Lesermeinung

Glaubenswissen

Allenthalben konnte man (...) lesen, dass die Deutschen und sogar die Christen unter ihnen mit dem Pfingstfest nichts anfangen können, nicht einmal wissen, was das denn soll. Woran liegt das? Sicher auch zu einem großen Teil an der Verkündigung in den Kirchen, die kritisch oder irgendwie gar nicht den Heiligen Geist vermittelt. Nun war Ostern schon schwierig, aber immerhin grüßten sich noch einige mit dem Ostergruß der orthodoxen Kirche: „Der Herr ist auferstanden“. – Antwort: „Er ist wirklich auferstanden.“ Zunächst muss man nicht viel mehr wissen. Und zu Pfingsten? In der alten, heute schwer verständlichen Theologensprache sagt man, an Pfingsten finde die Ausgießung des Heiligen Geistes statt. (...) Wenn man Pfingsten im Zusammenhang mit Ostern und Himmelfahrt sieht und dazu die einschlägigen Worte von Jesus selbst hinzuzieht, wird deutlich, was da gemeint ist. Jesus läßt seine Jünger nicht als „Waise“ zurück (Joh.14.18), sondern sendet ihnen den Tröster, den Geist des Vaters, seinen Geist (Joh.14.26; 16.7). Dazu muss er aber zuerst zum Vater zurückgekehrt sein (Joh.16.7 - „Himmelfahrt“). Jesus hat immer auch versprochen, dass er wiederkommt (Joh. 14.28). Und genau das ist an Pfingsten geschehen. (...) Also: der Pfingstgruß heißt: „Jesus ist wiedergekommen. – Er ist im Geist wiedergekommen.“ Halleluja. Das ist der Grund für die neue Begeisterung der Jünger damals und der Beginn der weltweiten Christenheit – der „Kirche“. (...)

Gmünd

© Gmünder Tagespost 22.05.2018 20:47
237 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.