Leserbeitrag von derleguan

Kein zurück zum alten "Normalzustand"

2020 – kaum jemand wird diesem Jahr eine Träne nachweinen. Die Konstruktionsfehler unserer profitorientierten globalisierten Wirtschaft sind in der Pandemie noch deutlicher geworden. Rettungspakete müssen nicht "die Wirtschaft" retten, sondern Menschen, die sonst ins Nichts fallen. Krisenprogramme dürfen nicht Klimakiller wie die Lufthansa oder die Automobilindustrie am Leben halten, sondern müssen den sozialökologischen Umbau fördern. Regionale Netzwerke, Käufe/Verkäufe müssen gestärkt, Paketdienste gebündelt werden und zu Knotenpunkten liefern, an man die Pakete dann abholt. Damit nicht 6 Kleinlaster zum selben Empfänger fahren müssen. Und zur gesellschaftlichen Solidarität gehört eine öffentliche Daseinsvorsorge, die allen Menschen zugutekommt, bezahlbarer Wohnraum für alle, ein Gesundheitssystem ohne Fallpauschalen, das die Bedürfnisse der Patienten in den Mittelpunkt stellt.

© derleguan 26.12.2020 09:16
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Karin Hofmann

PS:

Der "Normalzustand" 2020 wäre mir für den schon durch Conora gebeutelten und am finanziellen Abgrund stehenden MITTELSTAND lieber gewesen als weitere "klimafreundliche" Steuerabgaben!

Karin Hofmann

Hallo derleguan,

ja, da haben Sie recht. Aber - endlich wird (wohl in IHREM Sinne) alles gut, denn es stehen 2021 "klima- und verbraucherfreundliche" neue Gesetze ins Haus. Für einige Verbraucher bringt das ökologisch-grüne Verteuerungen fürs Neue Jahr 2021 mit sich.

Infos aus dem Wirtschaftsteil "was ändert sich für Verbraucher und Privathaushalte im kommenden Jahr":

Tanken und heizen: Das "schädliche" Klimagas CO2 wird auf die Verbraucher umgelegt Damit verteuern sich Heizöl, Kraftstoff und Erdgas. Benzin wird ca. 7 Cent teurer, Heizöl oder Diesel um 7.9 Cent und Erdgas pro Kw um 0.6. Cent. In "ökologisch GRÜNEM Sinne". Dadurch verteuern sich fast alle Lebensmittel, die mit Lastern angekarrt werden, die LKW-Karawanen auf den Autobahnen werden sich dadurch nicht reduzieren.. Die Leidtragenden sind die Aussendienstler und die (bisher NOCH) Mittelschicht, die ihre Wohnung ja auch warm haben will und die weniger Netto zum Leben hat.

Als Ausgleich gibt es dafür einen Zuschlag beim Wohngeld für die Unterschicht (15 €/Monat). 

Die wegen Corona gesenkte MWSt. wird wieder angepasst und auf 19 bzw. 7 % angehoben. Damit steigen Preise im Handel und für Dienstleistungen. Corona ist noch nicht vorbei, die Insolvenzen/Schliessungen kommen noch. Die Leidtragenden: Die Mittelschicht.

Als Ausgleich wird dafür HartzIV/Grundsicherung um 14 €/Monat für die Unterschicht erhöht.

Teurerer Ausweis: Die Gebühren für die Ausstellung eines Personalausweises kosten statt bisher 28.80 nun 37 €.

Der gesetzliche Mindestlohn steigt ZWEIMAL "kräftig" an. Ab 1.1.21 sind 9.50 € brutto/Stunde das Minimum (statt 9.35 € wie bisher!!!). Das sind 15 Cent pro Stunde mehr Lohn! BRUTTO versteht sich!!! Zum 1.7.21 eine erneute Erhöhung auf 9.60 €/Stunde, BRUTTO, versteht sich. Die Leidtragenden: Die NOCH-Mittelschicht.

Last and least: ENDLICH grünes Plastikverbot im Sommer: Im Juli werden in der EU viele Einwegplastikprodukte verboten. Das betrifft TRINKHALME, WATTESTÄBCHEN, Besteck und Teller für das Essen ausser Haus. (Kein Trinkhalm mehr für den Cocktail oder die Kinder? Kein Wattestäbchen mehr zum Ohren reinigen? Keine Schupfnudeln mehr beim Gartenfest?) Statt Plastik dann Pappbecher und Pappetrinkhalme? Auch diese, schwer durchgerungene Entscheidung war sicher wichtig? 

Das ganze Jahr haben sich nun unsere Politiker zu diesen wichtigen, klimafreundlichen Neuerungen durchgerungen. Von bezahlbarem Wohnraum, von Sozialprojekten, von Steuersenkungen war da nichts. Verschwiegen wurden die Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge und der vorbereitete Abzug einer "Klima-CO2-Steuer", automatisch, vom Lohn (was sicher kommen wird). Der Strom wurde dieses Jahr, dank GRÜN schon auf Öko-Strom umgestellt, wurde teurer. Von der neuen, teuereren CO2-bespeisten KFZ-Steuer (gerade für ältere Autos der Mittelschicht) ganz zu schweigen.

Die Unter- und Mittelschicht ist der Verlierer.

Frage:

Was ändert sich für die Firmenlobby wie Amazon...und die Großkonzerne? Wohl nichts. Was ändert sich für die Millionäre inform von mehr zu zahlenden Steuern (über das man schon jahrelang debattiert)? Wohl nichts.

Respekt vor diesen BESCHLÜSSEN habe ich nicht.

Aber ich habe jetzt schon eine wichtige Aufgabe fürs Neue Jahr: Ich suche dann nach Wattestäbchen mit Holzgriff und recyclebare Strohhalme aus Pappe und stricke mir warme Pullover für den nächsten Winter um die Heizkosten zu drosseln. Ein Problem bleibt: Meine Hansaplast-Pflaster für Verletzungen haben zum Abziehen eine kleine Plastikschicht, ich hoffe, sie wird es weiterhin geben. Ich hoffe, dazu kommen noch Anweisungen unserer Politiker inform eines grünen Faltblattes mit Sonnenblumen heraus. Natürlich global - in ALLEN Sprachen unserer Mitbürger. Der alte "Normalzustand" von 2020 wäre mir lieber gewesen!

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