Lesermeinung

Eine Satire aus dem Alltag im Kanzleramt:

„Genuss im Stil der neuen Zeit“, so ist man es bei Kaffee und Kuchen von der Chefin gewohnt. „Ich bin doch nicht blöd“, sagt sie, denn „ich will so bleiben wie ich bin“ und schaut dabei Peter Altmaier tief in die Augen.

Ja, liebe Angela: „Du darfst“ denn „es gibt viel zu tun, packen wir’s an“ und öffnete dabei eine Tafel Schokolade, steckt sie komplett in seinen Mund und sagt voller Genuss, was die anderen längst denken, es ist doch alles „quadratisch, praktisch, gut“.

Ja, verehrte Angela, meint Annegret, dem stinkenden Diesel haben wir schon längst den Kampf angesagt. „Alles super“, meint sie weiter, das ist nämlich „der Duft der großen, weiten Welt“, nichts anderes.

Volker Kauders Gesicht zuckt vor Freude, und er ruft lautstark in den Raum: „Nichts ist unmöglich“. Ja lieber Volker, meint Jens Spahn und spricht zu den anderen: „Nie war er so wertvoll wie heute“ – der Volker.

Angela unterbricht, trinkt einen Schluck Kaffee „mit dem Verwöhnaroma“ und fügt hinzu: „Man gönnt sich ja sonst nichts.“

Ja, liebe Freunde, fährt sie fort, „Wir geben unserer Zukunft ein Zuhause“, und deshalb lade ich euch bzw. den Steuerzahler zum Abendessen ein.

Kaum die Einladung ausgesprochen – spürt Peter, der Dicke, eine riesige Pfütze auf seiner Zunge und triumphiert aus voller Brust: „Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wienerwald“.

Die anderen jubeln voller Freude und sprechen im Chor „wir schaffen das“: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

© Gmünder Tagespost 18.03.2018 19:28
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