Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan kann bleiben

Gemeinderat Unterkunft in der Pressehütte wird von der Gemeinde zur Anschlussunterbringung übernommen.

Mutlangen. Als „Gewinn für alle Seiten“ beschreibt Ordnungsamtsleiter Wolfgang Siedle die Lösung, die Mutlangen aktuell für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen gefunden hat: Die Gemeinde übernimmt den Mietvertrag in der Pressehütte vom Landkreis, der dort eine Gemeinschaftsunterkunft eingerichtet hatte, in der eine Familie aus Afghanistan lebt. Die bald siebenköpfige Familie ist bereits zwei Jahre in Mutlangen und müsste die bislang vorläufige Unterbringung deshalb verlassen. Da die Anzahl der Personen rechnerisch genau das Kontingent abdeckt, das Mutlangen 2018 als Aufnahmequote erfüllen muss, gibt der Kreis die Gemeinschaftsunterkunft ab, die von der Gemeinde dann in eine Anschlussunterkunft „umgewandelt“ wird. Die Familie kann bleiben. Platz wäre obendrein für eine Notunterkunft, wenn kurzfristig Obdachlose untergebracht werden müssten. „Das brauchen wir sehr dringend“, sagt Wolfgang Siedle.

Insgesamt leben in der Gemeinde 38 Flüchtlinge dezentral untergebracht in sieben Gebäuden. Großes Lob gibt es von Bürgermeisterin Stephanie Eßwein und Hauptamtsleiter Julian Dierstein für den rund 15-köpfigen Helferkreis, der bei der Integration mit Sprachkursen, Berufsqualifizierungsangeboten und Praktika sowie in der Begleitung bei Behördengängen wertvolle Hilfe leiste.

Deutlich wird in der Diskussion, dass in Sachen Flüchtlingsunterbringung und in Sachen Notfallwohnung dringender Handlungsbedarf besteht. „Wir haben das ganz oben auf der Agenda, dass hier eine Lösung gefunden werden muss“, versichert die Bürgermeisterin mit Blick auf das Gebäude Wetzgauer Straße.

© Gmünder Tagespost 20.03.2018 21:54
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