- und Braunfäule oder Falscher Mehltau haben bei zu viel Nässe leichtes Spiel. Am wohlsten fühlen sich die Südländer an einem geschützten Stammplatz: Vollsonnig, gerne vor einer reflektierenden weißen Hauswand und am liebsten mit einem schützenden Foliendach über dem Kopf. Auch gelochte Tomatenhauben erfüllen ihren Zweck, werden bei ausladenden Tomatenpflanzen aber bald zu eng. An spiralförmigen Tomatenstäben aus Metall finden hoch wachsende Sorten ohne Anbinden Halt. Holzpfähle, Drähte oder Gitter können ebenso als Stütze dienen.

Brennnesseljauche für Power

Die Fruchtentwicklung kostet Tomatenpflanzen viel Kraft. Ein mehrmaliges Nachdüngen mit verdünnter Brennnesseljauche zwischen Juli und September gibt den Stauden genug Power für üppiges Wachstum. Auch käuflicher Tomatendünger versorgt die heranwachsenden Pflanzen mit den notwendigen Nährstoffen. Bis Anfang August setzen Tomaten meist mehrere Fruchttrauben an. Bei entsprechender Witterung tanken diese noch Kraft und Aroma. Anfang September bricht man die obersten Blütentriebe ab, damit alle Energie in den vorhandenen Fruchtansatz fließt. So kann das Tomatenjahr mit einer schönen spätsommerlichen Ernte ausklingen.

Für jeden Geschmack die richtige Sorte

Froschgrün
Cherry-Tomate „Limetto“: Diese kleinfrüchtige Tomate errötet nicht. Ihre limettengrüne Farbe und der fruchtige Geschmack mit leichter Zitronennote sorgen garantiert für eine Überraschung. Widerstandsfähig.

Birnenförmig
Tomate „‚Indigo™ Pear Drops“: Die zweifarbigen Früchtchen sind reich an gesunden, sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Süßes Aroma, tolle Kindertomate.

Frühreif
Stabtomate „Harzfeuer“: Schon ab Juli reifende, hellrote Stabtomate mit mittelgroßen Früchten. Gut geeignet für Tomatensalat. Wächst knapp zwei Meter hoch, Stütze notwendig.

Fleischig
Ochsenherz-Tomate „Aurea“: Fleischtomate mit süßlichem Aroma und dekorativ gerippten Früchten. Kann ausgehöhlt zum Grillen verwendet werden. Besonders in Frankreich sehr beliebt.

Kübeltauglich
Balkontomate „Vilma“: Braucht wenig Platz und Pflege. Die aromatischen Früchte erscheinen zahlreich an der buschig wachsenden Pflanze. Kein Entgeizen und Stützen notwendig.

Im Streifenlook
Cocktail-Tomate „Tiger“: Besonders attraktiv gemusterte Cocktail-Tomate. Haltbare Früchte mit aromatisch süßem Geschmack. Wächst bis zu zwei Meter hoch. Robust und gesund.

© Gmünder Tagespost 25.05.2018 16:41
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