Stachelig und honigsüß

Gehölze Wegen der bedornten Blätter wirken die immergrünen Mahonien etwas abweisend. Ihre duftenden gelben Blüten aber locken zahlreiche Insekten an.

Mahonien bringen alles mit, was der Gartenmensch von einem attraktiven Gehölz erwartet: glänzendes immergrünes Blattwerk, herrlich duftende Blüten und dekorative Beerenfrüchte.

Dazu noch eine völlig anspruchslose Natur mit ökologischem Wert für Insekten und Vögel. Allein die dornig gezähnten Blätter verleihen dem Gewächs aus der Familie der Sauerdorngewächse ein etwas abweisendes Aussehen. Oft wird die Mahonie mit der Europäischen Stechpalme (Ilex aquifolium) verwechselt. Doch während Ilex Blüten in rosa bis weiß, und rote Beeren ausbildet, schmückt sich die Mahonie (Mahonia) mit gelben Blüten und bläulichen Früchten.

Kleine Pflanze aus Amerika

Beheimatet ist der kleine Strauch hauptsächlich in Asien sowie in Nord- und Mittelamerika. Die bei uns am meisten verbreitete Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium) bevölkert in ihrem Ursprungsgebiet zwischen Oregon und British Columbia als Unterholz bevorzugt Nadelwälder. Wegen seiner Pflegeleichtigkeit wird der attraktive Kleinstrauch, dessen Name auf den irisch-amerikanischen Botaniker Bernard M’Mahon zurückgeht. Mahone war begeisteter Hobby-Gärtner. Mahone kommt das Verdienst zu, erstmals Sträucher aus Samen gezogen, kultiviert und im Handel angeboten zu haben.

Beste Pflanzzeit – Frühjahr

Winterhart und pflegeleicht: Das winterharte Kleingehölz gedeiht auf nahezu jedem Gartenboden, ob sandig-trocken oder feucht. Nur durchlässig sollte der Boden unter den Wurzeln sein. Der ideale Platz für Mahonien liegt im Halbschatten, doch auch Sonne oder tieferer Schatten sind geeignet. Beste Pflanzzeit für das Gehölz ist im Frühjahr. Wer bei der Pflanzung etwas Kompost oder Hornspäne ins Pflanzloch gibt und gut angießt, sorgt gute Startbedingungen.

Sehr gut für kleine Gärten

Da Mahonien recht langsam wachsen und in der Regel nicht höher als anderthalb Meter werden, passen sie auch gut in kleine Gärten. Zwischen höhere Gehölze gepflanzt, als niedrige Hecke oder im Hintergrund des Staudenbeetes bringen Mahonien Struktur ins Gartenbild. Auch im Winter sorgen sie für einen erfreulich grünen Anblick. Nach strengen Frösten verfärbt sich das Laubkleid oftmals in schöne Rottöne. Die meiste Zeit des Jahres zeigt sich das Blattwerk dunkelgrün und ledrig glänzend. Die bis zu 30 Zentimeter langen Blattwedel tragen fünf bis neun Fiederblättchen mit kleinen, dornigen Auswüchsen am Blattrand.

Geruch lockt die Bienen an

Farbtupfer im Winter Von April bis Mai blüht die Mahonie mit goldgelben, honigduftenden Glöckchen, die an traubenartigen Trieben erscheinen. Von der Strahlefarbe und dem süßen Geruch lassen sich Bienen gerne zu den pollenreichen Blüten locken. Ab August reifen die blauschwarzen, leicht giftigen und bei Vögeln beliebten Früchte heran.

Außer der Gewöhnlichen Mahonie gibt es für den Garten auch einige attraktive Züchtungen. Mit 50 bis 80 Zentimetern besonders kompakt wächst beispielswiese die Sorte „Apollo“. Mit Blüten schon zur Weihnachtszeit weiß Mahonie „Winter Sun“ zu überraschen

Farbtupfer im Winter

Die goldgelben, bis zu 30 Zentimeter langen Blütenrispen halten sich oft bis in den März hinein und sorgen für einen willkommenen Farbtupfer im winterlichen Garten.Ganz zahm gibt sich die Palmen-Mahonie „Soft Caress®“ (Mahonia eurybracteata) mit schmalen Blättern ohne dornigen Rand. Dazu präsentiert sie von August bis September zitronengelbe, leicht duftende Blüten.

Diese Züchtung eignet sich auch besonders gut für die dekorative Kübelbepflanzung auf Terrasse oder Balkon. Einmal in den Garten gepflanzt, vermehren sich Mahonien meist von ganz allein mittels unterirdischer Ausläufer. Außerdem sorgen Vögel für die Verbreitung durch Samen. Wird ein Mahonienbusch zu ausladend, ist der Rückschnitt überhaupt kein Problem.

Schnitt im Spätwinter

Selbst alte, vergreiste Mahonien können durch einen radikalen Schnitt wieder verjüngt werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist im Spätwinter, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Die Blüte bei einem stark geschnittenen Strauch fällt im kommenden Jahr allerdings aus. Ein regelmäßiger Schnitt schützt Mahonien vor dem Verkahlen. Außerdem verzweigen sich die Pflanzen besser und tragen üppigere Blüten.

Niedrig wachsende Sorten sollten nach der Blüte nur ein wenig eingekürzt, höhere Exemplare können bei Bedarf um die Hälfte zurückgeschnitten werden.

Mahonien sind sehr robust

Krankheiten und Schädlinge muss man bei der robusten Mahonie kaum befürchten. Lediglich ein zu feuchter und schattiger Standort kann Mehltau fördern. Befallene Blätter sollten dann sofort entfernt werden. Manchmal tritt auch Blattrost auf, erkennbar an rötlichgelben Blattflecken im Frühsommer. Auch hier hilft am besten sofortiges Entfernen befallener Blätter.

© Gmünder Tagespost 11.01.2019 15:58
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