Literatur im Wandel - Wie das klassische Buch im modernen Mantel überlebt

Literatur hat sich verändert. Galt es vor Jahren noch als Regel, sich in Bus und Bahn mit einem Buch die Zeit zu verkürzen oder abends mit einem Buch im Bett zu liegen, so hat das Smartphone dem klassischen Wälzer den Rang längst abgelaufen. Das heißt jedoch nicht, dass Literatur aus unserem Alltag verschwindet, im Gegenteil: Es gibt inzwischen zahlreiche andere Möglichkeiten, Literatur zu konsumieren.

Weg vom klassischen Buch, aber nicht von der Literatur

Grundsätzlich spricht nichts gegen das Buch in seiner klassischen Form. Der Duft der Buchseiten sowie die Haptik, das Gefühl, ein wertiges Buch in den Händen zu halten, begeistern bis zu diesem Tag etliche Menschen. Trotzdem lohnt es sich, den neuen Medien eine Chance zu geben. Schließlich war das gedruckte Buch selbst auch lediglich Nachfolger der Handabschrift, welche wiederum die mündliche Wiedergabe ersetzte.

Literatur ist also seit dem Anbeginn der Zeit im Wandel, mit Medien wie E-Readern und Hörbüchern hat die Entwicklung nur eine deutliche Beschleunigung erlebt. Die Vorteile der inzwischen verfügbaren Varianten des Literaturkonsums liegen in der reizvollen Mischung aus Tradition und Moderne sowie der hohen Praktikabilität.

Wer konsumiert Literatur wie

E-Books sind praktisch für alle, die Lesen als Hauptbeschäftigung – ob in Ihrer Freizeit oder auch arbeitsbedingt - verstehen. Das E-Book überträgt das klassische Taschenbuch auf ein modernes Format und (bei entsprechender Synchronisation) können Inhalte von Gerät zu Gerät an derselben Stelle weitergelesen werden. Auch für akademische Zwecke sind E-Books gut geeignet, da sie elaborierte Notizen erlauben. Für Vielleser lohnt sich ein E-Book-Reader allein aus dem Grund, Bücher in einer Menge bei sich tragen zu können, die selbst mit dünneren Taschenbüchern illusorisch wäre.

Auch Hörbücher erfreuen sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Hörbücher oder Audio-Books sind die vorgelesene Variante der Bücher und während Belletristik und Jugendbücher sicherlich einen großen Teil dieses Mediums ausmachen, besitzen auch Weltliteratur und Sachbücher wachsende Anteile. Selbst der Erwerb neuer Sprachkenntnisse kann heutzutage mit Hilfe von Sprachkursen im Hörbuchformat geschehen.

Neben der einfachen Verfügbarkeit bestechen Hörbücher v.a. durch die Möglichkeit, nahezu überall abgespielt werden zu können. Mehr als Kopfhörer und ein Smartphone braucht es nicht, um den Stimmen der Hörbuchsprecher lauschen zu können. So lassen sich Hörbücher lassen auch beim Autofahren, im Flugzeug, über einen Bluetooth-Lautsprecher in der Badewanne oder einfach im Alltag nebenbei hören. Anders als Bücher oder E-Books kann das Hörbuch fast immer laufen – Zuhörer können einschalten, um abzuschalten.

Literatur ist multimedial geworden

Die Welt ist schnelllebiger geworden, Nachrichten kürzer, Videos und Bilder bunter - Ablenkung ist überall. Dies hat leider auch dafür gesorgt, dass wir in unserer Freizeit immer seltener zum Buch greifen und immer häufiger zur Technik.

Dabei müssen sich Literatur und Technik nicht ausschließen. E-Books und Audiobücher zeigen gekonnt, dass eine Symbiose möglich ist und bieten für jeden die passenden Möglichkeiten, Literatur zu konsumieren. Nur weil jemand nicht der klassische Bücherwurm ist, heißt das schließlich nicht, dass er ein Leben ohne Literatur fristen muss. Bücher haben heutzutage eben viele Gesichter.

Bild: https://www.pexels.com/de/foto/abend-ausbildung-ausstellungsstuck-bildschirm-375903

© Gmünder Tagespost 14.02.2018 09:04
1919 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.