Lesermeinung

„Bibliothek rechnet sich nicht – und zahlt sich doch aus“, GT vom 15. März

In einer Gesellschaft ist es doch so: Was man in die Menschen investiert, kommt dem sozialen Miteinander zugute. Dies hat sich wohl noch nicht bei allen Gmünder Politikern herumgesprochen. Denn wenn die Bürgerliste pauschal die hohen Kosten der Stadtbibliothek anmahnt, kommt mir als Unternehmensberater angesichts solch neokapitalistischer Aussage die Galle hoch; denn für die Bürgerliste sind die Bibliotheks-Besucher wohl Geldbeutel mit Füßen. Es ist das alte falsche Lied, dass bei uns nur der etwas taugt, der auch Geld erwirtschaftet: also ja keine Ausgaben für Kinder, Jugendliche, Rentner und Bürger unterer Einkommensschichten. Dabei kann man in der Bücherei unabhängig von Status und Einkommen jegliche Art von Büchern und Medien ausleihen. (. . .) Am Schönsten ist es dabei, wenn die Kleinsten stolz ihre – Gott sei Dank kostenlosen – Bücherei-Ausweise präsentieren. Eine Bücherei ist sozialer Auftrag zu geistiger Freiheit und nicht eine Kuh, die man melken muss. Unsere derzeitige Kultusministerin hat die schlechten Deutschkenntnisse bei einigen Schülern bemängelt und Maßnahmen angekündigt. Den Rotstift bei einer Stadtbibliothek anzusetzen, wäre hier der falsche Weg!

© Gmünder Tagespost 03.04.2018 21:29
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