Klinische Hypnosetherapie

Wer ohne Heilerlaubnis mit Hypnose Krankheiten behandelt, macht sich strafbar im Sinne des Heilpraktikergesetzes (HPG). In diesem Fall sind Geldstrafen bis 25.000 Euro, und darüber hinaus eine strafrechtliche Verfolgung durch die Staatsanwaltschaft möglich. Es ist also zwischen Hypnose-Coaches oder Hypnotiseuren und medizinischen beziehungsweise klinischen Hypnosetherapeuten zu unterscheiden. Erstere dürfen rechtlich gesehen keine Therapie anbieten und kein Heilversprechen geben, lediglich mit Entspannung werben. Auch Massenveranstaltungen zur Raucherentwöhnung oder Gewichtsabnahme sind umstritten. Es ist nicht sinnvoll, dem Klienten sein momentanes Suchtmittel innerhalb von Minuten wegzunehmen. Übermäßiger Sport, Fressattacken oder Spielsucht sind nur einige negative Alternativen, die sich ergeben können. Alles dient ausschließlich der Gesundheit, dem beruflichen, schulischen und persönlichen Erfolg des Klienten. Jahrelang eingefahrene Verhaltensmuster, Sichtweisen und Gewohnheiten lassen sich nicht „wegzaubern“. Es bedarf einer gewissen Anzahl von Therapiesitzungen, Probleme anzugehen und das erwünschte Ziel zu erreichen. Ein im Bereich der klinischen beziehungsweise medizinischen Hypnose arbeitender Therapeut sollte daher eine entsprechende berufliche Basis als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Psychologe oder Psychotherapeut vorweisen. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass sogar bei Schlaganfall-Patienten mit der klinischen Hypnosetherapie gute Erfolge erzielt werden können.

© Gmünder Tagespost 16.02.2018 12:58
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