Sein Handball-Traum ging in Erfüllung

Handball Die Begeisterung für Handball wurde bei Max Häfner aus Waldstetten schon früh geweckt. Seit der Saison 2017/18 spielt der 22-Jährige beim Bundesligisten TVB 1898 Stuttgart.
  • Seinen nächsten Urlaub plant Max mit Freunden am Meer zu verbringen. Fotos: Chris Frumolt

Für Handballfans beginnt das neue Jahr mit einem Highlight: Vom 10. bis 27. Januar kann bei der 26. Handball-Weltmeisterschaft der Männer auf den deutschen WM-Titel gehofft werden. Auch der Waldstetter Max Häfner wird in diesen Tagen jede Gelegenheit nutzen, die Spiele zu verfolgen.

Und das nicht nur als Fan: Seit 2017 spielt der 22-Jährige im Kader des Bundesligisten TVB 1898 Stuttgart und drückt natürlich den deutschen Handballern die Daumen. Auch wenn sein Bruder Kai – Handballprofi beim TSV Hannover-Burgdorf und Europameister 2016 – nicht im Kader der Nationalmannschaft dabei sein wird, freut sich Max Häfner, dass die deutschen Spiele der Handball-WM wieder im Free-TV übertragen werden.

Ein Döner geht schon auch mal

Bis 14. Januar haben er und seine TVB-Mitspieler trainingsfrei, nachdem sie am zweiten Weihnachtsfeiertag in der ausverkauften Porsche-Arena als Sieger vom Platz gingen. „Es war ein knapper, aber wichtiger 31:30-Erfolg gegen den VfL Gummersbach“, sagt Max Häfner, der jetzt die Winterpause genießt. Weihnachten feierte er mit der Familie, ein ausgiebiges Schlemmen stand vor dem letzten Spiel des Jahres allerdings nicht auf dem Programm. Auf die Frage, ob man als Profisportler auch mal über die Stränge schlagen darf, lacht er und meint: „Klar sündigt man schon mal und isst einen Döner. Aber man weiß, auf was man achten muss, um fit zu bleiben“.Für Max Häfner steht fest: „Mein Körper ist mein Kapital und davon hängt meine Leistung ab.“

Nach OP wieder fit

Wie schnell dieses Kapital ins Wanken geraten kann, hat er im vergangenen Jahr zu spüren bekommen. Nach einer Sprunggelenkverletzung im Dezember 2017, machten ihm zwei Bandscheiben langanhaltende Probleme. „Verschiedene Therapien wurden ausprobiert, haben aber nicht angeschlagen“, erzählt er. So lange weitermachen wie möglich, das sei damals sein Vorsatz gewesen.

Irgendwann war aber der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr ging. Anfang April wurde Max Häfner in einer Münchner Spezialklinik operiert. Die anschließende Reha in Stuttgart verlief erfolgreich. Jetzt fühle er sich wieder fit und sei froh, dass er seit September wieder einsatzfähig sei.

Bis 2020 läuft der Vertrag beim TVB 1898 Stuttgart. „Es war immer schon ein gewisser Traum von mir, Handballprofi zu werden“, erzählt Max Häfner.

Eine Handballer-Familie

Dieser Wunsch kommt nicht von ungefähr: Schon sein Vater Wolfgang spielte Handball beim TSB Gmünd in der Oberliga, auch sein Bruder Jan ist dort im Einsatz. Und Kai, mit 29 Jahren der älteste der Häfner-Brüder, ist 2016 Europameister geworden. Seine Mutter spielte eine wichtige Rolle und hat ihre Söhne immer unterstützt. „Sie hat uns gut bekocht und immer zum Training gefahren“, weiß Max Häfner heute noch zu schätzen. Beim TSB begann seine Karriere, als dann ein Angebot vom Frisch Auf! Göppingen kam, gab es für den damals 17-Jährigen nichts zu überlegen.

Mit der A-Jugend spielte er dort in der Jugend-Bundesliga. Damals noch ohne Führerschein, musste drei Mal pro Woche die Fahrt nach Göppingen organisiert werden. „Jonas und Lukas Waldenmaier aus Bargau waren in meiner Mannschaft und so konnten sich unsere Eltern abwechseln“, erzählt er. Mit Jonas sei er immer noch eng befreundet, habe mit ihm am Wirtschaftsgymnasium Abitur gemacht.

Talent allein genügt nicht, man braucht auch ein Stück weit Glück.

Max Häfner, Profispieler beim TVB 1898 Stuttgart

Jeden Tag ist Training

Wenn die Waldenmaier-Brüder heute mit dem TSB spielen, sei er, wenn möglich, zum Anfeuern dabei. Zurück beim TSB Gmünd gelang Max Häfner nach seiner Göppinger Zeit der Aufstieg in die Baden-Württemberg Oberliga. Dann rückte auch der Traum vom Profi ein Stück näher.

Eines steht für den Waldstetter fest: „Talent allein genügt nicht, man braucht auch ein Stück weit Glück.“ Das hatte er bei einem Spiel in Neuhausen auf den Fildern. Ein Scout vom TVB wurde auf ihn aufmerksam, zwei Wochen später kam die Einladung zum Probetraining. Und ein Angebot für die Saison 16/17, das Max Häfner aber nicht annahm: „Ich hatte damals beim TSB für die kommende Saison zugesagt und wollte die Mannschaft nicht im Stich lassen.“

Am 19. August 2017 stand er zum ersten Mal auf dem Spielfeld für den TVB, dem Sportverein aus dem Waiblinger Stadtteil Bittenfeld. Sieben oder acht Mal pro Woche fährt der 22-Jährige Waldstetter zum Training in die Gemeindehalle nach Bittenfeld oder auch in die Stuttgarter Scharrena. Er fühlt sich wohl mit seinen Mannschaftskollegen, schätzt die familiäre Atmosphäre. „Es entstehen wirklich Freundschaften und wir unternehmen privat oft was zusammen“, sagt er. Stolz ist er auf seinen Bruder Kai, auf das was er erreicht hat.

Brüder-Duelle

Drei Mal spielten die beiden schon gegeneinander. Wenn möglich, ist dann auch der Rest der Familie unter den Zuschauern. Wer dann wem die Daumen drückt? „Mein Vater kann sich nicht entscheiden, meine Mutter ist immer nur froh, wenn wir beide heil aus dem Spiel rauskommen“, erzählt er. Ganz wichtig sei ihm die Familie - als Ausgleich, zum Kopf-frei-Kriegen und Entspannen. „Man muss dem Körper auch mal Ruhe gönnen“, sagt Max Häfner und freut sich schon auf den Sommerurlaub, den er am liebsten mit Kumpels am Meer verbringen würde. Die Zeit nach der Profikarriere verliert er ebenfalls nicht aus den Augen.

Student an der PH

An der PH Schwäbisch Gmünd studiert er Mathe und Sport auf Lehramt. Um alles zu vereinbaren, sei Disziplin und Spaß an dem, was man tut, wichtig.

Aber auch die Unterstützung der Hochschule und des Vereins, mit „Nachsicht“, wenn sich Prüfung mit Training oder Vorlesung mit Training überschneiden. Träumt er davon, einmal als Nationalspieler bei einer WM dabei zu sein? Da hat Max Häfner ganz klare Vorstellungen und Pläne für die Zukunft. Sich erst mal in der Bundesliga zu etablieren, einen Schritt nach dem anderen machen: „Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, sondern einfach mein Bestes geben.“

© Gmünder Tagespost 11.01.2019 16:02
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