Lesermeinung

Heute der Diesel und morgen ...?

...Heute wird der Diesel wegen Stickstoff angeprangert, morgen fällt der Benziner mit Kohlendioxid auf und übermorgen stellt man fest, dass mehr Feinstaub durch Zigaretten, Feuerwerk und Grillen entsteht als durch alle Personenwagen. Gleichzeitig folgt das Bundesverwaltungsgericht Argumenten einer Gruppierung (mit einem wesentlichen Sponsor Toyota), die dem Auto den Kampf angesagt hat, und lässt in das Urteil mit dem ‘Gewisse Wertverluste sind hinzunehmen‘ eine Besitzerenteignung einfließen. Und in dieser Gemengelage veröffentlich das Umweltbundesamt eine Studie, um einen direkten Zusammenhang zwischen Todesfällen sowie NO2 herzustellen – auch dort müsste angekommen sein, dass in der Wissenschaft gesundheitliche Auswirkungen von NO2 höchst umstritten sind und diese gemachte Annäherung in keiner Weise nachhaltig belastbar ist. Nach Ausführungen des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin, ist es wissenschaftlich unseriös, durch Berechnungen von NO2 auf Tote zu schließen. Weiter führt der Arbeitsmediziner den Feinstaub als die wirkliche Gefahr an – der Feinstaub bleibt in den Zellen hängen, schadet der Lunge und verursacht Herzinfarkte. Nur NO2 ist kein Vorläufer vom Feinstaub.

Mehr denn je ist verantwortungsvolles Handeln gefragt, aber bitte entlang der Fakten sowie wissenschaftlicher Seriosität und auf Basis physikalischer Gesetzmäßigkeiten. Auch sollte die Frage nach der Messmethodik gestellt werden. Weiter wird der Eindruck vermittelt, dass in Deutschland permanent giftiger Wind weht, im benachbarten Ausland nicht. Und das E-Auto startet mit einer erheblichen CO2-Hypothek zur Herstellung seines Akkus sowie einer lückenhaften Lieferkette des für einen Akku erforderlichen Rohstoffes Kobalt mit dem meisten Vorkommen im politisch extrem instabilen Südostkongo.

Nur wenn es gelingt, Albert Einsteins Satz zu folgen ‘Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind‘, wird Deutschland in eine wie auch immer geartete Mobilitätszukunft mit weiterhin reduzierten Luftschadstoffen starten können.

© Gmünder Tagespost 12.03.2018 20:57
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