Leserbeitrag von derleguan

Dank an die SPD für Ablehnung von Killerdrohnen

Immer wenn in der Vergangenheit von bewaffneten Drohneneinsätzen berichtet wurde, handelte es sich um Einsätze, die Terroreinsätzen gleichzusetzen sind, in denen bestimmte Personen aus der Luft, dem Hinterhalt von unbemannnten Drohnen exekutiert, getötet wurden. Bewaffnete Drohnen sind eine der  schrecklichsten Waffen, die  man sich im Moment vorstellen kann. Auch da sie die Hemmschwelle für Angreifer sehr stark senken. Ich habe noch nie gehört, dass diese bewaffneten Drohnen für Schutz- oder Verteidigungszwecke eingesetzt wurden. Warum ausgerechnet diese angeblich so christliche Partei daran hängt und nun verärgert ist, entzieht sich meiner Erkenntnis. Bei der SPD sehe ich seit längerem mal wieder Rückrat und eine humane Grundeinstellung.

© derleguan 19.12.2020 18:31
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In my humble opinion

Was in der Vergangenheit war, muss nicht unbedingt in der Zukunft sein. Ich habe bisher noch nirgends gelesen, dass die Bundeswehr mit bewaffneten Drohnen 'Jagd' auf Islamisten machen sollte, sie soll überhaupt keine 'Jagd' auf irgendwen machen, sie soll verteidigen. Dazu ist die Bundeswehr auch nicht auf einem Betriebsausflug in Afghanistan oder in Mali.
Die Bundeswehr ist dort, um unsere Vorstellung von 'Demokratie', von 'Menschenrechten' und anderen Idealen zu vertreten und in gewissem Sinn zu verhindern, dass Mädchen die Schulbildung verweigert wird, dass Frauen zu Hause eingesperrt werden und dass Menschen wegen angeblicher 'Ungläubigkeit', wegen 'Anderssein', die Kehle durchgeschnitten wird. Wir könnten natürlich auch feststellen, dass uns die Ideale, die Menschenrechte und die Menschen selber uns gleichgültig sind, dann gehen unsere Soldaten eben nicht hin, dann brauchen wir keine Waffen, dann brauchen wir keine bewaffneten Drohnen. Nur, wenn wir unsere Leute in die Gefahr schicken, sollten sie die bestmögliche Ausrüstung zu ihrem Schutz haben, oder ist uns dann das Schicksal unserer Leute dort egal?
Sie haben mit Sicherheit noch nie einem Gotteskrieger gegenübergestanden ( ich auch nicht, will es auch nicht ), der Sie vor die Alternative gestellt hat: "Das ist die richtige Richtung, sich 5x am Tag zum Gebet zu verneigen, dies ist die richtige Länge des Bartes, das ist die richtige Aussprache des Wortes 'Gott ist groß', und wenn du das nicht machst, dann eben 'Kopf ab' und mir ist mein Paradies gerettet", der dabei am Abzug der Kalaschnikoff spielt und versonnen den Reflex der Sonne auf dem Dolch in Ihr Gesicht lenkt.
Natürlich können wir reden, zu überzeugen versuchen, aber wenn das nicht reicht? Wo ist die Grenze, wann fühlen wir uns angegriffen, wenn der Gotteskrieger die ‚rote Linie‘ überschreitet, etwa eine neue Grenzlinie ziehen - und nach Überschreitung der neuen Grenzlinie eine noch neuere Linie ziehen? Und vielleicht eine noch neuere neue Linie?
Oder stellen wir uns irgendwann mal bewaffnet hin und sagen: "Bis hierher und nicht weiter!" und schießen dem, der den Fuß über die Linie setzt, ins Bein?
Was, wenn der die Linie mit einer Kalaschnikoff im Anschlag überqueren will?
Weichen wir dann zurück oder erschießen wir ihn in Notwehr, auch mit einer Drohne? Denn wo ist der Unterschied, ob er von einem Soldaten auf der Erde, aus einem Panzer heraus, aus einem Flugzeug oder Hubschrauber heraus  oder von einer Drohne aus erschossen wird, die auch von einem Soldaten gelenkt wird? Eine Drohne hat einen unbestreitbaren Vorteil: Wird sie be- oder abgeschossen, stirbt kein deutscher Soldat.

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