Kfz-Versicherung: Kann man eine Rückstufung nach dem Unfall vermeiden?

Passiert ein Unfall, kommt die Versicherung für den Schaden auf. Anschließend wird der Fahrer in seiner Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft, die Versicherung wird teurer. Aber geht es auch anders? Durchaus, es gibt sogar drei Möglichkeiten.

Variante 1: Schaden selbst zahlen

Um eine schlechtere Einstufung zu vermeiden, können Autobesitzer selbst für den Schaden aufkommen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn es sich um kleinere Schadenssummen handelt. Die Seite Finanztip.de rät, bei einer Vollkaskoversicherung einen Schaden bis zu 1.300 Euro selbst zu tragen, bei einer Haftpflicht bis zu 1.500 Euro. Denn jeder Fahrer erhält mit jedem Jahr, das er oder sie unfallfrei fährt, eine höhere Schadensfreiheitsklasse. Je höher diese ist, desto geringer ist der Jahresbeitrag für die Versicherung. Nach einer Rückstufung kann der Jahresbeitrag so hoch sein, dass man schon nach kurzer Zeit mehr Geld für die Versicherung ausgegeben hat als das, was die eigene Schadensreparatur gekostet hätte. Man kann sich bei der Versicherung vorab die neuen Kosten berechnen lassen. Anschließend kann man entscheiden, ob eine Rückstufung oder der Schadensersatz aus eigener Tasche rentabler ist.

Das System Schadenrückkauf:

Ist ein Unfall passiert, kann man den Schaden ruhigen Gewissens erst einmal von der Versicherung bezahlen lassen. Die meisten Versicherer gewähren einem anschließend sechs Monate Zeit, zu überlegen, ob man selbst für den Schaden aufkommen möchte. Entschließt man sich zur Selbstübernahme, kann man den Schaden wieder zurückkaufen. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass man dann bei der Übernahme die genauen Kosten für den Schaden kennt, die meistens direkt nach dem Unfall noch nicht erkennbar sind.

Achtung: Bevor man sich auf diese Variante verlässt, sollte man unbedingt seinen Vertrag prüfen und sichergehen, dass ein Rückkauf möglich ist. Auch die Frist für den Rückkauf variiert von Anbieter zu Anbieter.

Variante 2: Rabattschutz

Bei der Wahl der Kfz-Autoversicherung sollte man auf den sogenannten Rabattschutz schauen. Da der Versicherungsmarkt mittlerweile stark umkämpft ist, bieten einige Versicherer hervorragende Policen an. Selbst Verträge mit einem Schadenfreiheitsrabatt sind mittlerweile recht günstig zu bekommen. Einzelne Versicherer, darunter die CosmosDirekt, gewähren im Rahmen ihrer Police sogar 3 Schäden frei. Der Rabattschutz gewährleistet, dass man nach einem Unfall nicht zurückgestuft wird.

Achtung: Viele Versicherungsanbieter verlangen für den Rabattschutz einen Aufpreis. Hier ist es auf jeden Fall empfehlenswert, Preise zu vergleichen. Ist der Schutz günstig zu haben, lohnt er sich sogar für vorsichtige Fahrer, die ein sehr günstiges Auto fahren.

Variante 3: Rabattretter

Allgemein wird dazu geraten, regelmäßig einen Anbieter- und einen Preis-Leistungs-Vergleich durchzuführen, und gegebenenfalls in eine bessere Versicherung zu wechseln. Das ist jedoch nicht immer sinnvoll, denn so mancher Altvertrag übertrifft jedes Neuangebot. In vielen alten Verträgen gibt es nämlich den sogenannten Rabattretter. Dieser schützt den Fahrer - ähnlich wie der Rabattschutz - vor einer Erhöhung des Jahresbeitrages. Der Rabattretter greift bei allen, die Schadenfreiheitsklasse 25 oder höher haben. Passiert ein Unfall, wird man zwar zurückgestuft, aber nur so weit, dass sich der Jahresbeitrag der Versicherung nicht ändert. Wer einen Rabattretter besitzt, sollte genau rechnen, ob sich ein Wechsel in einen anderen Vertrag lohnt - in den meisten Fällen ist das nämlich nicht der Fall.

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© Gmünder Tagespost 24.05.2018 09:33
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